Checkliste vor der Veröffentlichung: für Privatpersonen
Prüfen Sie vor alltäglichen Posts Namen, Gesichter, Adressen, Familie, Freundinnen und Freunde, Fotos, Videos, alte Posts, Dateifreigaben und Veröffentlichungsbereich.
Social-Media-Posts, Fotos, Blogs, Bewertungen, Beratungsnachrichten, Dateifreigaben.
Veröffentlichungen von Privatpersonen sind nicht nur besondere öffentliche Aussagen. Die Summe alltäglicher Posts verbindet sich mit Person, Familie, Kindern, Freundinnen/Freunden, Arbeitsplatz und gewohnten Orten.
Diese Checkliste ist dazu da, vor dem Posten innezuhalten.
Ziel ist nicht, alles perfekt zu entfernen. Ziel ist, Informationen, die nach der Veröffentlichung Probleme machen können, vorher zu finden und zu verringern.
Zuerst prüfen
Zuerst werden direkte personenbezogene Daten geprüft.
Man schaut, ob Name, Gesicht, Adresse, Schule, Arbeitsplatz, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, ID, Benachrichtigungen, Versandetiketten oder Namensschilder erscheinen.
| Prüfpunkt | Ort, an dem man schaut |
|---|---|
| Name | Text, Bild, Namensschild, Dokumente, Bildschirmbenachrichtigungen |
| Gesicht | Fotos, Videos, Spiegelungen, Gruppenfotos |
| Adressnahe Informationen | Hintergrund, Versandetiketten, nächster Bahnhof, Ortsname |
| Schule/Arbeitsplatz | Uniform, Firmenname, Aushänge, E-Mail-Bildschirm |
| Kontaktinformationen | E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Social-Media-ID |
Wenn direkte Informationen sichtbar sind, entscheidet man vor der Veröffentlichung, sie zu entfernen, unscharf zu machen, auszuschneiden oder den Post nicht zu veröffentlichen.
Werden Familie oder Freundinnen/Freunde hineingezogen?
Bei Posts von Privatpersonen werden Menschen im Umfeld leicht hineingezogen.
Auch wenn man selbst veröffentlichen möchte, haben Kinder, Familie, Freundinnen/Freunde oder Kolleginnen/Kollegen vielleicht nicht zugestimmt.
| Prüfpunkt | Hinweis |
|---|---|
| Gesicht eines Kindes | wird zu Informationen, die bis in die Zukunft bleiben |
| Uniform oder Schulveranstaltung | Schule oder Region wird erkennbar |
| Gesicht oder Name von Freundinnen/Freunden | Zustimmung der Gegenseite ist nötig |
| Gesprächs-Screenshot | Icon, Name und Benachrichtigungen der Gegenseite bleiben |
| Arbeitsplatzthemen | Kolleginnen/Kollegen oder Abteilung werden vermutet |
Anonymität betrifft nicht nur einen selbst.
Man prüft, wessen Informationen der eigene Post nach außen gibt.
Fotos und Videos prüfen
Fotos und Videos enthalten viele Informationen.
Auch bei verdecktem Gesicht können Hintergrund, Spiegelungen, Text, Ton, Standortinformationen und Post-Text etwas verraten.
| Prüfpunkt | Worauf man schaut |
|---|---|
| Hintergrund | Ladenname, Bahnhof, Schule, Arbeitsplatz, Fensterblick |
| Spiegelung | Spiegel, Glas, Smartphone-Bildschirm, Metall |
| Text | Namensschild, Dokumente, Aushänge, Versandetiketten |
| Ton | gerufene Namen, Bahnhofsdurchsagen, Arbeitsplatzgeräusche |
| Metadaten | GPS, Aufnahmezeit, Gerät, Dateiname |
In Videos fließen mehr Informationen als in Fotos.
Schon wenige Sekunden Video können Hintergrundgeräusche, Bildschirmbenachrichtigungen, Spiegelungen und Bewegungswege enthalten.
Bei der Prüfung ist wichtig, nicht nur nach der kleinen Vorschau auf dem Posting-Bildschirm zu urteilen.
Auch wenn es auf dem Smartphone nicht sichtbar ist, können Schrift und Hintergrund auf einem größeren PC-Bildschirm lesbar werden. Vergrößern Sie das Bild und prüfen Sie Ränder, Spiegelungen, Fensterblicke, Schreibtisch und Benachrichtigungsbereich.
| Prüfreihenfolge | Grund |
|---|---|
| Gesamtbild ansehen | erfassen, was sichtbar ist |
| Vergrößern | kleine Schrift und Spiegelungen finden |
| Ränder ansehen | vergessene Dokumente und Benachrichtigungen bleiben dort leicht |
| Ton anhören | Namen, Ortsnamen und Hintergrundgeräusche können enthalten sein |
| Mit Post-Text zusammen betrachten | schwache Hinweise im Bild werden durch Text verstärkt |
Verbindung mit früheren Informationen
Auch wenn heutige Posts keine personenbezogenen Daten enthalten, werden sie gefährlich, wenn sie mit alten Posts verbunden werden.
Wenn alte Handles, dasselbe Icon, dieselben typischen Ausdrücke, dieselben Hobbys oder Erzählungen über dieselbe Region erscheinen, verbinden sich getrennte Konten.
| Verbindendes Element | Was geprüft wird |
|---|---|
| Handle | ob es früheren Konten ähnelt |
| Icon | ob es aus Klarnamenkonten wiederverwendet wird |
| Profiltext | ob dieselbe Selbstbeschreibung genutzt wird |
| Schreibstil | ob charakteristische Formulierungen auffallen |
| Themen | ob Arbeitsplatz, Region oder Familienstruktur wiederholt erscheinen |
Bei Unsicherheit sucht man vor dem Posten nach eigenem Namen, alten Handles, Profiltext und bereits veröffentlichten Bildern. Wenn jedoch Gesichtsfotos oder unveröffentlichte Bilder zu externen Diensten hochgeladen werden, kann diese Prüfung selbst zu einem neuen Datensatz werden.
Dateifreigaben prüfen
Beim Senden von Dateien gibt es mehr Prüfpunkte als bei Posts.
Bei Cloud-Freigaben, Social-Media-DMs und E-Mail-Anhängen bleiben Informationen außerhalb der Datei selbst.
| Prüfpunkt | Grund |
|---|---|
| Sendekonto | Klarname oder Arbeitsplatzkonto wird sichtbar |
| Freigabeeinstellung | unbeabsichtigte Personen können zugreifen |
| Dateiname | enthält Klarname, Datum oder Ort |
| Metadaten | Ersteller, Aufnahmeort, Bearbeitungsverlauf bleiben |
| Benachrichtigungen und Logs | wer wann geöffnet hat, wird aufgezeichnet |
Die Grundregel ist, Dateien, die Anonymität erfordern, nicht aus dem gewöhnlich genutzten Klarnamenkonto zu senden.
Letzte Fragen vor der Veröffentlichung
Am Ende prüft man die folgenden Fragen zusammen.
| Frage | Zweck |
|---|---|
| Wessen Informationen erscheinen durch diesen Post? | Hineinziehen anderer Menschen verhindern |
| Wäre es in einigen Jahren noch unproblematisch, wenn es bleibt? | langfristige Veröffentlichung bedenken |
| Womit verbindet es sich, wenn danach gesucht wird? | Korrelation mit früheren Informationen betrachten |
| Ist es akzeptabel, wenn ein Screenshot gemacht wird? | Nichtlöschbarkeit voraussetzen |
| Verbindet es sich nicht mit einem Klarnamenkonto? | Kontokorrelation verhindern |
Bei Posts, bei denen man zögert, gibt es Optionen: nicht veröffentlichen, Informationen verringern, Zeit verstreichen lassen, Veröffentlichungsbereich verengen oder anders formulieren.
Veröffentlichungsbereiche nicht überschätzen
Auch wenn der Veröffentlichungsbereich auf "nur Freunde" oder "begrenzt" gesetzt ist, ist das nicht vollständig beruhigend.
Durch Screenshots, Zitate, Weiterleitungen, Änderungen der Freigabeeinstellung und Anzeigen auf Geräten der Gegenseite kann sich etwas weiter verbreiten als erwartet. Begrenzte Veröffentlichung ist ein Mittel zur Risikoreduktion, bedeutet aber nicht, dass nach der Veröffentlichung vollständige Kontrolle besteht.
| Einstellung | Verbleibendes Risiko |
|---|---|
| Nur Freunde | Freundinnen/Freunde können speichern oder weiterleiten |
| Begrenzter Link | verbreitet sich, wenn mehr Menschen den Link kennen |
| Temporärer Post | bleibt durch Screenshots bestehen |
| Private Gruppe | Mitglieder können Inhalte nach außen tragen |
Nicht "weil es begrenzt ist, darf ich es veröffentlichen", sondern "Informationen so weit verringern, dass es auch bei Verbreitung nicht problematisch ist" sollte der Maßstab sein.
Eilige Posts sind besonders gefährlich
Vorabprüfungen fallen besonders leicht aus, wenn Gefühle stark sind.
Man ist wütend. Man ist unsicher. Man möchte jemanden sofort informieren. Man möchte aus dem Moment heraus ein Foto oder einen Screenshot veröffentlichen.
Gerade dann werden Namen, Benachrichtigungen, Orte und Informationen der Gegenseite leicht übersehen.
| Situation | Häufiger Fehler |
|---|---|
| Wütend | zu viele Details schreiben, durch die Arbeitsplatz oder Gegenseite erkennbar werden |
| In Eile | Benachrichtigungen im Screenshot übersehen |
| Hilfe suchen | Adresse oder gewohnte Orte zu weit offenlegen |
| Direkt vor Ort teilen wollen | aktueller Standort oder Begleitpersonen werden sichtbar |
Bei Posts, bei denen man zögert, wartet man auch nur einige Minuten. Schon durch Warten werden Informationen sichtbar, die entfernt werden sollten.
Zusammenfassung
Bei der Vorabprüfung für Privatpersonen werden Name, Gesicht, Adresse, Schule, Arbeitsplatz, Familie, Freundinnen/Freunde, Fotos, Videos, alte Posts und Dateifreigaben geprüft.
Wichtig ist nicht die einzelne Information, sondern die Kombination.
Auch ohne Gesicht können gewohnte Orte sichtbar sein. Auch ohne Namen kann es derselbe alte Handle sein. Auch wenn es nicht im Foto erscheint, kann im Post-Text eine Schulveranstaltung stehen. Durch solche Kombinationen bricht Anonymität.
Informationen, die nach der Veröffentlichung verbreitet wurden, lassen sich nicht vollständig zurückholen.
Einige Minuten vor der Veröffentlichung können große spätere Probleme verringern.
Verwandte Werkzeuge
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