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Hinweisgeber

Was Whistleblower vor der Nutzung von Einreichungswerkzeugen prüfen sollten

Was Hinweisgebende prüfen sollten, bevor sie Einreichungswerkzeuge nutzen

Werkzeuge wie SecureDrop, GlobaLeaks und OnionShare können beim Whistleblowing und bei anonymen Hinweisen nützlich sein.

Vor dem Öffnen eines Werkzeugs gibt es jedoch Punkte, die geprüft werden müssen.

Ist das Einreichungsziel vertrauenswürdig? Bleiben Metadaten in den Unterlagen? Lässt sich aus dem Inhalt auf einen selbst schließen? Nutzt man kein Arbeitsplatzgerät und kein Arbeitsnetzwerk? Wie wird nach dem Senden eine Antwort geprüft?

Vor der Werkzeugwahl ordnet man die Risiken.

Werkzeuge schützen nur den Eingang

Werkzeuge für anonyme Hinweise werden genutzt, um den Eingang für Kontakt und Übergabe zu schützen.

Sie löschen jedoch nicht die Herkunft der Unterlagen, interne Protokolle, Dokumentmetadaten oder Rückschlüsse aus dem Inhalt.

Wobei das Werkzeug hilftVerbleibendes Risiko
Klarnamen-E-Mail vermeidenIn den Unterlagen bleibt der Erstellername
Gewöhnliche Cloud vermeidenDateizugriffsverläufe bleiben zurück
Verbindungsursprung schwerer sichtbar machenDer Kreis möglicher Personen wird aus dem Inhalt enger
Übergabeweg trennenSchlechte Abläufe am Einreichungsziel sind gefährlich

Werkzeuge sind wichtig.

Beim Whistleblowing wiegen jedoch manchmal "was gesendet wird" und "an wen es gesendet wird" noch schwerer.

Es ist gefährlich, bei Namen wie SecureDrop, GlobaLeaks oder OnionShare zu denken: "Wenn ich das nutze, werde ich anonym."

Diese Werkzeuge können je nach Situation zu einer sichereren Übergabe beitragen als gewöhnliche E-Mail, Direktnachrichten in sozialen Medien oder Cloud-Freigabe. Sie löschen jedoch Verhaltensfehler der nutzenden Person nicht automatisch.

Wenn man von einem Arbeitsplatzgerät zugreift, bleibt dies in Geräteverwaltungsprotokollen. Wenn man aus einem Arbeitsnetzwerk zugreift, können Proxy- oder DNS-Aufzeichnungen zurückbleiben. Wenn in den Unterlagen Abteilungsnamen oder Erstellerinformationen bleiben, ist die Herkunft erkennbar, auch wenn der Übergabeweg sicher ist.

MissverständnisTatsächlich
Mit einem anonymen Werkzeug ist es sicherAuch Gerät, Netzwerk, Unterlagen und Inhalt müssen geprüft werden
genügtAus gesendeten Dateien und Verhalten nach dem Senden kann etwas erkennbar sein
Wenn das Formular verschlüsselt ist, genügt dasAbläufe und Speichermethoden des Einreichungsziels werden ebenfalls wichtig
Wenn man keinen Namen schreibt, ist es sicherAus Inhalt und Uhrzeit wird der Kreis möglicher Personen enger

Einreichungsziel prüfen

Das Einreichungsziel wählt man sorgfältig.

Redaktionen, Anwältinnen und Anwälte, Hinweisgeber-Meldestellen, Prüfstellen, NGOs und externe Anlaufstellen unterscheiden sich bei Schutz, Reaktion und Risiko.

PrüfpunktGrund
BetreiberWer die Anlaufstelle verwaltet
Umgang mit InformationenWer Unterlagen und Meldungsinhalt sehen kann
AntwortwegOb fortgesetzte Kommunikation zusätzliche Spuren erzeugt
Rechtlicher SchutzVerhältnis zu Meldungen im öffentlichen Interesse und Geheimhaltungspflichten prüfen
Erfahrung und ErklärungOb Risikohinweise und Richtlinien zum Quellenschutz vorhanden sind

Wichtig ist, einem Einreichungsziel nicht nur deshalb zu vertrauen, weil es ein anonymes Formular gibt.

Man betrachtet Haltung und Erklärungen des Betreibers.

Zu sendende Unterlagen prüfen

Unterlagen müssen vor dem Senden unbedingt geprüft werden.

Man betrachtet Text, Dateinamen, Metadaten, Ersteller, Bearbeitungsverlauf, Versionsnummer, Verteilerbereich sowie Benachrichtigungen oder Bildschirminformationen in Screenshots.

PrüfpunktWarum man ihn ansieht
DateinameEchter Name, Abteilungsname oder Vorgangsname können enthalten sein
ErstellerinformationenEchter Name oder Organisationsname bleiben zurück
ÄnderungsverlaufBearbeitende oder Kommentare bleiben zurück
Versionsnummer und VerteilerbereichZugriffsberechtigte Personen werden eingegrenzt
Spezifische Informationen im TextEs wird erkennbar, wer die Information kennt

Auch das Verändern von Unterlagen kann den Beweiswert beeinflussen.

Bei hohem Risiko erwägt man, nicht eigenmächtig zu bearbeiten, sondern Fachleute aus Recht oder Journalismus zu konsultieren.

Nutzungsumgebung prüfen

Es ist gefährlich, von Arbeitsplatzgeräten oder Arbeitsnetzwerken auf Werkzeuge für Hinweise zuzugreifen.

Geräteverwaltung, Proxy, DNS, Firewall, Protokolle und Überwachungssoftware können Aufzeichnungen hinterlassen.

PrüfpunktGrund
GerätOb es kein arbeitsplatzverwaltetes Gerät ist
NetzwerkOb es kein Arbeits-Wi-Fi und keine interne Leitung ist
AnmeldestatusOb man nicht in einem Klarnamenkonto angemeldet ist
DateisynchronisierungOb nicht automatisch in Cloud oder Backup gespeichert wird
BenachrichtigungenOb keine Informationen in Bildschirmfreigaben oder Screenshots erscheinen

Die Trennung der Umgebung ist eine Voraussetzung des Werkzeugs.

Wenn eine Trennung nicht möglich ist, ist es vielleicht noch nicht der Zeitpunkt zum Senden.

Inhalt auf das Nötige begrenzen

Beim Whistleblowing steigt mit größerer Informationsmenge die Überzeugungskraft, aber auch das Identifizierungsrisiko.

Bevor man alle Unterlagen gebündelt sendet, überlegt man, was die Gegenseite für eine Entscheidung wirklich braucht. Gerade beim Erstkontakt ist es sicherer, die eigene Identität oder interne Position nicht unnötig offenzulegen.

InformationRisiko, sie beim Erstkontakt zu weit offenzulegen
AbteilungsnameDer Kreis möglicher Personen wird auf einmal enger
Detaillierte ArbeitstageWerden mit Schichten oder Zutritts- und Verlassensprotokollen abgeglichen
OriginaldateiErsteller, Änderungsverlauf und Wasserzeichen bleiben zurück
Interne BegriffeZugehörige Abteilung oder Erfahrungsjahre werden sichtbar
Persönliche GefühleStil und Beziehung lassen eine persönliche Handschrift entstehen

Natürlich braucht die Mitteilung eines wichtigen Fehlverhaltens Konkretheit. Das Problem ist, von Anfang an alles herauszugeben.

Es kann sicherer sein, Informationen schrittweise herauszugeben, nachdem das Einreichungsziel vertrauenswürdig ist, ein Kontaktweg besteht und der Umgang mit den Unterlagen geklärt wurde.

Beim Whistleblowing hinterlässt übereiltes Senden aus Gerechtigkeitsgefühl Spuren, die sich später nicht zurückholen lassen.

Bei Zweifel nicht eilig senden

Je gefährlicher das Whistleblowing, desto stärker wird der Wunsch, schnell zu informieren. Übereiltes Senden erhöht jedoch Fehler.

Dateien werden nicht geprüft. Das Arbeitsnetzwerk wird genutzt. Man arbeitet weiter, während man in einem Klarnamenkonto angemeldet ist. Die Abläufe des Einreichungsziels werden nicht gelesen.

Solche Fehler werden nach dem Senden zu schwer rückgängig zu machenden Spuren.

Situation zum AnhaltenGrund
Erklärungen des Einreichungsziels wurden nicht gelesenDer Umgang mit Informationen ist unbekannt
Metadaten der Unterlagen wurden nicht geprüftErsteller oder Änderungsverlauf bleiben zurück
Nur ein Arbeitsplatzgerät ist verfügbarEs bleibt in Verwaltungsprotokollen
Man ist emotional in EileUnnötige Informationen werden leichter herausgegeben
Rechtliche Auswirkungen sind großFachliche Beratung wird nötig

Auch die Entscheidung, nicht zu senden, ist Teil der Absicherung. Wenn die Vorbereitung nicht reicht, richtet man zuerst Umgebung und Einreichungsziel ein.

Auch nach dem Senden weiterdenken

Nach dem Senden läuft das Risiko weiter.

Antwortprüfung, Senden zusätzlicher Unterlagen, interne Untersuchung nach der Veröffentlichung, Umgang mit journalistischen Nachfragen, Reaktionen in sozialen Netzwerken. In jeder Phase kann Korrelation entstehen.

Verhalten nach dem SendenVorsichtspunkt
Antworten prüfenNicht wiederholt aus derselben Umgebung zugreifen
Zusätzliche UnterlagenNeue Metadaten oder Zeitkorrelationen nehmen zu
Reaktionen in der OrganisationNicht durch unnatürliches Verhalten verdächtig werden
Äußerungen nach VeröffentlichungIn sozialen Medien oder am Arbeitsplatz nicht überreagieren
Fortgesetzte BeratungSicheren Kontaktweg beibehalten

Whistleblowing endet nicht mit dem Sendeknopf.

Man denkt auch das Verhalten nach der Veröffentlichung mit.

Zusammenfassung

Bevor Hinweisgebende Werkzeuge zur Informationsübergabe nutzen, prüfen sie Einreichungsziel, Unterlagen, Umgebung und Verhalten nach dem Senden.

Werkzeuge wie SecureDrop, GlobaLeaks und OnionShare sind nützlich, löschen jedoch die Herkunft der Unterlagen, interne Protokolle, Metadaten und Rückschlüsse aus dem Inhalt nicht automatisch.

Bitte beurteilen Sie Sicherheit nicht allein danach, dass ein anonymes Formular vorhanden ist.

Man prüft, wer es betreibt, was aufgezeichnet wird, wer die Unterlagen sieht und wie nach dem Senden kommuniziert wird.

Die Prüfung vor dem Einsatz eines Werkzeugs beeinflusst die Sicherheit beim Whistleblowing erheblich.

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Anonymous communication

Tor Project

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ExifTool

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URL : https://exiftool.org/

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MAT2

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SecureDrop

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Whistleblower platform

GlobaLeaks

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OnionShare

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