Metadaten in PDF-, Office-, Video- und Audiodateien
-Informationen in Bildern sind weithin bekannt. Metadaten, auf die man bei Anonymität achten muss, beschränken sich jedoch nicht auf Bilder.
Auch in PDFs, Office-Dokumenten, Videos, Audiodateien und komprimierten Dateien können Autorennamen, Bearbeitungsverläufe, verwendete Software, Aufnahmezeitpunkte, Tag-Informationen, Kommentare, interne Dateinamen und ähnliche Informationen zurückbleiben.
Auch wenn es optisch so aussieht, als hätten Sie etwas entfernt, können im Inneren der Datei andere Informationen verbleiben. Außerdem können selbst nach dem Entfernen von Metadaten Identität oder Zugehörigkeit aus Text, Hintergrund, Ton, Text im Bild oder Dateinamen abgeleitet werden.
Dieser Artikel ordnet, welche Informationen je nach Dateiformat leicht zurückbleiben und welche Punkte vor der Veröffentlichung zu prüfen sind.
Metadaten sind Begleitinformationen einer Datei
Metadaten sind Informationen, die an die Datei selbst angehängt sind.
Getrennt vom Text eines Dokuments oder vom Bild selbst können sie Autor, Erstellungsdatum und -zeit, Bearbeitungssoftware, Standortinformationen, Änderungsverlauf, Kommentare und ähnliche Informationen enthalten.
Für Anonymität werden Metadaten zu starken Hinweisen. Denn auch wenn im Text kein Name steht, kann im Inneren der Datei ein Autorenname oder ein Organisationsname zurückbleiben.
| Format | Informationen, die leicht zurückbleiben | Hinweis |
|---|---|---|
| Autor, Erstellungssoftware, Anmerkungen, eingebettete Dateien | Auf den Umgang mit Schwärzungen und Anmerkungen achten | |
| Office-Dokumente | Autor, Firmenname, Änderungsverlauf, Kommentare | Ausgeblendete Tabellenblätter und Überarbeitungsinformationen bleiben zurück |
| Video | Aufnahmezeitpunkt, Geräteinformationen, Standortinformationen, Bearbeitungssoftware | Ton und Hintergründe werden ebenfalls zu Hinweisen |
| Audio | ID3-Tags, Aufnahmezeitpunkt, App-Informationen | Auch Stimmen und Hintergrundgeräusche prüfen |
| Komprimierte Dateien | Interne Dateinamen, Ordnernamen, unnötige Dateien | Daten aus der laufenden Arbeit können vermischt sein |
Metadaten sehen je nach Dateiformat unterschiedlich aus. Deshalb sollte man nicht mit einer einzigen Prüfmethode entscheiden, dass alles sicher ist.
Informationen, auf die man bei PDFs achten sollte
PDF ist ein Format, mit dem sich Dokumente leicht verteilen lassen. Wenn Materialien anonym veröffentlicht werden sollen, ist jedoch Vorsicht nötig.
In PDFs können Autorennamen, Erstellungsdatum und -zeit, Erstellungssoftware, Titel, Anmerkungen, eingebettete Dateien, Formularinformationen und ähnliche Daten zurückbleiben.
Außerdem kann die ursprüngliche Textinformation intern erhalten bleiben, auch wenn etwas optisch geschwärzt wirkt. Wenn lediglich ein schwarzes Rechteck als Bild darübergelegt wurde, kann der ursprüngliche Text durch Kopieren oder Suchen auslesbar sein.
| Was zu prüfen ist | Grund |
|---|---|
| Dokumenteigenschaften | Autorenname und Erstellungssoftware bleiben zurück |
| Anmerkungen | Kommentare und Bearbeitungsnotizen sind sichtbar |
| Eingebettete Dateien | Originalmaterial oder unnötige Daten sind enthalten |
| Schwärzung | Prüfen, ob der ursprüngliche Text intern nicht zurückbleibt |
| Dateiname | Fallnamen, Organisationsnamen oder echte Namen können enthalten sein |
PDFs wirken wie Dateien für die Veröffentlichung, aber ihre interne Struktur ist nicht unbedingt sicher. Bei Hochrisikomaterialien prüfen Sie mit lokalen Werkzeugen und erzeugen sie bei Bedarf in einer sichereren Form neu.
Informationen, auf die man bei Office-Dokumenten achten sollte
Office-Dokumente wie Word, Excel und PowerPoint sind Formate, in denen Arbeitsverläufe leicht zurückbleiben.
Sie können Autorennamen, Firmennamen, Änderungsverläufe, Kommentare, ausgeblendete Tabellenblätter, Vorlagen, Links, Verlauf gemeinsamer Bearbeitung und ähnliche Informationen enthalten.
Bei Whistleblowing- oder Recherchematerialien muss besonders sorgfältig überlegt werden, ob Office-Dokumente unverändert weitergegeben werden. Denn nicht nur der Inhalt des Dokuments, sondern auch wer es erstellt hat und in welcher Organisationsumgebung es bearbeitet wurde, kann zurückbleiben.
| Was zu prüfen ist | Sichtbare Informationen |
|---|---|
| Autor | Personenname oder Kontoname |
| Firmenname | Zugehörige Organisation oder Geräteeinstellungen |
| Änderungsverlauf | Wer welchen Teil bearbeitet hat |
| Kommentare | Interne Gespräche oder Spuren von Entscheidungen |
| Ausgeblendete Tabellenblätter | Nicht angezeigte Daten |
| Links | Interne Pfade oder Cloud-URLs |
Bei Office-Dokumenten ist es wichtig, nicht nur nach der sichtbaren Seite zu urteilen. Wenn eine Version für die Veröffentlichung erstellt wird, löschen Sie unnötige Verläufe, exportieren Sie in ein anderes Format und prüfen Sie danach erneut.
Informationen, auf die man bei Videos achten sollte
Bei Videos muss man sowohl auf Metadaten als auch auf den Inhalt achten.
Im Inneren der Datei können Aufnahmedatum und -zeit, Geräteinformationen, Standortinformationen, Bearbeitungssoftware und Kodierungsinformationen zurückbleiben. Zusätzlich können im Video selbst Gesichter, Hintergründe, Schilder, Uniformen, Fahrzeuge, Spiegelungen in Fenstern, Benachrichtigungen und Kontonamen auf dem Bildschirm zu sehen sein.
Da Videos mehr Informationen enthalten als Standbilder, ist auch die Prüfung der Anonymität schwieriger.
| Was zu prüfen ist | Grund |
|---|---|
| Aufnahmezeitpunkt | Verknüpft sich mit Handlungszeit oder Teilnahme vor Ort |
| Standortinformationen | Der Aufnahmeort wird erkennbar |
| Geräteinformationen | Verwendetes Modell oder Bearbeitungsumgebung wird sichtbar |
| Hintergrund | Gebäude, Schilder und Landschaft zeigen den Ort |
| Ton | Stimmen, Umgebungsgeräusche und Gespräche werden zu Hinweisen |
| Benachrichtigungen | Kontonamen oder Kontakte können sichtbar sein |
Bei Videos bleibt die Inhaltsprüfung auch dann notwendig, wenn Metadaten entfernt wurden. Selbst in einem kurzen Video können wenige Sekunden Hintergrund oder Ton einen Ort oder eine Person nahelegen.
Informationen, auf die man bei Audio achten sollte
Auch Audiodateien haben Metadaten.
MP3 und ähnliche Dateien können Tag-Informationen wie Titel, Künstler, Album, Erstellungssoftware und Kommentare enthalten. Auch Informationen zur Aufnahme-App oder Bearbeitungssoftware können zurückbleiben.
Außerdem ist bei Audio der Inhalt selbst ein starker Hinweis. Aus Stimme, Sprechweise, Dialekt, Hintergrundgeräuschen, Benachrichtigungstönen, Bahnhofsdurchsagen, Autogeräuschen, Raumhall und ähnlichen Details können Personen oder Orte abgeleitet werden.
| Was zu prüfen ist | Grund |
|---|---|
| ID3-Tags | Titel- oder Autoreninformationen bleiben zurück |
| Aufnahmezeitpunkt | Kann mit Handlungszeiten abgeglichen werden |
| Erstellungs-App | Wird zu einem Hinweis auf die Nutzungsumgebung |
| Stimme | Macht die Person selbst oder Beteiligte erkennbar |
| Hintergrundgeräusche | Zeigen Ort oder Situation |
Wenn Audio anonym veröffentlicht wird, reicht das Entfernen von Metadaten nicht aus. Prüfen Sie auch Stimmklang, Sprechweise und Hintergrundgeräusche.
Informationen, auf die man bei komprimierten Dateien achten sollte
Komprimierte Dateien wie ZIP-Dateien werden verwendet, wenn mehrere Dateien zusammen weitergegeben werden.
Bei komprimierten Dateien achten Sie auf interne Dateinamen, Ordnernamen, unnötige Dateien und Daten aus der laufenden Arbeit.
Auch wenn Sie zum Beispiel nur das PDF aufnehmen wollten, das veröffentlicht werden soll, können im selben Ordner das ursprüngliche Office-Dokument, Notizen, Screenshots oder versteckte Dateien mit hineingeraten. Auch Ordnernamen können echte Namen, Fallnamen oder Firmennamen enthalten.
Prüfen Sie bei einer komprimierten Datei immer den Inhalt, wenn Sie sie öffnen.
Grundlegender Prüfablauf
Der Prüfablauf ist unabhängig vom Dateiformat gleich.
| Phase | Was zu prüfen ist |
|---|---|
| 1 | Originaldatei nicht direkt veröffentlichen |
| 2 | Eine Veröffentlichungskopie erstellen |
| 3 | Den Dateinamen prüfen |
| 4 | Metadaten prüfen |
| 5 | Text, Bilder, Ton und Hintergrund prüfen |
| 6 | Nach Löschen oder Umwandlung erneut prüfen |
| 7 | Prüfen, wie die Upload-Zielseite sie der Gegenseite anzeigt |
Werkzeuge wie ExifTool werden verwendet, um Metadaten über mehrere Formate hinweg zu prüfen.
ExifTool ist ein verbreitetes lokales Werkzeug, mit dem Metadaten in mehreren Formaten wie Bildern, Videos und Dokumenten geprüft und bearbeitet werden können. Wenn man Unterschiede zwischen Dateiformaten lernt, ist es auch ein Einstieg, um tatsächlich zu prüfen, welche Informationen enthalten sind. URL : https://exiftool.org/
Bleiben Sie jedoch nicht bei den Ergebnissen eines Werkzeugs stehen. Werkzeuge helfen bei der Prüfung interner Informationen, aber Bildhintergründe, Dokumenttext, Audioinhalt und Besitzeranzeigen am Upload-Ziel müssen separat geprüft werden.
Zusammenfassung
Metadaten sind nicht nur ein Bildproblem.
Auch in PDFs, Office-Dokumenten, Videos, Audiodateien und komprimierten Dateien können Autor, Bearbeitungsverlauf, Erstellungssoftware, Tags, Standortinformationen, interne Dateinamen und ähnliche Informationen zurückbleiben.
Für Anonymität prüfen Sie Dateiinhalt und Metadaten getrennt. Auch wenn Metadaten entfernt wurden, können Identität oder Zugehörigkeit aus Text, Hintergrund, Ton, Spiegelungen, Dateinamen und Freigabeeinstellungen abgeleitet werden.
Vor der Veröffentlichung geben Sie nicht direkt die Originaldatei heraus, sondern erstellen eine Veröffentlichungskopie, prüfen je nach Format und prüfen nach dem Entfernen erneut. Das Weitergeben einer Datei kann bedeuten, nicht nur den Text, sondern auch die Erstellungsumgebung und den Weitergabeweg mitzugeben.
Verwandte Werkzeuge
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