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Privatpersonen

Kinderfotos und Risiken im KI-Zeitalter

Kinderfotos sind für Eltern und Familien Aufzeichnungen des Alltags.

Einschulung, Sportfest, Reisen, Geburtstage, Kurse, beiläufige Essensszenen. Alles wirkt wie ein natürlicher Post.

Fotos von Kindern, die ins Netz gelangen, bleiben jedoch lange bestehen, bevor die betroffene Person selbst entscheiden kann. Gesicht, Uniform, Schulname, gewohnte Orte, Familienstruktur und Wachstumsaufzeichnungen sammeln sich über die Zeit an.

Im KI-Zeitalter hat sich auch die Bedeutung von Fotos verändert.

Gesichtsabgleich, Bildersuche, Identitätsmissbrauch, Deepfakes sowie Kombinationen mit Ton und Video: Es gibt mehr Situationen, in denen man mit weniger Material näher an eine Person oder ihre Familie herankommt als früher.

Kinder haben diese Fotos nicht selbst gewählt

Bei Kinderfotos sollte zuerst an die Zustimmung der betroffenen Person gedacht werden.

Erwachsene können bis zu einem gewissen Grad entscheiden, wie weit sie ihr Gesicht und ihr Leben veröffentlichen. Kinder werden veröffentlicht, ohne diese Entscheidung treffen zu können.

Zudem bleiben veröffentlichte Fotos bis in die Zukunft bestehen.

Veröffentlichte InformationZukünftiges Risiko
Gesichtsfotoverbindet sich mit der späteren Person
Schule oder UniformSchulweg und gewohnte Orte werden vermutet
FamilienfotoEltern-Kind-Beziehung, Geschwister, Verwandtschaft werden sichtbar
VeranstaltungsfotoKlassenstufe, Region, Aktivitätsbereich werden sichtbar
AlltagsfotoWohnung, Gegenstände, Lebensstandard werden sichtbar

Kinderfotos sind Informationen, die man besser nicht nur nach dem heutigen niedlichen Eindruck beurteilt.

Für die spätere betroffene Person können sie zu einer Vergangenheit werden, die sie löschen möchte.

Was sich im KI-Zeitalter verändert hat

Das Risiko im KI-Zeitalter ist nicht nur, dass "ein Foto von jemandem gesehen wird".

Mit Gesichtsmerkmalen nach Bildern suchen. Aus Fotos Orte und Situationen ableiten. Mit Gesicht oder Stimme falsche Bilder oder Videos erstellen. Familienstruktur und gewohnte Orte zusammen analysieren.

Solche Handlungen rücken nicht nur Fachleuten, sondern auch gewöhnlichen Nutzenden näher.

RisikoErklärung
GesichtsabgleichAus mehreren Fotos wird geschlossen, dass es dasselbe Kind ist
Bildersuchefrühere Posts und Weiterveröffentlichungen werden gefunden
Missbrauch durch generative KIaus Gesichtsfotos werden falsche Bilder oder Material für Identitätsmissbrauch erstellt
Ableitung gewohnter OrteRegion wird über Hintergrund, Uniform, Ladenname oder Veranstaltung eingegrenzt
Ansammlung von WachstumsaufzeichnungenAlter, Schule und Familienstruktur werden chronologisch sichtbar

Ein einzelnes Foto mag unproblematisch wirken, doch bei mehreren Jahren Material verändert sich seine Bedeutung.

Bei Anonymität im KI-Zeitalter werden Menge und Ansammlung von Informationen zu einem großen Problem.

Besonders wichtig ist, dass Wachstumsaufzeichnungen von Kindern chronologisch bestehen bleiben.

Wenn jedes Jahr Fotos von Einschulung, Geburtstag, Reisen und Kursen nebeneinanderstehen, werden Alter, Klassenstufe, gewohnte Orte, Familienstruktur und regelmäßig besuchte Orte sichtbar. Das lässt sich auch ohne KI vermuten, aber im KI-Zeitalter wird es einfacher, viele Bilder nebeneinander zu ordnen.

Sich ansammelnde InformationWas sichtbar wird
Jährliche VeranstaltungsfotosAlter, Klassenstufe, Schulveranstaltungen
Fotos von KursenAktivitätsort, Wochentage, Beziehungen
ReisefotosFamilienstruktur, Bewegungsbereich, wirtschaftliche Lage
ZimmerfotosLebensumgebung, Gegenstände, Familieninformationen
Posting-ZeitLebensrhythmus, Schulweg und Bewegungen an freien Tagen

Gesicht verdecken bedeutet nicht zwingend sicher

Man kann nicht sagen, dass ein Foto sicher ist, nur weil das Gesicht mit einem Sticker verdeckt wurde.

Auch außerhalb des Gesichts gibt es Hinweise, die ein Kind identifizieren. Uniform, Namensschild, Schulranzen, Kursausrüstung, Gebäude im Hintergrund, Ladenname, Autokennzeichen, Aushänge von Schulveranstaltungen und Ähnliches.

Hinweise außer dem GesichtWas erkennbar wird
Uniform oder SportkleidungSchule oder Region
Namensschild oder StartnummerName, Klasse, Zugehörigkeit
Gebäude im HintergrundAufnahmeort oder gewohnte Orte
KursausrüstungBewegungsbereich oder Zeitplan
Posting-ZeitSchulweg, freie Tage, Veranstaltungstermine

Das Verdecken des Gesichts ist ein wirksamer Teil einer Gegenmaßnahme.

Wer jedoch nur auf das Gesicht schaut, übersieht Hintergrund und Umfeldinformationen.

Was vor dem Posten zu prüfen ist

Vor dem Posten von Kinderfotos werden Bildinhalt und Post-Text getrennt geprüft.

Man betrachtet, was aus dem Foto erkennbar ist, was aus dem Text erkennbar ist und was in Kombination mit alten Posts erkennbar wird.

PrüfpunktWorauf man schaut
Gesichtob Gesicht des Kindes oder von Freundinnen und Freunden klar sichtbar ist
Nameob auf Namensschildern, Gegenständen, Urkunden oder Aushängen Namen stehen
Ortob Schule, Bahnhof, Geschäft oder Nähe zur Wohnung erkennbar ist
Datumob Veranstaltungstermine oder Lebensrhythmus erkennbar werden
Post-Textob Klassenstufe, Schulname, Kurse oder Familienstruktur genannt werden
Veröffentlichungsbereichwer es sehen kann

Auch bei begrenztem Veröffentlichungsbereich können Screenshots und erneutes Teilen passieren.

Bei Fotos, deren Verbreitung wirklich problematisch wäre, muss man sich nicht nur auf den Veröffentlichungsbereich verlassen, sondern grundsätzlich entscheiden, sie nicht zu veröffentlichen.

Wie man bearbeitet, wenn man veröffentlicht

Es geht nicht darum, dass alle Kinderfotos niemals veröffentlicht werden dürfen.

Wenn man sie veröffentlicht, verringert man jedoch die Informationsmenge.

Eine Rückenansicht wählen, auf der das Gesicht nicht erscheint. Den Hintergrund beschneiden. Uniform und Namensschild nicht einbeziehen. Keine Beschreibung hinzufügen, die Schule oder Region erkennen lässt. Metadaten des Fotos entfernen. Den Veröffentlichungsbereich enger wählen.

MaßnahmeWirkung
Gesicht nicht zeigenGesichtsabgleich und Missbrauch verringern
Hintergrund beschneidenOrtsableitung verringern
Namensschild und Uniform verdeckenOffenlegung von Schule und Namen verringern
Post-Text verallgemeinernEingrenzung von Klassenstufe, Region und Termin vermeiden
Metadaten prüfen und entfernenOffenlegung von Aufnahmeort und Geräteinformationen verringern

Die Prüfung von Fotometadaten und Standortinformationen wird in einem anderen Artikel genauer behandelt.

Merken Sie sich hier: Bei Kinderfotos muss man "nicht nur das Gesicht, sondern auch Umfeldinformationen" betrachten.

Familienregeln festlegen

Kinderfotos erscheinen nicht nur auf den Konten der Eltern, sondern auch in Posts von Großeltern, Verwandten, Freundinnen und Freunden sowie Schulbeteiligten.

Auch wenn man selbst vorsichtig ist, verbreiten sich Informationen, wenn das Umfeld Gesicht oder Schulname zeigt. Es ist wichtig, innerhalb der Familie und unter nahestehenden Personen festzulegen, wie weit veröffentlicht werden darf.

RegelZweck
Keine Fotos veröffentlichen, auf denen das Gesicht erkennbar istGesichtsabgleich und Missbrauch verringern
Schulname und Uniform nicht zeigenIdentifizierung gewohnter Orte verhindern
Echtzeit-Posts vermeidenaktuellen Standort und geplante Bewegungen verbergen
Kinder anderer Menschen nicht abbildenandere Familien nicht hineinziehen
Freigabebereich festlegenVerbreitung innerhalb der Verwandtschaft begrenzen

Kinderfotos sind Familienaufzeichnungen und zugleich Informationen über die zukünftige betroffene Person. Erwachsene müssen sie nach Regeln behandeln.

Auch nichtöffentliche Wege zum Teilen bedenken

Wenn man Fotos nur der Familie zeigen möchte, muss man sie nicht in öffentlich sichtbaren sozialen Netzwerken posten.

Auf dem Gerät zeigen. Ein Album nur für die Familie nutzen. Ausgedruckt übergeben. Die Freigabedauer kurz halten. Nur Fotos senden, auf denen das Gesicht nicht erkennbar ist.

MethodeHinweis
Auf dem Gerät zeigengelangt nicht ins Internet
Begrenztes Albumauf Beteiligte und erneutes Teilen achten
Ausgedruckt übergebendigitale Verbreitung lässt sich verringern
Foto ohne GesichtStimmung bleibt erhalten, Identifikationsinformationen sinken
Zeitlich begrenzte FreigabeSpeichern und Screenshots können bleiben

Auch bei Familienalben oder begrenzten Alben können bei Cloud-Diensten Fotodaten, Zugriffslogs, teilnehmende Konten sowie Speicher- und Weiterfreigabeverläufe beim Dienst verbleiben. Nicht nur der Freigabebereich, sondern auch der Dienst, dem man die Daten übergibt, muss geprüft werden.

Je wichtiger ein Foto ist, desto stärker sollte man Veröffentlichung und Teilen getrennt betrachten. Wenn der Zweck darin besteht, es der Familie zu zeigen, muss es nicht an einem Ort liegen, der von der ganzen Welt aus sichtbar ist.

Zusammenfassung

Kinderfotos sind Informationen, die veröffentlicht werden, bevor die betroffene Person selbst entscheiden kann, und die bis in die Zukunft bestehen bleiben.

Im KI-Zeitalter verbinden sich Gesichtsfotos, Hintergründe, Uniformen, Schulveranstaltungen, Posting-Zeiten und frühere Fotos zu Material, das näher an Person und gewohnte Orte heranführt.

Nur das Gesicht zu verdecken reicht nicht.

Auch Namensschilder, Uniformen, Hintergründe, Post-Texte, Standortinformationen und Veröffentlichungsbereiche müssen geprüft werden.

Vor dem Posten von Kinderfotos sollte der Maßstab nicht sein: "Ist es jetzt niedlich?", sondern: "Würde die zukünftige betroffene Person diese Veröffentlichung wollen?" und "Was kann eine böswillige Gegenseite daraus herauslesen?"

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

Google Lens

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Face search

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Metadata inspection

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Metadata removal

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Audio and video

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