Risiken durch GPS und Zeit in Videos
Videos können GPS, Datum, Gerät, Dateiname, Hintergründe, Reflexionen und Audio enthalten, die Ort, Zeit oder beteiligte Personen sichtbar machen.
Videos enthalten mehr Informationen als Fotos.
In der Datei können Aufnahmezeit, Erstellungs-App, Geräteinformationen und manchmal Standortinformationen bleiben.
Zusätzlich enthält das Video selbst Hintergründe, Schilder, Reflexionen, Kleidung, Bewegungswege, Stimmen und Umgebungsgeräusche.
Beim anonymen Veröffentlichen eines Videos reicht es nicht zu denken: "Ich habe das Gesicht verdeckt, also ist es in Ordnung" oder "Ich habe die Datei konvertiert, also ist es in Ordnung."
Dieser Artikel ordnet GPS- und Zeitinformationen in Videos sowie Hinweise, die in Bild und Ton bleiben.
Informationen, die in Videos bleiben
Videodateien können Metadaten enthalten, die vom Video selbst getrennt sind.
| Information | Inhalt | Hinweis für Anonymität |
|---|---|---|
| Aufnahmezeit | Zeitpunkt der Aufnahme oder Erstellung | Verbindet sich mit Veranstaltungsteilnahme oder Bewegungszeit |
| Standortinformation | GPS, Aufnahmeort | Zeigt Aufnahmeort oder gewohnte Orte |
| Geräteinformation | Smartphone, Kamera, App | Hinweis auf eigene Geräte oder Arbeitsumgebung |
| Bearbeitungsinformation | Bearbeitungssoftware, Encoding-Information | Spur der Arbeitsumgebung oder Neuerstellung |
| Dateiname | Aufnahmedatum, Ort, Vorgangsname | Personenbezogene Information bleibt außen |
Videos sind große Dateien, und Dienste kodieren sie oft neu.
Trotzdem muss man vor dem Upload selbst prüfen, was in der Originaldatei geblieben ist.
Wann Aufnahmezeit gefährlich wird
Aufnahmezeit zeigt allein keinen bürgerlichen Namen.
Wenn sie sich mit realen Ereignissen verbindet, wird sie jedoch zu einem starken Hinweis.
| Szene | Was erkennbar wird |
|---|---|
| Video direkt nach einem Ereignis | Möglichkeit, dass die Person vor Ort war |
| Video während Pendel- oder Schulwegzeiten | Lebensrhythmus und Bewegungsroute |
| Video an Arbeitsplatz oder Schule | Zugehörigkeit und Aktivitätsbereich |
| Video nachts oder an freien Tagen | Lebensmuster |
| Aufnahmezeit nahe an Veröffentlichungszeit | Möglichkeit, vom Ort aus gepostet zu haben |
Zeit ist besonders wichtig bei Videos zu Aktivität, Recherche, Whistleblowing, Arbeitsplätzen oder Schulen.
Wenn Aufnahmezeit, Veröffentlichungszeit, lokale Ereignisse, Transportaufzeichnungen und Überwachungskameras zusammenkommen, verengt sich der Kreis möglicher Personen.
Standortinformation und Orte im Video
Auch wenn kein GPS in der Datei bleibt, kann der Ort aus dem Video erschlossen werden.
Schilder, Straßen, Stationsnamen, Geschäftsnamen, Gebäude, Ausblicke aus Fenstern, Fahrzeugansagen und Hinweise in Schule oder Arbeitsplatz werden zu Hinweisen.
| Hinweis | Beispiel |
|---|---|
| Text | Schilder, Stationsnamen, Geschäftsnamen, Aushänge |
| Gebäude | Außenansicht, Fenster, Eingänge |
| Verkehr | Züge, Busse, Straßenschilder, Ansagen |
| Innenräume | Whiteboards, Dokumente, Namensschilder, Sitzordnung |
| Reflexionen | Glas, Spiegel, Fahrzeuge, Bildschirme |
Ein Video hat viele Einzelbilder.
Auch Text oder Reflexionen, die nur einen Moment sichtbar sind, können pausiert und geprüft werden.
Vor der Veröffentlichung prüft man vom Anfang bis zum Ende.
Stimme und Umgebungsgeräusche
Auch Audio ist in Videos wichtig.
Stimmen, Dialekte, Gespräche in der Umgebung, Ansagen in Geschäften, Stationsansagen, Schul- oder Arbeitsplatzgeräusche und Stimmen von Familienmitgliedern können enthalten sein.
Auch wenn das Video unscharf gemacht ist, kann der Ton Ort oder Beziehung offenlegen.
| Geräusch | Hinweis für Anonymität |
|---|---|
| Eigene Stimme | Stimmqualität und Sprechweise werden Identifizierungsmaterial |
| Gespräche in der Umgebung | Namen von Beteiligten oder Orten können enthalten sein |
| Ansagen | Bahnhöfe, Geschäfte und Einrichtungen werden identifizierbar |
| Benachrichtigungstöne | App- oder Geräteumgebung kann erschlossen werden |
| Umgebungsgeräusch | Hinweise auf Arbeitsplatz, Schule, Zuhause und Verkehr |
Man muss möglicherweise entscheiden, Audio zu entfernen, durch anderes Audio zu ersetzen oder nicht zu veröffentlichen.
Videos so ansehen, als würden sie pausiert
Weil Videos zeitlich ablaufen, unterschätzen Veröffentlichende kurze Einblendungen.
Veröffentlichte Videos werden jedoch pausiert, vergrößert, ausgeschnitten und Bild für Bild geprüft.
| Momentane Information | Was erkennbar wird |
|---|---|
| Blick aus einem Fenster | Gebäude, Straßen, Gegend |
| Dokumente auf einem Tisch | Namen, Firmennamen, Vorgangsnamen |
| Bildschirmbenachrichtigungen | Kontonamen, Kontaktdaten, Zwei-Faktor-Codes |
| Namensschilder und Uniformen | Zugehörigkeit, Schule, Arbeitsplatz |
| Reflexionen | Gesicht der filmenden Person, Gerät, Zimmer |
Beim Prüfen eines Videos schaut man nicht nur auf den Gesamteindruck.
In wichtigen Szenen sieht man mit Pausen.
Man prüft Hintergründe, Reflexionen, Text, Benachrichtigungen, Gesichter, Kleidung und Gegenstände.
Korrelation zwischen Video und Veröffentlichungszeit
Videorisiko endet nicht in der Datei.
Es verbindet sich auch mit Veröffentlichungszeit und Kontobetrieb.
| Kombination | Was geschieht |
|---|---|
| Aufnahmezeit + Veröffentlichungszeit | Deutet auf sofortiges Posten vom Ort aus hin |
| Ereigniszeit + Videoinhalt | Grenzt mögliche Teilnehmende ein |
| Hintergrund + Lebensrhythmus | Pendel- oder Schulweg kann erschlossen werden |
| Audio + Ort | Bahnhof, Geschäft oder Arbeitsplatz wird identifizierbar |
| Konto + Veröffentlichungsmuster | Wird zu langfristiger Verhaltenskorrelation |
Weil Videos viele Informationen enthalten, liefern sie auch viel Korrelationsmaterial.
Für Anonymität betrachtet man nicht nur die Videodatei. Man prüft auch den Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Prüfung vor der Veröffentlichung
Vor dem Veröffentlichen eines Videos prüft man in folgender Reihenfolge.
| Reihenfolge | Prüfung | Grund |
|---|---|---|
| 1 | Metadaten ansehen | Aufnahmezeit, Standortinformation und Geräteinformation prüfen |
| 2 | Dateinamen ansehen | Prüfen, ob Datum, Ort oder Name bleibt |
| 3 | Video vollständig ansehen | Hintergründe, Text, Reflexionen und Menschen prüfen |
| 4 | Audio anhören | Stimmen, Gespräche und Umgebungsgeräusche prüfen |
| 5 | Nach Re-Encoding erneut prüfen | Neue Metadaten und verbleibende Informationen ansehen |
| 6 | Veröffentlichungszeit bedenken | Prüfen, ob sie Anwesenheit vor Ort oder Handlungszeit verbindet |
Weil Videos Zeit zur Verarbeitung brauchen, werden sie leicht nur grob geprüft.
Bei Hochrisikovideos erwägt man auch Optionen wie Kürzen, Audio entfernen, Standbilder nutzen oder nicht veröffentlichen.
Videos, die besser nicht veröffentlicht werden
Bei manchen Videos lässt sich das Risiko auch nach Bearbeitung nicht ausreichend verringern.
| Videoinhalt | Grund |
|---|---|
| Viele Gesichter von Teilnehmenden erscheinen | Bezieht andere Personen als einen selbst ein |
| Innenraum von Arbeitsplatz oder Schule erscheint | Zugehörigkeit und Beteiligte können erschlossen werden |
| Umgebung des Zuhauses ist identifizierbar | Gewohnte Orte sind direkt sichtbar |
| Interne Materialien oder Bildschirme erscheinen | Dokumentnamen, Benachrichtigungen und Kontonamen bleiben |
| Audio enthält viele Eigennamen | Inhalt kann auch nach Verarbeitung erschlossen werden |
Für Anonymität ist Bearbeiten und Veröffentlichen nicht die einzige richtige Antwort.
Es gibt Optionen wie nicht veröffentlichen, Standbilder nutzen, in Text erklären, warten oder Dritte prüfen lassen.
Bei Hochrisikoaktivität oder Recherche behandelt man die Veröffentlichungsentscheidung selbst vorsichtig.
Nutzbare Werkzeuge und Grenzen
ExifTool wird manchmal zum Prüfen von Metadaten genutzt.
URL : https://exiftool.org/
FFmpeg wird für Re-Encoding von Video und Metadatenverarbeitung genutzt.
URL : https://ffmpeg.org/
Bei Online-Konvertierungsdiensten und Online-Vorschaudiensten können Videodatei, Quell-IP, Prüfzeit und Kontostatus bleiben. Für Hochrisikovideos priorisiert man lokale Prüfung statt Upload zu externen Diensten.
Werkzeuge beurteilen jedoch nicht die Bedeutung innerhalb des Videos.
Auch wenn man mit FFmpeg neu kodiert, verschwinden Hintergrundschilder und eigene Stimme nicht. Auch wenn man Metadaten mit ExifTool prüft, müssen sichtbare Namensschilder und Benachrichtigungen im Video getrennt geprüft werden.
Zusammenfassung
Videos können Metadaten wie Aufnahmezeit, Standortinformation, Geräteinformation und Bearbeitungsinformation behalten.
Zusätzlich sind Hintergründe, Reflexionen, Text, Menschen, Stimmen und Umgebungsgeräusche im Video starke Hinweise.
Auch wenn GPS entfernt wird, können Stationsnamen im Video oder Ansagen im Geschäft den Ort zeigen.
Auch wenn Aufnahmezeit entfernt wird, kann Teilnahme erschlossen werden, wenn sie sich mit Veröffentlichungszeit oder Ereigniszeit verbindet.
Vor dem Veröffentlichen eines Videos prüft man Metadaten, Dateinamen, Bild, Ton und Veröffentlichungszeit getrennt.
Bei Hochrisikovideos ist auch die Entscheidung, nicht zu veröffentlichen, wichtig.
Verwandte Werkzeuge
Google Lens
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://lens.google/
ExifTool
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URL : https://exiftool.org/
MAT2
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FFmpeg
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://ffmpeg.org/
