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Journalisten

Prüfung von Foto-, Video- und Audiomaterial vor der Veröffentlichung

Fotos, Videos und Audio geben Artikeln starke Überzeugungskraft.

Szenen vor Ort, Stimmen von Zeugenaussagen, Bilder interner Unterlagen und Aufzeichnungen von Schäden vermitteln Leserinnen und Lesern viel. Gleichzeitig enthalten sie viele Hinweise, mit denen Quellen und Beteiligte identifiziert werden können.

Bei der Prüfung vor Veröffentlichung schaut man nicht nur auf das, "was gezeigt werden soll", sondern auch auf das, "was ungewollt sichtbar wird".

Was bei Fotos zu prüfen ist

In Fotos bleiben Informationen in Hintergrund und Reflexionen zurück.

Gesichter, Körperform, Uniformen, Namensschilder, Autokennzeichen, Gebäude, der Blick aus Fenstern, Aushänge, Dokumente und kleine Gegenstände auf dem Schreibtisch werden geprüft.

PrüfpunktRisiko
Gesichter und KörperformBetroffene, Quellen und Personen im Umfeld werden identifiziert
Uniformen und NamensschilderZugehörigkeit, Schule oder Arbeitsplatz werden sichtbar
Gebäude im HintergrundAufnahmeort oder gewohnte Orte werden sichtbar
ReflexionenAufnehmende Person oder Personen im Umfeld erscheinen
Dokumente und BildschirmeNamen, IDs, Projektnamen und Benachrichtigungen erscheinen

Fotos werden vergrößert geprüft.

Auch wenn sie im Artikel klein erscheinen, können Leser Bilder speichern, vergrößern und Helligkeit verändern.

Bei Fotos wird oft nicht das gewünschte Hauptmotiv, sondern die Umgebung zum Problem. Auch wenn das Gesicht der Quelle nicht gezeigt wird, können Dokumente auf dem Tisch, der Blick aus dem Fenster, Reflexionen, Aushänge, Uniformen, Mitarbeiterausweise oder Gebäudemerkmale Ort und Zugehörigkeit verraten. Wenn auf der Artikelseite nur zugeschnitten wurde, aber das Originalbild auf dem Veröffentlichungsserver oder im gemeinsamen Ordner bleibt, reicht die Bearbeitung der veröffentlichten Version nicht aus.

Bei Fotos wird nicht nur die veröffentlichte Version, sondern auch der Umgang mit den Originaldaten geprüft. Zugeschnittene Veröffentlichungsversionen, unbearbeitete Bilder, weitere Aufnahmen und Vorschaubilder werden getrennt verwaltet.

Was bei Videos zu prüfen ist

Videos enthalten mehr Informationen als Fotos.

Schon in wenigen Sekunden können Gesichter, Stimmen, Gangart, Hintergrundgeräusche, Bewegungsroute, Bildschirmbenachrichtigungen und Reflexionen der aufnehmenden Person erscheinen.

PrüfpunktRisiko
Personen im BildIdentifizierung über Gesicht, Kleidung und Bewegung
HintergrundgeräuscheBahnhofsnamen, interne Durchsagen oder gerufene Namen
AufnahmepositionEingrenzung der aufnehmenden Person danach, von wo die Aufnahme möglich ist
TageszeitAbgleich mit Arbeitsaufzeichnungen oder Überwachungskameras
Vor und nach dem SchnittInformationen bleiben in unnötigen Teilen

Videos müssen angehalten und Bild für Bild betrachtet werden.

Beim bloßen Abspielen übersieht man Reflexionen und Benachrichtigungen.

Weil Videos zeitlich verlaufen, können gefährliche Informationen nur für einen Moment erscheinen. Benachrichtigungen am Bildschirmrand, Spiegelungen in Fenstern, Bahnhofsnamen während der Bewegung, Namen in Gesprächen, Autokennzeichen oder Schatten der aufnehmenden Person. Auch kurze Videos werden angehalten und geprüft.

Auch bearbeitete Videos brauchen Aufmerksamkeit. Bearbeitungsprojekte, Untertiteldateien, Vorschaubilder, ungenutzte Spuren und Originalvideos können erhalten bleiben. Die Datei, die für die Veröffentlichung exportiert wurde, wird in einer anderen Umgebung erneut geprüft.

Was bei Audio zu prüfen ist

Bei Audiomaterial wird nicht nur das Gesagte geprüft, sondern auch die Stimme selbst und die Hintergrundgeräusche.

Stimmfarbe, Dialekt, Sprechgewohnheiten, arbeitsplatztypische Wörter, Umgebungsgeräusche, Maschinengeräusche, Bahnhofsdurchsagen und Zurufe werden zu Hinweisen.

PrüfpunktRisiko
StimmfarbeAussageperson wird identifiziert
Dialekt und SprechweiseRegion oder Merkmale werden vermutet
FachbegriffeArbeitsplatz oder Abteilung wird eingegrenzt
HintergrundgeräuscheOrt, Zeit und Umgebung werden sichtbar
ZurufeNamen oder Funktionen erscheinen

Auch wenn Audio bearbeitet wird, kann die Quelle aus Inhalt oder Hintergrundgeräuschen erkennbar werden.

"Die Stimme wurde verändert, also ist es sicher" ist keine ausreichende Annahme.

Stimme ist eine starke Identifizierungsinformation. Stimmfarbe, Sprechweise, Dialekt, wiederkehrende Formulierungen, Pausen und Nutzung von Fachbegriffen können auf eine Person hinweisen. Außerdem enthalten Hintergrundgeräusche Ortsinformationen. Bahnhofsdurchsagen, interne Ansagen, Maschinengeräusche, Schulglocken, Ladenmusik und gerufene Namen gehören dazu.

Auch bei Transkriptionen ist Vorsicht nötig. Wenn Eigennamen, Chronologien oder arbeitsplatztypische Formulierungen unverändert erscheinen, wird die Quelle eingegrenzt.

Wenn für Transkription, Rauschreduzierung, Korrektur, Umwandlung oder Metadatenprüfung externe KI, Cloud-Bearbeitung oder Online-Konverter genutzt werden, können Material selbst oder Nutzungsverläufe an externe Dienste gesendet werden. Bei hochriskantem Material werden lokal oder offline nutzbare Methoden bevorzugt, und zuerst wird entschieden, ob dieses Material an externe Dienste hochgeladen werden darf.

Metadaten und Dateiinformationen

Fotos, Videos und Audiodateien können Metadaten enthalten.

Dazu gehören Aufnahmezeit, Geräteinformationen, GPS, Bearbeitungssoftware, Dateiname und interne Vorschaubilder.

InformationVorsichtspunkt
GPSAufnahmeort wird sichtbar
AufnahmezeitAbgleich mit Vorfall, Arbeit oder Zutrittslogs
GeräteinformationenGerät oder Umgebung der aufnehmenden Person wird vermutet
DateinameKlarname, Projektname oder Ort ist enthalten
BearbeitungsverlaufBearbeitende Person oder Organisationsname bleibt

Methoden zur Metadatenprüfung werden auch in einem anderen Artikel behandelt.

Metadaten können Aufnahmezeit, GPS, Gerätename, Bearbeitungssoftware, Ersteller und Dateiname enthalten. Sie werden beim Empfang des Materials, beim Teilen innerhalb der Redaktion und bei der Veröffentlichung geprüft. Wenn nur vor Veröffentlichung geprüft wird, kann es zu spät sein, falls Originaldaten bereits in der Redaktion breit geteilt wurden.

Werkzeuge helfen bei der Metadatenprüfung, können aber Hintergrund und Audioinhalt nicht beurteilen. Werkzeugprüfung und menschliche Prüfung werden kombiniert.

Vorsicht beim Bearbeiten für die Veröffentlichung

Unschärfung, Mosaik, Stimmveränderung und Zuschneiden sind wirksam, werden aber bei grober Anwendung selbst gefährlich.

Originaldateien bleiben auf dem Veröffentlichungsserver. Eine nicht unscharf gemachte andere Aufnahme erscheint. Trotz Stimmveränderung bleiben Hintergrundgeräusche. Das Bearbeitungsprojekt enthält Originaldaten. Solche Fehler kommen vor.

BearbeitungVorsichtspunkt
UnschärfungAuch Uniform, Hintergrund und Namensschild außerhalb des Gesichts prüfen
ZuschneidenSo veröffentlichen, dass das Originalbild nicht zurückbleibt
AudiobearbeitungAuch Hintergrundgeräusche und Gesprächsinhalt prüfen
UntertitelungEigennamen und Chronologie nicht zu genau ausgeben
Neu-EncodingPrüfen, ob Metadaten oder Originalspuren zurückbleiben

Es ist wünschenswert, dass eine andere Person die bearbeitete Veröffentlichungsdatei erneut prüft.

Zuerst wird der Zweck der Bearbeitung festgelegt. Wessen Gesicht wird verborgen? Welcher Ort wird verborgen? Welche Stimme wird geschützt? Welche Information brauchen die Leser? Wenn der Zweck unklar bleibt, können schutzbedürftige Informationen erhalten bleiben und nötige Informationen verschwinden.

Rollen vor der Veröffentlichung

Fotos, Videos und Audio sind Materialarten, bei denen eine Einzelperson leicht etwas übersieht. Aufnehmende Person, Bearbeitung, Artikelverantwortliche und Menschen mit Quellenschutzperspektive sehen unterschiedliche Dinge. Je mehr Prüfende es gibt, desto größer wird jedoch auch der Freigabebereich des Materials; daher wird auf die nötigen Personen begrenzt.

Prüfende PersonBlickwinkel
ArtikelverantwortlicheKontext und nötige Informationen
MaterialverantwortlicheBearbeitungslücken, Originaldaten, Export-Einstellungen
QuellenschutzverantwortlicheGesicht, Ort, Zeit, Auswirkungen auf Beteiligte
Redaktionelle VerantwortungVeröffentlichungsentscheidung und Risikoabwägung

Die Prüfung vor Veröffentlichung ist keine reine Qualitätskontrolle des Materials. Sie ist eine Sicherheitsprüfung, um Informationen zu verringern, die zu Quellen und Beteiligten zurückführen.

Materialverwaltung nach Veröffentlichung

Auch nach der Veröffentlichung geht die Verwaltung der Originalmaterialien weiter. Wenn unbearbeitete Fotos, Videos, Audiodateien, Bearbeitungsprojekte, Untertiteldateien und weitere Aufnahmen in breiten gemeinsamen Ordnern liegen, können sie später leaken. Selbst wenn die veröffentlichte Version sicherer gemacht wurde, bleibt das Risiko bestehen, wenn Originalmaterial erhalten bleibt.

Für jedes Material wird entschieden, was aufbewahrt wird, was gelöscht wird und wer Zugriff hat. Wenn etwas wegen seines Beweiswerts aufbewahrt werden muss, werden Speicherort und Berechtigungen klar festgelegt.

Zusammenfassung

Foto-, Video- und Audiomaterial erhöht die Überzeugungskraft von Recherchen.

Gleichzeitig enthält es viele Hinweise, mit denen Quellen und Beteiligte identifiziert werden können.

Bei Fotos werden Gesichter, Hintergrund, Reflexionen und Text geprüft. Bei Videos werden Ton, Bewegung, Aufnahmeposition und Benachrichtigungen geprüft. Bei Audio werden Stimmfarbe, Dialekt, Hintergrundgeräusche und Fachbegriffe geprüft.

Zusätzlich werden Metadaten wie GPS, Aufnahmezeit, Geräteinformationen und Dateiname betrachtet.

Bei der Prüfung vor Veröffentlichung ist wichtig, nicht nur die Informationen zu betrachten, die den Lesern gezeigt werden sollen, sondern auch, ob Informationen zurückbleiben, die zur Quelle zurückführen.

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

Google Lens

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Metadata inspection

ExifTool

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Metadata removal

MAT2

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Audio and video

FFmpeg

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Whistleblower submission

SecureDrop

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Whistleblower platform

GlobaLeaks

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