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Metadaten

Risiko der Identifizierung durch Hintergrund, Reflexionen und Text in Bildern

Bei der Anonymität von Bildern reicht es nicht aus, nur oder GPS zu betrachten.

Auch wenn Metadaten gelöscht werden, können Identität oder gewohnte Orte vermutet werden, wenn im Bild selbst Informationen sichtbar sind. Schilder im Hintergrund, der Blick aus dem Fenster, Unterlagen auf dem Schreibtisch, Uniformen, Reflexionen, Aushänge an der Wand und Benachrichtigungen auf dem Bildschirm. Solche Informationen werden durch Bildersuche oder menschliche Betrachtung gefunden.

Bei Anonymität muss der Inhalt des Bildes betrachtet werden.

Dieser Artikel ordnet ein, wie Hintergrund, Reflexionen und Text in Bildern zu Hinweisen werden. Die gesamte Bildprüfung wird im Artikel "Wie Bilder Anonymität brechen" behandelt.

Der Hintergrund zeigt gewohnte Orte

Im Hintergrund sind viele Informationen enthalten, die Orte zeigen.

Stationsnamen, Geschäftsnamen, Verkehrsschilder, Schulnamen, Firmenlogos, Gebäude, Berge oder Meer, auffällige Inneneinrichtung. Auch wenn die Person es selbst nicht bemerkt, kann es für Betrachtende erkennbar sein.

Was abgebildet istWas vermutet wirdHinweis
Schilder und WegweiserRegion, Geschäft, BahnhofAuch nach Unschärfung manchmal an Form oder Farbe erkennbar
GebäudeAufnahmeortAuffällige Fassaden sind leicht suchbar
ZimmerLebensumfeld, FamilienstrukturMerkmale sammeln sich in langfristigen Beiträgen
SchreibtischUnterlagen, Arbeitsplatz, SchuleAuch kleine Schrift wird vergrößert
Blick aus dem FensterRegion, Stockwerk, RichtungOrt wird aus der Landschaft vermutet

Bilder enthalten manchmal mehr Informationen als Text.

Vor dem Posten wird der Hintergrund vergrößert geprüft.

Auf Reflexionen achten

Reflexionen werden leicht übersehen.

In Spiegeln, Fenstern, Brillen, Smartphone-Bildschirmen, Metall, Autos, Glas und glänzenden Tischen können fotografierende Person, andere Seite des Zimmers, Bildschirm oder Unterlagen sichtbar werden.

Reflektierender GegenstandLeicht sichtbare InformationenWas zu prüfen ist
SpiegelGesicht, Kleidung, ZimmerGanzes Bild vergrößern
FensterFotografierende Person, AußenansichtMit geänderter Helligkeit prüfen
BrilleBildschirm, PersonenAuch bei verdecktem Gesicht Reflexion ansehen
Smartphone-BildschirmKontoname, BenachrichtigungenAuch schwarzer Bildschirm reflektiert
Metall oder AutoUmstehende Menschen oder GebäudeAuch kleine Reflexionen prüfen

Wenn ein Gesicht in der Reflexion sichtbar ist, hilft es nicht, das Gesicht im Hauptbild zu verdecken.

Reflexionen werden vor und nach der Bildbearbeitung geprüft.

Textinformationen sind starke Hinweise

Text im Bild ist ein sehr starker Hinweis.

Namensschild, Umschlag, Unterlagen, Aushang, Quittung, Lieferschein, Whiteboard, Tabname, Benachrichtigung, Dateiname. Auch klein geschrieben kann es durch Vergrößerung oder OCR lesbar sein.

TextartSichtbare InformationRisiko für Anonymität
Namensschild oder IDName, ZugehörigkeitFührt direkt zur Identifizierung
UnterlagenFirmenname, ProjektnameArbeitsplatz oder Beteiligte werden sichtbar
AushangSchule, Einrichtung, VeranstaltungOrt oder Datum wird sichtbar
BenachrichtigungKontakt, KontoVerbindung zur Klarnamenumgebung
DateinameEchter Name, Vorgang, OrdnerArbeitsumgebung wird sichtbar

"Zu klein zum Lesen" ist gefährlich.

Nach dem Posten ist davon auszugehen, dass andere vergrößern, Helligkeit anpassen und OCR einsetzen.

Auch Unschärfung hat Grenzen

Ein Teil eines Bildes zu verwischen kann wirksam sein.

Gefährlich bleibt es aber, wenn die Unschärfung schwach ist, der Bereich zu klein ist, sich die Information aus der Umgebung erschließen lässt oder das Originalbild an anderer Stelle verbleibt.

BearbeitungVerbleibendes RisikoWas zu prüfen ist
Schwache UnschärfungText oder Gesicht bleibt lesbarVergrößern und prüfen
Nur einen Teil verdeckenOrt wird aus Umgebung erkennbarGesamten Hintergrund ansehen
Nur Gesicht verdeckenKleidung oder Ort verrät PersonGanzen Körper und Umfeld ansehen
BildwiederverwendungVerbindung zu früheren BeiträgenBildersuche nutzen
Originalbild gespeichertLeck über anderen WegFreigaben und Cloud prüfen

Bei Hochrisiko-Bildern kann es nötig sein, ein Bild nicht zu veröffentlichen, statt nur Teile zu verwischen.

Prüfschritte vor dem Posten

Vor dem Posten eines Bildes wird die Sichtprüfung als Ablauf festgelegt.

Wenn man daran gewöhnt ist, sieht man oft nur Gesicht oder große Schrift. Für Anonymität werden jedoch auch kleine Schrift, Reflexionen, Bildränder, Benachrichtigungen und Dateinamen betrachtet.

SchrittWas geprüft wird
1Gesamtes Bild vergrößern
2Schilder, Gebäude und Blick aus dem Fenster im Hintergrund ansehen
3Prüfen, ob Gesicht oder Bildschirm in Reflexionen sichtbar sind
4Unterlagen, Namensschilder, Benachrichtigungen und Dateinamen lesen
5Per Bildersuche prüfen, ob es früher verwendet wurde
6Bearbeitetes Bild erneut prüfen

Bei Bildersuche ist auch das Senden des Bildes an einen externen Bildersuchdienst ein Risiko. Unveröffentlichte Hochrisiko-Bilder, Recherchematerial, interne Unterlagen und Bilder mit Betroffenen oder Minderjährigen werden nicht unverändert an externe Dienste hochgeladen. Falls nötig, wird mit einer Kopie geprüft, die nur den veröffentlichbaren Bereich enthält, oder es werden Methoden ohne externe Übertragung bevorzugt.

Bilder können nach der Veröffentlichung zugeschnitten weiterverwendet werden.

Auch wenn das Gesamtbild sicher wirkt, können Informationen lesbar werden, wenn ein Ausschnitt vergrößert wird. Vor dem Posten werden Zuschnitt und Vergrößerung selbst ausprobiert.

Unterschied zur Metadatenprüfung

Diese Prüfung ist getrennt von der Prüfung auf EXIF und GPS.

Auch wenn EXIF gelöscht wird, ist der Ort erkennbar, wenn im Hintergrund ein Stationsname sichtbar ist. Auch wenn GPS gelöscht wird, wird Verhalten sichtbar, wenn auf einer Quittung Ladenname und Uhrzeit zu sehen sind.

PrüfgegenstandSichtbare InformationGegenmaßnahme
MetadatenGPS, Aufnahmedatum, GeräteinformationenDurch Löschen oder Konvertieren reduzieren
HintergrundOrt, gewohnte OrteNicht aufnehmen, beschneiden, nicht veröffentlichen
ReflexionGesicht, Bildschirm, ZimmerUmgebung vor der Aufnahme vorbereiten
TextName, Firmenname, BenachrichtigungVergrößert prüfen
BildwiederverwendungFrüheres KontoMit Bildersuche prüfen

Bei Bildanonymität werden interne Informationen und sichtbares Erscheinungsbild gemeinsam geprüft.

Auch Informationen anderer beachten

Bilder enthalten auch Informationen über andere Menschen.

Passanten, Familie, Kolleginnen und Kollegen, Kinder, Autokennzeichen, Namensschilder, Unterlagen auf dem Schreibtisch. Wenn nur an die eigene Anonymität gedacht wird, können Menschen im Umfeld hineingezogen werden.

Was abgebildet istRisiko
Gesicht von PassantenVeröffentlichung ohne Zustimmung der Person
Familie oder KinderGewohnte Orte oder Schule werden sichtbar
Kolleginnen, Kollegen oder UniformenArbeitsplatz wird vermutet
Auto oder GegenständeEigentümer oder Region wird sichtbar
Unterlagen oder NamensschildName oder Zugehörigkeit erscheint

Bei Anonymität werden nicht nur die eigene Person, sondern auch abgebildete Menschen und Beteiligte geschützt.

Auch der Zweck des Bildes wird geprüft.

Ist es als Beleg nötig, soll es nur Atmosphäre vermitteln, oder kann eine Beschreibung es ersetzen? Je schwächer der Zweck eines Bildes ist, desto weniger kann sein Anonymitätsrisiko gerechtfertigt sein.

ZweckEntscheidung
Als Beleg nötigBearbeitung und Beratungsstelle sorgfältig wählen
SituationsbeschreibungAusschnitt verwenden oder durch Text ersetzen
Atmosphäre vermittelnAuch Nichtveröffentlichung erwägen
Ort erklärenDurch Text mit verallgemeinertem Ortsnamen ersetzen
Person erklärenGesicht und Körpermerkmale nicht zeigen

Bilder geben auf einmal mehr Informationen weiter als Text.

Informationen, die man im Text durch das Löschen eines Wortes entfernen könnte, erscheinen im Bild gleichzeitig als Hintergrund, Reflexion, Text, Zeit und Personen. Bei Beiträgen, die Anonymität priorisieren, wird vor dem Veröffentlichen eines Bildes immer gefragt, ob Text ausreicht.

Wenn nur ein Teil des Bildes gezeigt wird

Auch wenn ein Bild nötig ist, muss nicht unbedingt das ganze Bild gezeigt werden.

Wenn nur ein Teil eines Dokuments, eine defekte Stelle oder der für die Beschreibung nötige Bereich ausgeschnitten wird, lassen sich Hintergrund und Reflexionen reduzieren. Trotzdem können auch im Zuschnitt umliegende Schrift, Schatten, Reflexionen, Seitenverhältnis oder Dateiname verbleiben.

MethodeReduzierbare InformationenVerbleibender Hinweis
Nur nötigen Bereich ausschneidenHintergrund und PersonenUmliegender Text kann bleiben
Screenshot neu aufnehmenBenachrichtigungen und TabsBildschirmränder prüfen
Als Grafik neu erstellenHintergrund des OriginalsGenauigkeit nicht beschädigen
In Text erklärenBildbasierte InformationenPrüfen, ob Leser es verstehen
Nur begrenzt an Beratungsstelle teilenÖffentliche VerbreitungVertrauenswürdigkeit der Empfänger prüfen

Bei Bildanonymität wirkt die Entscheidung, nur den nötigen Bereich zu zeigen, stärker als die Bearbeitungstechnik.

Das Veröffentlichungsbild wird getrennt vom Original erstellt, und nur das bearbeitete Bild wird erneut geprüft.

Zusammenfassung

Bei Bildanonymität werden nicht nur EXIF und GPS, sondern auch Hintergrund, Reflexionen und Text im Bild geprüft.

Auch wenn Metadaten gelöscht werden, können gewohnte Orte oder Identität vermutet werden, wenn Schilder, Unterlagen, Benachrichtigungen, der Blick aus dem Fenster, Spiegel, Brillen oder Dateinamen sichtbar sind.

Vor dem Posten wird das Bild vergrößert, Helligkeit und Reflexionen werden geprüft, und es wird kontrolliert, ob Text lesbar ist.

Unschärfung ist nützlich, aber nicht allmächtig.

Bei Anonymität wird vor der Bearbeitung eines Bildes gefragt, ob dieses Bild überhaupt veröffentlicht werden muss.

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

Google Lens

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Metadata inspection

ExifTool

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Metadata removal

MAT2

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Audio and video

FFmpeg

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