Wie man personenbezogene Daten in Suchergebnissen prüft
Personenbezogene Daten bleiben nicht nur dort, wo man sie selbst direkt veröffentlicht hat.
Sie können in Suchergebnissen, alten Profilen, Schul- oder Unternehmensseiten, Veranstaltungsankündigungen, PDFs, der Bildersuche, Archiven und Drittseiten bleiben.
Wenn man über Anonymität nachdenkt, muss man zuerst nach sich selbst suchen.
Das ist keine peinliche Arbeit. Es ist eine grundlegende Arbeit, um Informationen, die eine Gegenseite beim Suchen sehen würde, zuerst selbst zu kennen.
Wonach gesucht wird
Zuerst sucht man nicht nur nach dem Klarnamen.
Auch frühere Nachnamen, lateinische Schreibweisen, Spitznamen, alte Handles, Social-Media-IDs, Teile der E-Mail-Adresse, Teile der Telefonnummer, Profiltexte und Kombinationen mit Zugehörigkeiten werden geprüft.
Suchbegriffe werden nicht nur einzeln, sondern auch kombiniert.
Wenn man zum Beispiel "Klarname + Region", "Handle + Hobby" oder "Social-Media-ID + Bild" prüft, können Informationen erscheinen, die bei Einzelsuche nicht sichtbar waren.
Allerdings kann auch die Suche selbst aufgezeichnet werden. Wenn man mit einem Klarnamen-Suchdienst angemeldet ist, den Alltagsbrowser, das Netzwerk von Arbeitsplatz oder Schule oder ein verwaltetes Gerät nutzt, werden Suchbegriffe und aufgerufene Ziele zu anderen Logs. Prüfungen, die mit anonymer Aktivität zusammenhängen, sollten auch nach der Untersuchungsumgebung getrennt betrachtet werden.
Auch Bildersuche durchführen
Bei der Prüfung personenbezogener Daten ist Bildersuche wichtig.
Gesichtsfotos, Icons, früher verwendete Profilbilder, Zimmerfotos und Veranstaltungsfotos verbinden Konten stärker als Text.
Bild
Was geprüft wird
Gesichtsfoto
ob es auf Klarnamenseiten oder früheren Konten erscheint
Icon
ob es in mehreren Diensten wiederverwendet wird
Zimmer oder Gegenstände
ob sie mit Lebensumgebung oder alten Posts zusammenhängen
Veranstaltungsfoto
ob Teilnehmende, Ort oder Zugehörigkeit sichtbar sind
Kinder- oder Familienfoto
ob Familienstruktur oder Schule vermutet werden
Wenn dasselbe Bild wiederverwendet wird, verbinden sich anonymes Konto und Klarnamenkonto leicht.
Auch bearbeitete Bilder können über Originalbilder oder ähnliche Bilder gefunden werden.
Bei der Bildersuche werden nicht nur Gesichtsfotos, sondern auch Icons und Hintergrundfotos geprüft. Frühere Landschaftsfotos, Haustiere, Zimmer, Gegenstände oder Illustrationen können Hinweise auf andere Konten sein.
Allerdings ist auch das Senden eines Bildes an eine Bildersuche selbst zu beachten. Wenn unveröffentlichte Fotos, Gesichter, Familie oder Beteiligte, Innenräume, Arbeitsplatz, Schule oder Hochrisiko-Materialbilder zu externen Diensten hochgeladen werden, können diese Suche oder dieser Upload auf Dienstseite aufgezeichnet oder verarbeitet werden. Bei Bildern, die für die Prüfung genutzt werden, entscheidet man zuerst, in welchem Umfang sie herausgegeben werden dürfen.
Auch wenn das Bild selbst nicht identisch ist, werden gewohnte Orte sichtbar, wenn derselbe Aufnahmeort oder dasselbe Zimmer immer wieder erscheint. Auch bei neuen Bildern in anonymen Konten prüft man, ob Hintergrund oder Gegenstände mit früheren Bildern überlappen.
Wo man in Suchergebnissen hinschaut
In Suchergebnissen schaut man nicht nur auf geöffnete Seiten, sondern auch auf die angezeigten Ausschnitte.
Denn Titel, Beschreibung, Bild-Thumbnails, URL und cacheähnliche Informationen sind das, was einer Gegenseite zuerst sichtbar wird.
Stelle
Hinweis
Titel
ob Klarname, Zugehörigkeit, Rolle oder Veranstaltungsname erscheint
Beschreibung
ob gelöschte alte Informationen zurückgeblieben sind
URL
ob Name, ID, Suchbegriff oder Zugehörigkeit enthalten ist
Bild
ob Gesicht, Hintergrund, Familie oder Arbeitsplatz erscheint
Quelle
prüfen, ob sie unter eigener Kontrolle steht oder eine Drittseite ist
Suchergebnisse sind nicht die Selbstvorstellung, die eine Person beabsichtigt hat.
Sie erscheinen als von außen ausgeschnittene Informationen und werden ohne Kontext beurteilt.
Gefundene Informationen klassifizieren
Gefundene Informationen werden zuerst klassifiziert, statt sofort gelöscht zu werden.
Man trennt, was sichtbar ist, wen es betrifft und ob es sich mit heutiger anonymer Aktivität verbindet.
Kategorie
Beispiele
Priorität
Direkte Identifikatoren
Klarname, Adresse, Telefonnummer, Gesichtsfoto
hoch
Zugehörigkeitsinformationen
Schule, Unternehmen, Abteilung, Rolle
hoch
Gewohnte Orte
nächster Bahnhof, häufig besuchte Geschäfte, Region
Wenn man versucht, alles auf einmal zu bearbeiten, lässt es sich nicht durchhalten.
Umgang damit
Bei Seiten, die man selbst verwaltet, löscht man Inhalte, stellt sie privat, ändert Profile oder ersetzt Bilder.
Bei Seiten, die man nicht selbst verwaltet, prüft man Löschanfragen an die Quelle, Aktualisierungsanfragen an Suchmaschinen und das Entfernen unnötiger Links.
Verwaltung wegen veröffentlichter Inhalte kontaktieren
Drittseite
Löschanfrage oder Anfrage stellen
Nur Suchergebnis ist alt
Aktualisierung auf Suchmaschinenseite abwarten oder Aktualisierungsanfrage prüfen
Löschanfragen werden nicht immer akzeptiert.
Gerade deshalb braucht man eine Praxis, die mit verbleibenden Informationen rechnet und sie nicht mit künftigen Posts verbindet.
Suchergebnisse verändern sich mit Zeitversatz
Suchergebnisse bestehen nicht nur aus dem, was gerade sichtbar ist.
Auch nach dem Löschen einer Seite können alte Informationen eine Zeit lang in der Beschreibung eines Suchergebnisses bleiben. Umgekehrt können alte Seiten, die jetzt nicht gefunden werden, später in der Suche erscheinen.
Zustand
Hinweis
Direkt nach Korrektur einer Seite
alte Beschreibung kann im Suchergebnis bleiben
Nach Löschung einer Seite
die Übernahme in Suchergebnisse braucht Zeit
Alter Dienst
Archive und Weiterveröffentlichungen können auch nach Schließung bleiben
Nach Beginn neuer Aktivität
frühere Informationen können über Kombinationen von Suchbegriffen gefunden werden
Suchprüfung ist nicht mit einem Mal abgeschlossen. Vor wichtigen Veröffentlichungen oder vor Beginn einer neuen anonymen Aktivität prüft man wiederholt.
Auch Nichtfunde festhalten
Auch wenn bei der Suche nichts gefunden wird, hat dieses Ergebnis Bedeutung.
Mit welchem Namen wurde gesucht? Welche Bilder wurden geprüft? Welche Konten wurden geprüft? Welche Informationen wurden nicht gefunden?
Eine einfache Notiz hilft, beim nächsten Review nicht dieselbe Arbeit zu wiederholen.
Was festgehalten wird
Nützliche Situation
Suchbegriffe
verringern Auslassungen bei der nächsten Überprüfung
Gefundene Seiten
zeigen, ob sie bereits bearbeitet wurden
Ziele von Löschanfragen
Antwort und Bearbeitungsstand lassen sich verfolgen
Verbleibende Informationen
werden in heutigen Posts nicht erneut gestapelt
Nicht gefundene Informationen
neue Veränderungen fallen leichter auf
Personenbezogene Suche ist keine einmalige Reinigung, sondern eine fortlaufende Prüfung. Aufzeichnungen helfen, gefundene Informationen in die künftige Praxis zu übernehmen. Allerdings sind auch Notizen mit Suchbegriffen, URLs, Löschanfrage-Zielen und gefundenen Informationen sensible Materialien. Wenn sie in einer Klarnamen-Cloud, auf Geräten von Arbeitsplatz oder Schule oder in Notizen mit weitem Freigabebereich gespeichert werden, wird diese Aufzeichnung selbst zu einem Hinweis, der anonyme Aktivität mit der Klarnamenumgebung verbindet.
Aus Sicht anderer suchen
Beim Suchen probiert man nicht nur die Informationen, die man selbst kennt, sondern auch Kombinationen von Informationen, die andere kennen.
Eine bekannte Person kennt vielleicht Klarname und Schulname. Menschen am Arbeitsplatz kennen vielleicht Abteilung oder frühere Zuständigkeiten. Lesende in sozialen Netzwerken kennen vielleicht Handle und Hobby.
Man muss nicht aggressiv denken, aber wenn man sich vorstellt, "welche Informationen die andere Seite beim Suchen bereits kennt", verringert man Auslassungen.
Zusammenfassung
Personenbezogene Daten in Suchergebnissen werden zum Einstieg in Anonymität.
Nicht nur Klarname, sondern auch alte Handles, Social-Media-IDs, E-Mail-Adresse, Profiltext und Bilder werden geprüft.
Man schaut auf Titel, Beschreibung, URL, Bild-Thumbnails und Quellen von Suchergebnissen.
Gefundene Informationen werden in direkte Identifikatoren, Zugehörigkeitsinformationen, gewohnte Orte, frühere Konten und Informationen über Menschen im Umfeld eingeteilt.
Wichtig ist, Informationen, die über Suche auffindbar sind, zuerst selbst zu kennen.
Bevor eine Gegenseite sie findet, findet man sie selbst und verringert Hinweise, die verringerbar sind.
Verwandte Werkzeuge
Archive check
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
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