Risiken durch Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche
Audio enthält mehr Informationen, als die sprechende Person vielleicht denkt.
Stimmqualität, Sprechweise, Dialekt, Atmung, Gespräche in der Umgebung, Bahnhofs- oder Ladenansagen, Geräusche von Arbeitsplatz oder Schule, Stimmen von Familienmitgliedern, Benachrichtigungstöne und ähnliche Details können enthalten sein.
Wenn Audio oder Video anonym veröffentlicht wird, schwächt es die Anonymität, wenn Hinweise im Ton selbst bleiben, auch wenn Metadaten entfernt wurden.
Dieser Artikel ordnet, wie Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche mit Anonymität zusammenhängen.
Stimme kann ein Identifizierungshinweis sein
Eine Stimme trägt persönliche Eigenheiten.
Nicht nur Stimmqualität, sondern auch Sprechweise, Satzenden, Pausen, Dialekt und häufig verwendete Wörter werden zu Hinweisen.
Hinweis
Inhalt
Hinweis für Anonymität
Stimmqualität
Tonhöhe, Resonanz, Gewohnheiten
Menschen, die dich kennen, können sie erkennen
Sprechweise
Geschwindigkeit, Pausen, Satzenden
Verbindet sich mit anderen Streams oder Anrufen
Dialekt
Regionale Ausdrücke
Wird zum Hinweis auf Herkunftsort oder gewohnte Orte
Fachbegriffe
Arbeitsplatz- oder Branchenwörter
Grenzt auf Zugehörigkeit oder Beruf ein
Füllwörter
Häufig verwendete Ausdrücke
Korrelieren wie Schreibstil
Auch wenn die Stimme leicht bearbeitet ist, können Sprechweise und Inhalt bleiben und korrelieren.
Für Anonymität prüft man sowohl die Stimme selbst als auch das Gesagte.
Informationen, die nur bekannte Personen erkennen
Stimmrisiko bedeutet nicht nur Identifizierung durch Fremde.
Bekannte, Kolleginnen und Kollegen, Familienmitglieder sowie Personen aus derselben Schule oder demselben Arbeitsplatz können jemanden allein an Stimme oder Sprechweise erkennen.
Publikum
Leicht erkennbare Hinweise
Familie
Stimme, Sprechweise, Raumgeräusche, Bezeichnungen für Familienmitglieder
Gong, Bezeichnungen für Lehrkräfte oder Freunde, Schulveranstaltungen
Lokale Personen
Dialekt, Ladenansagen, Stationsnamen, lokale Geräusche
Frühere Zuschauende
Füllwörter, Themen, Lachstil aus Streams
Ein Bruch von Anonymität bedeutet nicht nur, dass irgendwo auf der Welt jemand den bürgerlichen Namen erfährt.
Es umfasst auch, dass jemand in der Nähe denkt: "Ist das nicht die Stimme dieser Person?"
Ort kann aus Umgebungsgeräuschen bekannt werden
Audio enthält auch Geräusche der Umgebung.
Geräusche, die die sprechende Person nicht bemerkt, können Ort oder Situation zeigen.
Geräusch
Was erkennbar wird
Bahnhofsansage
Stationsname, Linie, Gegend
Ladenansage
Geschäft, Tageszeit, Ort
Schulgong
Schule oder Tageszeit
Arbeitsplatzgeräusch
Branche, Arbeitsumgebung
Familienstimme
Familienstruktur und Beteiligte
Benachrichtigungston
App- oder Geräteumgebung
Bei Video kann der Ton den Ort verraten, auch wenn das Bild unscharf gemacht ist.
Auch reine Audiobeiträge können aus Hintergrundgeräuschen gewohnte Orte erschließbar machen.
Gespräche im Hintergrund
Umgebungsgespräche sind bei Audio besonders gefährlich.
Auch wenn man selbst nicht spricht, können Stimmen in der Nähe enthalten sein.
Wenn Namen, Arbeitsplatznamen, Schulnamen, Zeitpläne, Ortsnamen oder Bezeichnungen für Beteiligte enthalten sind, werden auch andere Personen in das Risiko hineingezogen.
Enthaltene Information
Risiko
Namen
Zeigen Person oder Beteiligte direkt
Zeitpläne
Zeigen Handlungszeiten oder Orte
Arbeitsplatz oder Schule
Zugehörigkeit kann erschlossen werden
Bezeichnungen für Familienmitglieder
Familienstruktur wird sichtbar
Interne Begriffe
Organisation oder Aktivität kann erschlossen werden
Audio bleibt auch für einen kurzen Moment.
Man prüft unter der Annahme, dass es nach der Veröffentlichung wieder abgespielt, ausgeschnitten und transkribiert wird.
Informationen, die durch Transkription sichtbar werden
Audio kann später transkribiert werden.
Je genauer automatische Transkription wird, desto leichter werden Eigennamen, Ortsnamen, Organisationsnamen und Gesprächsinhalte im Audio durchsuchbar.
Information im Audio
Risiko nach Transkription
Namen
Bleiben über Suche und Zitat
Ortsnamen
Gewohnte Orte und Ziele werden bekannt
Organisationsnamen
Zugehörigkeit oder beteiligte Stellen werden bekannt
Datumsangaben
Verbinden sich mit einer Zeitlinie
Fachbegriffe
Beruf oder Branche kann erschlossen werden
Das Gefühl "es ist Ton, also schwer zu lesen" ist gefährlich.
Veröffentlichtes Audio prüft man unter der Annahme, dass es transkribiert, gesucht und zitiert wird.
Grenzen der Stimmbearbeitung
Eine Stimme zu bearbeiten macht sie nicht unbedingt sicher.
Auch wenn Pitch-Shifting oder Rauschbearbeitung die Stimmqualität verändert, bleiben Sprechweise, Inhalt, Umgebungsgeräusch und Veröffentlichungszeit.
Bearbeitung
Was bleibt
Stimmhöhe ändern
Sprechweise, Satzenden, Inhalt
Rauschunterdrückung
Gespräch und Hintergrundgeräusch verschwinden möglicherweise nicht vollständig
Stummschalten
Visuelle Hinweise bleiben
Untertitel
Schreibstil und Inhalt bleiben
Neu aufnehmen
Neue Umgebungsgeräusche oder Erstellungsinformationen können anfallen
Bearbeitung ist ein Weg, Risiko zu verringern.
Die Tatsache, dass Audio bearbeitet wurde, darf jedoch nicht als Sicherheitsbeweis behandelt werden.
Prüfung vor der Veröffentlichung
Vor dem Veröffentlichen von Audio oder Video hört man immer bis zum Ende durch.
Nur vorzuspulen übersieht kurze Namen oder Ortsnamen.
Prüfung
Grund
Eigene Stimme
Ob es Merkmale gibt, die Bekannte erkennen können
Umgebungsgespräche
Ob Namen, Orte oder Zeitpläne enthalten sind
Umgebungsgeräusche
Ob Bahnhof, Geschäft, Arbeitsplatz oder Schule identifizierbar sind
Benachrichtigungstöne
Ob App- oder Geräteumgebung erscheint
Metadaten
Ob ID3-Tags, Erstellungszeit oder App-Name bleiben
Falls nötig, wählt man Audio entfernen, durch anderes Audio ersetzen, in Text umwandeln oder nicht veröffentlichen.
Option, Audio nicht zu veröffentlichen
Wenn Anonymität wichtig ist, ist auch Nichtveröffentlichen von Audio eine Option.
Möglichkeiten sind, den Inhalt als Text zu erstellen, nur Kernpunkte zusammenzufassen, ein Video ohne Audio zu machen oder eine andere Erzählstimme zu nutzen.
In Text umzuwandeln löst jedoch nicht alles.
Schreibstil, Zeitlinie, Eigennamen und Fachwissen bleiben im Text.
Auch wenn Audio vermieden wird, prüft man Hinweise, die in der anderen Form erscheinen.
Dritte nicht in Hochrisikoaufnahmen hineinziehen
Audio enthält leicht Informationen über andere Personen.
Wenn Stimmen von Familienmitgliedern, Kolleginnen und Kollegen, Quellen, Teilnehmenden oder Passanten enthalten sind, werden auch diese Personen in das Risiko hineingezogen.
Anonymität ist nicht nur das eigene Problem.
Wenn Stimmen oder Gespräche Dritter in Audio enthalten sind, das veröffentlicht werden soll, priorisiert man Löschen, Bearbeiten oder Nichtveröffentlichen.
Besonders bei Recherche, Whistleblowing und Aktivitätsaufzeichnungen behandelt man Audioveröffentlichung vorsichtig aus Sicht des Schutzes Beteiligter.
Korrelation zwischen Audio und anderen Hinweisen
Audio wird nicht nur für sich beurteilt.
Es verbindet sich mit Veröffentlichungszeit, Konten, Bildern, Videos, früheren Streams und Schreibstil.
Kombination
Was geschieht
Stimme + Veröffentlichungszeit
Lebensrhythmus oder Aktivitätszeit wird sichtbar
Stimme + Dialekt
Region oder Herkunft kann erschlossen werden
Umgebungsgeräusch + Video
Ortsvermutung wird stärker
Füllwörter + Schreiben
Verbindet sich mit Schreibstil eines anderen Kontos
Benachrichtigungston + Bildschirmfreigabe
Apps oder Klarnamenumgebungen werden sichtbar
Deshalb hört man bei der Audioprüfung nicht nur die Stimme. Man betrachtet, womit sie sich im gesamten Beitrag verbindet.
Auch wenn die Stimme verändert ist, bleibt Korrelation, wenn der Veröffentlichungskontext gleich ist.
Zusammenfassung
Stimme, Umgebungsgeräusche und Hintergrundgeräusche hängen stark mit Anonymität zusammen.
Stimmqualität, Sprechweise, Dialekt, Umgebungsgespräche, Bahnhof- oder Ladengeräusche und Benachrichtigungstöne werden zu Hinweisen, um Person oder Ort zu vermuten.
Auch wenn Metadaten entfernt werden, verschwindet Information im Ton selbst nicht.
Auch wenn Audio bearbeitet wird, können Sprechweise, Inhalt, Hintergrundgeräusch und Veröffentlichungszeit bleiben.
Vor dem Veröffentlichen von Audio oder Video hört man bis zum Ende durch und prüft Stimme, Gespräch, Umgebungsgeräusch und Metadaten getrennt.
Bei Hochrisikoinhalten ist auch die Entscheidung wichtig, Audio nicht zu veröffentlichen.
Verwandte Werkzeuge
Reverse image search
Google Lens
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
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