Learn

284 ArtikelKategorie: Alle
Metadaten

Risiken durch Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche

Audio enthält mehr Informationen, als die sprechende Person vielleicht denkt.

Stimmqualität, Sprechweise, Dialekt, Atmung, Gespräche in der Umgebung, Bahnhofs- oder Ladenansagen, Geräusche von Arbeitsplatz oder Schule, Stimmen von Familienmitgliedern, Benachrichtigungstöne und ähnliche Details können enthalten sein.

Wenn Audio oder Video anonym veröffentlicht wird, schwächt es die Anonymität, wenn Hinweise im Ton selbst bleiben, auch wenn Metadaten entfernt wurden.

Dieser Artikel ordnet, wie Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche mit Anonymität zusammenhängen.

Stimme kann ein Identifizierungshinweis sein

Eine Stimme trägt persönliche Eigenheiten.

Nicht nur Stimmqualität, sondern auch Sprechweise, Satzenden, Pausen, Dialekt und häufig verwendete Wörter werden zu Hinweisen.

HinweisInhaltHinweis für Anonymität
StimmqualitätTonhöhe, Resonanz, GewohnheitenMenschen, die dich kennen, können sie erkennen
SprechweiseGeschwindigkeit, Pausen, SatzendenVerbindet sich mit anderen Streams oder Anrufen
DialektRegionale AusdrückeWird zum Hinweis auf Herkunftsort oder gewohnte Orte
FachbegriffeArbeitsplatz- oder BranchenwörterGrenzt auf Zugehörigkeit oder Beruf ein
FüllwörterHäufig verwendete AusdrückeKorrelieren wie Schreibstil

Auch wenn die Stimme leicht bearbeitet ist, können Sprechweise und Inhalt bleiben und korrelieren.

Für Anonymität prüft man sowohl die Stimme selbst als auch das Gesagte.

Informationen, die nur bekannte Personen erkennen

Stimmrisiko bedeutet nicht nur Identifizierung durch Fremde.

Bekannte, Kolleginnen und Kollegen, Familienmitglieder sowie Personen aus derselben Schule oder demselben Arbeitsplatz können jemanden allein an Stimme oder Sprechweise erkennen.

PublikumLeicht erkennbare Hinweise
FamilieStimme, Sprechweise, Raumgeräusche, Bezeichnungen für Familienmitglieder
Kolleginnen und KollegenArbeitsbegriffe, Arbeitsplatzgeräusche, Besprechungsformulierungen
Schulbezogene PersonenGong, Bezeichnungen für Lehrkräfte oder Freunde, Schulveranstaltungen
Lokale PersonenDialekt, Ladenansagen, Stationsnamen, lokale Geräusche
Frühere ZuschauendeFüllwörter, Themen, Lachstil aus Streams

Ein Bruch von Anonymität bedeutet nicht nur, dass irgendwo auf der Welt jemand den bürgerlichen Namen erfährt.

Es umfasst auch, dass jemand in der Nähe denkt: "Ist das nicht die Stimme dieser Person?"

Ort kann aus Umgebungsgeräuschen bekannt werden

Audio enthält auch Geräusche der Umgebung.

Geräusche, die die sprechende Person nicht bemerkt, können Ort oder Situation zeigen.

GeräuschWas erkennbar wird
BahnhofsansageStationsname, Linie, Gegend
LadenansageGeschäft, Tageszeit, Ort
SchulgongSchule oder Tageszeit
ArbeitsplatzgeräuschBranche, Arbeitsumgebung
FamilienstimmeFamilienstruktur und Beteiligte
BenachrichtigungstonApp- oder Geräteumgebung

Bei Video kann der Ton den Ort verraten, auch wenn das Bild unscharf gemacht ist.

Auch reine Audiobeiträge können aus Hintergrundgeräuschen gewohnte Orte erschließbar machen.

Gespräche im Hintergrund

Umgebungsgespräche sind bei Audio besonders gefährlich.

Auch wenn man selbst nicht spricht, können Stimmen in der Nähe enthalten sein.

Wenn Namen, Arbeitsplatznamen, Schulnamen, Zeitpläne, Ortsnamen oder Bezeichnungen für Beteiligte enthalten sind, werden auch andere Personen in das Risiko hineingezogen.

Enthaltene InformationRisiko
NamenZeigen Person oder Beteiligte direkt
ZeitpläneZeigen Handlungszeiten oder Orte
Arbeitsplatz oder SchuleZugehörigkeit kann erschlossen werden
Bezeichnungen für FamilienmitgliederFamilienstruktur wird sichtbar
Interne BegriffeOrganisation oder Aktivität kann erschlossen werden

Audio bleibt auch für einen kurzen Moment.

Man prüft unter der Annahme, dass es nach der Veröffentlichung wieder abgespielt, ausgeschnitten und transkribiert wird.

Informationen, die durch Transkription sichtbar werden

Audio kann später transkribiert werden.

Je genauer automatische Transkription wird, desto leichter werden Eigennamen, Ortsnamen, Organisationsnamen und Gesprächsinhalte im Audio durchsuchbar.

Information im AudioRisiko nach Transkription
NamenBleiben über Suche und Zitat
OrtsnamenGewohnte Orte und Ziele werden bekannt
OrganisationsnamenZugehörigkeit oder beteiligte Stellen werden bekannt
DatumsangabenVerbinden sich mit einer Zeitlinie
FachbegriffeBeruf oder Branche kann erschlossen werden

Das Gefühl "es ist Ton, also schwer zu lesen" ist gefährlich.

Veröffentlichtes Audio prüft man unter der Annahme, dass es transkribiert, gesucht und zitiert wird.

Grenzen der Stimmbearbeitung

Eine Stimme zu bearbeiten macht sie nicht unbedingt sicher.

Auch wenn Pitch-Shifting oder Rauschbearbeitung die Stimmqualität verändert, bleiben Sprechweise, Inhalt, Umgebungsgeräusch und Veröffentlichungszeit.

BearbeitungWas bleibt
Stimmhöhe ändernSprechweise, Satzenden, Inhalt
RauschunterdrückungGespräch und Hintergrundgeräusch verschwinden möglicherweise nicht vollständig
StummschaltenVisuelle Hinweise bleiben
UntertitelSchreibstil und Inhalt bleiben
Neu aufnehmenNeue Umgebungsgeräusche oder Erstellungsinformationen können anfallen

Bearbeitung ist ein Weg, Risiko zu verringern.

Die Tatsache, dass Audio bearbeitet wurde, darf jedoch nicht als Sicherheitsbeweis behandelt werden.

Prüfung vor der Veröffentlichung

Vor dem Veröffentlichen von Audio oder Video hört man immer bis zum Ende durch.

Nur vorzuspulen übersieht kurze Namen oder Ortsnamen.

PrüfungGrund
Eigene StimmeOb es Merkmale gibt, die Bekannte erkennen können
UmgebungsgesprächeOb Namen, Orte oder Zeitpläne enthalten sind
UmgebungsgeräuscheOb Bahnhof, Geschäft, Arbeitsplatz oder Schule identifizierbar sind
BenachrichtigungstöneOb App- oder Geräteumgebung erscheint
MetadatenOb ID3-Tags, Erstellungszeit oder App-Name bleiben

Falls nötig, wählt man Audio entfernen, durch anderes Audio ersetzen, in Text umwandeln oder nicht veröffentlichen.

Option, Audio nicht zu veröffentlichen

Wenn Anonymität wichtig ist, ist auch Nichtveröffentlichen von Audio eine Option.

Möglichkeiten sind, den Inhalt als Text zu erstellen, nur Kernpunkte zusammenzufassen, ein Video ohne Audio zu machen oder eine andere Erzählstimme zu nutzen.

In Text umzuwandeln löst jedoch nicht alles.

Schreibstil, Zeitlinie, Eigennamen und Fachwissen bleiben im Text.

Auch wenn Audio vermieden wird, prüft man Hinweise, die in der anderen Form erscheinen.

Dritte nicht in Hochrisikoaufnahmen hineinziehen

Audio enthält leicht Informationen über andere Personen.

Wenn Stimmen von Familienmitgliedern, Kolleginnen und Kollegen, Quellen, Teilnehmenden oder Passanten enthalten sind, werden auch diese Personen in das Risiko hineingezogen.

Anonymität ist nicht nur das eigene Problem.

Wenn Stimmen oder Gespräche Dritter in Audio enthalten sind, das veröffentlicht werden soll, priorisiert man Löschen, Bearbeiten oder Nichtveröffentlichen.

Besonders bei Recherche, Whistleblowing und Aktivitätsaufzeichnungen behandelt man Audioveröffentlichung vorsichtig aus Sicht des Schutzes Beteiligter.

Korrelation zwischen Audio und anderen Hinweisen

Audio wird nicht nur für sich beurteilt.

Es verbindet sich mit Veröffentlichungszeit, Konten, Bildern, Videos, früheren Streams und Schreibstil.

KombinationWas geschieht
Stimme + VeröffentlichungszeitLebensrhythmus oder Aktivitätszeit wird sichtbar
Stimme + DialektRegion oder Herkunft kann erschlossen werden
Umgebungsgeräusch + VideoOrtsvermutung wird stärker
Füllwörter + SchreibenVerbindet sich mit Schreibstil eines anderen Kontos
Benachrichtigungston + BildschirmfreigabeApps oder Klarnamenumgebungen werden sichtbar

Deshalb hört man bei der Audioprüfung nicht nur die Stimme. Man betrachtet, womit sie sich im gesamten Beitrag verbindet.

Auch wenn die Stimme verändert ist, bleibt Korrelation, wenn der Veröffentlichungskontext gleich ist.

Zusammenfassung

Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche hängen stark mit Anonymität zusammen.

Stimmqualität, Sprechweise, Dialekt, Umgebungsgespräche, Bahnhof- oder Ladengeräusche und Benachrichtigungstöne werden zu Hinweisen, um Person oder Ort zu vermuten.

Auch wenn Metadaten entfernt werden, verschwindet Information im Ton selbst nicht.

Auch wenn Audio bearbeitet wird, können Sprechweise, Inhalt, Hintergrundgeräusch und Veröffentlichungszeit bleiben.

Vor dem Veröffentlichen von Audio oder Video hört man bis zum Ende durch und prüft Stimme, Gespräch, Umgebungsgeräusch und Metadaten getrennt.

Bei Hochrisikoinhalten ist auch die Entscheidung wichtig, Audio nicht zu veröffentlichen.

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

Google Lens

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://lens.google/

Externe Website öffnen
Metadata inspection

ExifTool

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://exiftool.org/

Externe Website öffnen
Metadata removal

MAT2

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://0xacab.org/jvoisin/mat2

Externe Website öffnen
Audio and video

FFmpeg

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://ffmpeg.org/

Externe Website öffnen

Verwandte Artikel