Video- und Audiometadaten
Risiken von Video- und Audiometadaten
Video und Audio sind Formate, die für Anonymität schwierig zu handhaben sind.
In der Datei können Aufnahmedatum und -zeit, Geräteinformationen, Standortinformationen, Bearbeitungssoftware und Tag-Informationen verbleiben. Zusätzlich enthalten Video- oder Audioinhalte selbst Hinweise wie Gesichter, Stimmen, Hintergründe, Benachrichtigungen, Umgebungsgeräusche, Gespräche und Orte.
Sie enthalten mehr Informationen als Bilder, und Identität oder alltäglicher Bewegungsraum können manchmal schon aus wenigen Sekunden Video oder Audio abgeleitet werden.
Dieser Artikel ordnet ein, welche Informationen in Video- und Audiodateien verbleiben und welche Punkte vor der Veröffentlichung geprüft werden sollten.
Informationen, die in Videos verbleiben
Videodateien enthalten sowohl Metadaten als auch Bildinhalt.
| Information | Was sie zeigt | Hinweis |
|---|---|---|
| Aufnahmedatum und -zeit | Wann aufgenommen wurde | Verknüpft sich mit Aktivitätszeit oder Teilnahme vor Ort |
| Standortinformationen | Aufnahmeort | GPS kann erhalten bleiben |
| Geräteinformationen | Verwendetes Modell oder App | Wird zum Hinweis auf die Aufnahmeumgebung |
| Bearbeitungssoftware | Arbeitsumgebung | Editor oder Produktionsumgebung wird sichtbar |
| Videoinhalt | Gesichter, Hintergrund, Schilder | Wird durch Metadatenentfernung nicht gelöscht |
Bei Videos kann selbst Information, die nur in einem einzigen Frame sichtbar ist, zu einem Hinweis werden.
Auch kurz sichtbare Benachrichtigungen und Spiegelungen müssen geprüft werden.
Informationen, die in Audio verbleiben
Audiodateien können Tag-Informationen und Informationen zur Aufnahmeumgebung behalten.
Auch die Stimme selbst ist ein starker Hinweis. Stimme, Sprechweise, Dialekt, Hintergrundgeräusche, Bahnhofsansagen, Arbeitsgeräusche, Familienstimmen und Benachrichtigungstöne können enthalten sein.
| Information | Was sie zeigt | Hinweis |
|---|---|---|
| ID3-Tags | Titel, Ersteller, Kommentar | Können auch in Nicht-Musikaufnahmen verbleiben |
| Aufnahmezeit | Zeitpunkt der Aufnahme | Verknüpft sich mit Aktivitätszeit |
| Aufnahme-App | Nutzungsumgebung | Hinweis auf Gerät oder Arbeitsumgebung |
| Eigene Stimme | Personenbezug | Starker Hinweis für Bekannte |
| Hintergrundgeräusch | Ort und Situation | Bahnhof, Geschäft, Arbeitsplatz oder Zuhause wird sichtbar |
Audio kann Personenbezug zeigen, auch wenn kein Gesicht sichtbar ist.
Bei Hochrisiko-Kommunikation muss die Veröffentlichung von Audio selbst sorgfältig erwogen werden.
Metadatenentfernung allein reicht nicht aus
Bei Video und Audio bleibt der Inhalt bestehen, auch wenn Metadaten entfernt wurden.
| Ziel | Informationen, die im Inhalt verbleiben | Beispiel |
|---|---|---|
| Video | Hintergrund, Gesicht, Text, Spiegelung | Schilder, Namensschilder, Benachrichtigungen |
| Audio | Stimme, Umgebungsgeräusch, Gespräch | Bahnhofsansagen, Familienstimmen |
| Bildschirmaufnahme | Tabs, Benachrichtigungen, Kontonamen | Klarnamen-E-Mail, Kalender |
| Untertitel | Namen, Zeiten, Orte | Einschließlich Fehlern in automatisch erzeugten Untertiteln |
| Bearbeitung | Vergessene Schnitte, Ränder davor und danach | Gespräche vor und nach der Aufnahme |
Für Anonymität werden dateiinterne Informationen und Inhalt getrennt geprüft.
Prüfung vor der Veröffentlichung
Vor der Veröffentlichung von Video oder Audio gilt grundsätzlich, die Originaldatei nicht direkt herauszugeben.
| Prüfpunkt | Grund |
|---|---|
| Veröffentlichungskopie erstellen | Originaldatei schützen |
| Metadaten prüfen | Aufnahmezeit und Geräteinformationen sehen |
| Gesamte Datei abspielen und prüfen | Kurzzeitige Lecks finden |
| Audio separat prüfen | Hintergrundgeräusche und Gespräche anhören |
| Untertitel und automatische Transkription ansehen | Prüfen, ob Namen oder Orte erscheinen |
| Dateinamen prüfen | Echte Namen und Fallnamen vermeiden |
Auch in kurzen Videos können am Anfang oder Ende unnötige Informationen enthalten sein.
Auch nach dem Herausschneiden wird erneut geprüft.
Auch die Entscheidung, nicht zu veröffentlichen, ist notwendig
Video und Audio lassen sich manchmal auch nach Bearbeitung nur schwer vollständig sicher machen.
Selbst wenn eine Stimme verändert wird, bleiben Sprechweise und Hintergrundgeräusche. Selbst wenn ein Gesicht verborgen wird, bleiben Kleidung und Ort. Selbst wenn Metadaten entfernt werden, bleiben Benachrichtigungen im Bild und Gespräche. In solchen Fällen ist Nichtveröffentlichung die sicherste Wahl.
| Situation | Grund für Nichtveröffentlichung | Alternative |
|---|---|---|
| Stimme der Person oder Beteiligter ist enthalten | Bekannte können sie erkennen | Transkribieren und Inhalt ordnen |
| Ort ist deutlich erkennbar | Aus dem Hintergrund identifizierbar | Ohne Standortinformationen erklären |
| Minderjährige oder Familie erscheinen | Bezieht Personen außer einem selbst ein | Bilder oder Audio nicht verwenden |
| Arbeitsplatzgeräusche oder interne Gespräche sind enthalten | Organisation oder Beteiligte werden sichtbar | Auf vertrauenswürdige Beratungsstelle beschränken |
| Bearbeitung verändert den Sinn | Missverständnisse oder Beweisprobleme | Original aufbewahren und Veröffentlichungsversion getrennt erstellen |
Für Anonymität ist nicht nur die Technik der Veröffentlichung wichtig, sondern auch die Entscheidung, nicht zu veröffentlichen.
Bei Hochrisikomaterial sollte erwogen werden, es nicht öffentlich zu posten, sondern über einen sicheren Weg an eine vertrauenswürdige Beratungsstelle zu geben.
Was Werkzeuge prüfen können und was nicht
Zur Prüfung von Video- und Audiometadaten werden manchmal ExifTool oder Werkzeuge aus dem ffmpeg-Umfeld verwendet.
ExifTool ist ein typisches Werkzeug, das Metadaten über mehrere Formate hinweg prüfen kann.
URL : https://exiftool.org/
| Für Werkzeuge leicht sichtbar | Separat zu prüfen |
|---|---|
| Aufnahmedatum und -zeit | Uhren und Benachrichtigungen im Video |
| Geräteinformationen | Gesichter, Kleidung, Hintergrund |
| Standortinformationen | Schilder und Bahnhofsgeräusche |
| Bearbeitungssoftware | Gespräche und Stimmmerkmale |
| Tag-Informationen | Untertitel und Transkriptionsinhalt |
Werkzeuge helfen bei der Prüfung interner Informationen.
Den Inhalt von Ton und Bild muss man jedoch selbst prüfen.
Je länger die Datei, desto schwieriger die Prüfung
Video und Audio werden umso schwieriger zu prüfen, je länger sie sind.
Selbst in einem 10-minütigen Video kann eine Benachrichtigung nur eine Sekunde lang erscheinen. Selbst in 30 Minuten Audio kann zwischendurch eine Familienstimme oder Bahnhofsansage auftauchen. Für Anonymität ist es wichtig, nicht zu veröffentlichen, ohne die gesamte Datei geprüft zu haben.
| Problem | Was passiert |
|---|---|
| Vergessener Schnitt am Anfang oder Ende | Gespräche vor oder nach der Aufnahme bleiben |
| Benachrichtigung mitten im Material | Echter Name oder Kontaktdaten erscheinen |
| Hintergrundgeräusch | Ort oder Zeit wird sichtbar |
| Untertitel | Namen erscheinen durch automatische Transkription |
| Bearbeitungsfehler | Bereiche, die verborgen sein sollten, bleiben erhalten |
Auch der Zweck der Veröffentlichung von Video oder Audio wird geprüft.
Die Entscheidung hängt davon ab, ob es als Beweis notwendig ist, die Erklärung unterstützt oder nur Atmosphäre vermitteln soll. Wenn der Zweck schwach ist, ist eine Erklärung in Textform sicherer.
Bildschirmaufnahmen haben eigene Risiken
Unter Videos erfordern Bildschirmaufnahmen besondere Vorsicht.
Bildschirmaufnahmen zeigen Browser-Tabs, Lesezeichen, Benachrichtigungen, E-Mail-Adressen, eingeloggte Icons, Dateinamen, Uhren und Eingabeverläufe. Auch wenn nur ein Teil eines Dokuments gezeigt werden soll, kann am Bildschirmrand eine Klarnamenumgebung verbleiben.
| Was leicht sichtbar wird | Was erkennbar wird | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Browser-Tabs | Besuchte Seiten und Arbeitsinhalte | Nur notwendige Tabs geöffnet lassen |
| Benachrichtigungen | Echte Namen, Kontakte, Termine | Benachrichtigungen ausschalten |
| Lesezeichen | Hobbys, Arbeitsplatz, Admin-Seiten | Separaten Browser verwenden |
| Dateinamen | Fallnamen, Personennamen | In Veröffentlichungsordner trennen |
| Uhr | Aufnahmezeit und Lebensrhythmus | Bei Bedarf ausschneiden |
Eine Bildschirmaufnahme gibt den Zustand des Geräts unverändert weiter.
Wenn Anonymität wichtig ist, wird nicht in der gewohnten Umgebung aufgenommen, sondern in einem separaten Browser oder separaten Benutzerumfeld, das für die Veröffentlichung vorbereitet ist. Nach der Aufnahme werden nicht nur das Video, sondern auch Audio, Untertitel und Dateiname erneut geprüft.
Zusammenfassung
Video- und Audiodateien bergen Risiken sowohl in Metadaten als auch im Inhalt.
Neben Aufnahmedatum und -zeit, Standortinformationen, Geräteinformationen, Bearbeitungssoftware und Tag-Informationen werden Gesichter, Hintergründe, Spiegelungen, Stimmen, Umgebungsgeräusche, Benachrichtigungen und Gespräche zu Hinweisen.
Auch wenn Metadaten entfernt werden, bleiben die Inhalte von Video und Ton bestehen.
Vor der Veröffentlichung wird eine Veröffentlichungskopie erstellt, und Metadaten, Video, Audio, Untertitel und Dateiname werden geprüft.
Bei Hochrisiko-Aktivitäten kann auch die Entscheidung, Video oder Audio nicht herauszugeben, eine Sicherheitsmaßnahme sein.
Verwandte Werkzeuge
ExifTool
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://exiftool.org/
MAT2
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
FFmpeg
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URL : https://ffmpeg.org/