Risiken durch Social-Media-Posts und Suchergebnisse
Social-Media-Posts bleiben nicht unbedingt nur dort, wo sie gepostet wurden.
Sie können in Suchmaschinen erscheinen. Sie können als Screenshots gespeichert werden. Sie können auf Zusammenfassungsseiten, in Foren, externen Diensten, in der Bildersuche oder in Archiven bleiben.
Ein Post, von dem man dachte, er werde "nur von Followern gesehen", kann über einen anderen Weg gefunden werden.
Wenn man über Anonymität nachdenkt, muss man nicht nur prüfen, wie etwas auf der Oberfläche des sozialen Netzwerks aussieht, sondern auch, wie es als Suchergebnis von außen sichtbar wird.
Social-Media-Posts werden zum Sucheinstieg
Social-Media-Posts enthalten kleine Hinweise, die zu einer Person führen.
Handle, Profiltext, Icon, Post-Text, Bilder, Antworten, Likes, Tags und Posting-Zeit. Innerhalb eines sozialen Netzwerks sind das natürliche Informationen, doch wenn sie in Suchergebnissen erscheinen, werden sie zu Einstiegen von außen.
Wonach gesucht wird
Was gefunden wird
Handle
andere Dienste oder frühere Konten mit demselben Namen
Profiltext
andere Konten mit derselben Selbstbeschreibung
Post-Text
charakteristische Formulierungen oder Erfahrungsberichte
besuchte Veranstaltungen, Region, Schule, Arbeitsplatz
Das Gefährliche an Suche ist, dass Informationen in einer anderen Reihenfolge sichtbar werden als in der Reihenfolge, in der man sie veröffentlicht hat.
Manchmal führt ein aktueller anonymer Post zu einem alten Klarnamenkonto. Manchmal führt ein früheres Foto zurück zur heutigen anonymen Aktivität.
Informationen, die in Suchergebnissen bleiben
Suchergebnisse zeigen Seitentitel, Teile des Textes, Bilder, Kontonamen und Fragmente von Posts.
Auch wenn die ursprüngliche Seite gelöscht wurde, können alte Informationen vorübergehend in Suchergebnissen bleiben. Auch wenn ein Post privat gestellt wurde, kann er auf einer anderen Seite weiterveröffentlicht worden sein.
Was in Suchergebnissen erscheint
Auswirkung auf Anonymität
Kontoname
Wiederverwendung von Namen zwischen Konten wird sichtbar
Profiltext
Beruf, Region, Hobbys, Zugehörigkeiten werden sichtbar
Teile eines Posts
Erfahrungsberichte, Datum/Uhrzeit, Eigennamen werden sichtbar
Bild-Thumbnails
Gesicht, Hintergrund, frühere Icons werden sichtbar
Weiterveröffentlichte Seiten
bleiben extern bestehen, auch wenn man selbst löscht
Suchergebnisse sind nicht das Profil, das die betroffene Person beabsichtigt hat.
Informationen, die Suchmaschinen oder externe Seiten ausschneiden, werden zu den Informationen, die eine Gegenseite zuerst sieht.
In Suchergebnissen geht der Kontext vor und nach einem Post verloren.
Ein scherzhaft geschriebener Satz, eine alte Sorgenberatung, ein kurzer wütender Post oder ein altes Profil können ohne Kontext angezeigt werden. Sie können in einer Form ausgeschnitten werden, die nicht der eigenen Absicht entspricht, und mit heutiger anonymer Aktivität verbunden werden.
Fragment im Suchergebnis
Was passiert
Altes Profil
wird fälschlich mit heutiger Zugehörigkeit oder Region verbunden
Kurzer Post-Text
wirkt ohne Kontext wie Weltanschauung oder Position
Bild-Thumbnail
Gesicht oder Hintergrund ist zuerst sichtbar
Tag
besuchte Veranstaltung oder Szene wird betont
URL
alte ID oder Dienstname bleibt sichtbar
Wie anonyme Konten und frühere Konten verbunden werden
Häufige Fehler sind die Wiederverwendung von Handle, Icon, Profiltext und Themen.
Zum Beispiel: Einen Namen aus einem alten Hobbykonto leicht verändert für ein anonymes Konto verwenden. Ein Icon aus einem Klarnamenkonto bearbeitet wiederverwenden. Formulierungen aus dem Profiltext unverändert nutzen.
Solche Wiederverwendungen werden durch Suche verbunden.
Phase
Was passiert
1
Im anonymen Konto wird ein charakteristischer Name oder Text verwendet
2
Nach diesem Namen oder Text wird gesucht
3
Frühere Konten oder andere Dienste werden gefunden
4
Aus alten Posts werden Klarname, Region und Beziehungen sichtbar
5
Das heutige anonyme Konto und das Personenbild verbinden sich
Schon die Suche nach Kandidaten für Namen und Profiltexte vor dem Erstellen eines anonymen Kontos kann Fehler verringern.
Auch bei Bildersuche vorsichtig sein
In sozialen Netzwerken können Bilder stärkere Hinweise sein als Text.
Dasselbe Icon, dasselbe Selfie, dasselbe Zimmer, dasselbe Haustier oder dieselbe Landschaft verbindet Konten miteinander. Bildersuche kann nicht nur exakt gleiche Bilder finden, sondern auch ähnliche Bildkompositionen oder weiterveröffentlichte Bilder.
Bildrisiken lassen sich nicht nur nach dem Aussehen beurteilen.
Hintergrund, Spiegelungen, Dateiname, Metadaten und Posting-Zeit werden ebenfalls geprüft. Die genaue Prüfung von Bildern wird im Artikel zum Foto-Check vor der Veröffentlichung behandelt.
Ablauf zur Prüfung von Social-Media-Suche
Die Prüfung wird mit mehreren Begriffen durchgeführt.
Suchen Sie nicht nur nach dem Klarnamen, sondern auch nach alten Handles, dem heutigen anonymen Namen, Teilen der E-Mail-Adresse, Teilen des Profiltexts und häufig verwendeten Formulierungen.
Schritt
Prüfinhalt
1
Nach Klarname, altem Handle und aktuellem Aktivitätsnamen suchen
2
Profiltext oder charakteristische Einzelsätze in Anführungszeichen suchen
3
Icons und Post-Bilder per Bildersuche prüfen. Unveröffentlichte Bilder oder Gesichtsfotos jedoch nicht zu externen Diensten hochladen. Vor allem bereits veröffentlichte Bilder, URLs und Bilder prüfen, die schon extern sichtbar sind
4
In der Social-Media-internen Suche alte Posts, Antworten und Tags prüfen
5
Beurteilen, ob gefundene Seiten mit der heutigen anonymen Aktivität zusammenhängen
Dass bei der Suche nichts erscheint, bedeutet keine vollständige Sicherheit.
Trotzdem ist es sehr sinnvoll, Verbindungen, die durch Suche leicht gefunden werden, zuerst zu verringern.
Interne Suche und externe Suche in sozialen Netzwerken unterscheiden sich
Posts, die in der internen Social-Media-Suche nicht erscheinen, können in externer Suche oder auf Weiterveröffentlichungsseiten gefunden werden. Umgekehrt gibt es Posts, die in externer Suche nicht erscheinen, aber in der internen Suche des sozialen Netzwerks auffindbar sind.
Bei der Prüfung von Anonymität sollte man nicht im sozialen Netzwerk stehen bleiben, sondern prüfen, wie es von außen aussieht.
Auch vor dem Posten suchen
Suchprüfungen sind nicht nur für das Aufräumen alter Posts gedacht.
Bevor man einen neuen anonymen Namen festlegt. Bevor man einen Profiltext schreibt. Bevor man ein Icon setzt. Bevor man einen charakteristischen Erfahrungsbericht postet.
Wenn man in dieser Phase sucht, kann man prüfen, ob derselbe Name oder dasselbe Bild bereits mit dem früheren Selbst, einem anderen Dienst oder einer anderen Person verbunden ist. Es ist einfacher, etwas vor der Veröffentlichung zu vermeiden, als es danach zu korrigieren.
Zusammenfassung
Social-Media-Posts werden nicht nur innerhalb sozialer Netzwerke gesehen.
Sie können über Suchergebnisse, Bildersuche, Weiterveröffentlichungen, Archive und Screenshots anderer Personen von außen gefunden werden.
Um Anonymität zu schützen, müssen Handle, Profiltext, Post-Text, Bilder, Tags, Antworten und Posting-Zeit getrennt betrachtet werden.
Besonders auf Wiederverwendung achten, die frühere Konten mit heutigen anonymen Konten verbindet.
Es ist wichtig, sich anzugewöhnen, vor dem Erstellen eines anonymen Kontos oder vor wichtigen Posts nach dem eigenen Namen, alten Handles, Profiltexten und bereits veröffentlichten Bildern zu suchen. Wenn jedoch Gesichtsfotos oder unveröffentlichte Bilder zu externen Diensten hochgeladen werden, kann diese Prüfung selbst zu einem neuen Datensatz werden.
Verwandte Werkzeuge
Archive check
Wayback Machine
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
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Risiken durch Social-Media-Posts und Suchergebnisse
Social-Media-Posts können über Suchergebnisse, Screenshots, Reposts, Archive und Bildersuche gefunden werden und anonyme Konten mit früheren Konten verbinden.