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Konten und Betrieb

Risiken von Cloud-Freigabelinks

Cloud-Freigabelinks sind praktisch.

Man lädt Fotos, PDFs, Videos oder Materialien hoch und teilt sie mit einer anderen Person, indem man nur einen Link sendet. Auch wenn große Dateien nicht direkt per Social Media oder E-Mail gesendet werden können, ist das eine leicht nutzbare Methode.

Aus Sicht der Anonymität erfordern Cloud-Freigabelinks jedoch Vorsicht.

Nicht nur der Dateiinhalt kann relevant sein, sondern auch Eigentümername, Kontoname, Bearbeitungsverlauf, Freigabeeinstellungen, Zugriffsrechte, Dateiname, Vorschauansicht, Benachrichtigungen und Zugriffslogs.

Freigabelinks geben nicht nur eine Datei weiter

Bei Cloud-Freigaben sieht die andere Seite nicht unbedingt nur die Datei selbst.

Je nach Dienst werden Eigentümername, Icon, Teile der E-Mail-Adresse, Ordnername, Aktualisierende, Kommentare und Bearbeitungsverlauf angezeigt.

Information, die sichtbar sein kannRisiko
Eigentümernameverbindet sich mit Klarnamenkonto
ProfilbildPerson selbst oder anderes Konto wird erkennbar
E-Mail-AdresseKontaktinformation oder Klarnamenkonto wird sichtbar
OrdnernameProjektname, Schulname oder Unternehmensname erscheint
Bearbeitungsverlaufwer erstellt oder bearbeitet hat, bleibt bestehen
KommentareMitbearbeitende oder Gesprächsinhalte werden sichtbar

Wenn man eine Datei anonym weitergeben will, sie aber aus einem Klarnamen-Cloud-Konto freigibt, ist die Anonymität an diesem Punkt gebrochen.

Fallstricke der Freigabeeinstellungen

Freigabelinks haben verschiedene Veröffentlichungsbereiche.

"Alle mit dem Link", "nur bestimmte Personen", "nur innerhalb der Organisation", "bearbeitbar", "nur ansehen" und Ähnliches.

Wenn die Einstellung falsch ist, können unbeabsichtigte Personen Zugriff haben.

EinstellungHinweis
Alle mit dem Linkwenn der Link weitergeleitet wird, kann jede Person zugreifen
Nur bestimmte Personenim Konto der Gegenseite bleiben Benachrichtigungen und Verlauf
Nur innerhalb der Organisationverbindet sich mit Schul- oder Unternehmenskonto
Bearbeitbardie Gegenseite kann Inhalte ändern
Nur ansehenDownload und Kopieren müssen getrennt geprüft werden

Auch bei "nur ansehen" kann man nicht sicher ausschließen, dass die Gegenseite Screenshots oder Bildschirmaufzeichnungen erstellt.

Freigabeeinstellungen steuern nur den Zugang. Sie garantieren nicht die Kontrolle darüber, was nach der Verbreitung mit Informationen passiert.

Informationen in der Datei selbst

Bei Cloud-Freigaben sind auch Dateiinhalt und Metadaten problematisch.

PDFs können Erstellerinformationen enthalten. Office-Dateien können Bearbeitende, Kommentare und Änderungsverlauf enthalten. Bilder können Aufnahmezeit und Standortinformationen enthalten.

DateiVerbleibende Informationen
PDFErsteller, Bearbeitungssoftware, eingebettete Informationen
Word oder ExcelErsteller, Änderungsverlauf, Kommentare, Organisationsname
BildGPS, Aufnahmezeit, Kameramodell
VideoAufnahmegerät, Standort, Ton, Hintergrundinformationen
Archivdateiinterne Dateinamen, Ordnerstruktur

Auch wenn die Einstellungen eines Cloud-Freigabelinks sorgfältig gesetzt sind, hilft das nicht, wenn Informationen in der Datei selbst bleiben.

Die genaue Prüfung von Dateimetadaten wird in einem anderen Artikel behandelt.

Zugriffslogs und Benachrichtigungen

Cloud-Dienste können aufzeichnen, wer wann zugegriffen oder bearbeitet hat.

Auch Benachrichtigungen an die Gegenseite können ausgelöst werden. Wenn man mit einem Klarnamenkonto zugreift, kann der eigene Name für die Gegenseite sichtbar werden.

Information, die aufgezeichnet werden kannAuswirkung auf Anonymität
Betrachtendebei Zugriff mit Klarnamenkonto bleibt der Name zurück
Zugriffszeitzeitliche Abfolge von Verhalten wird sichtbar
BearbeitendeMitbearbeitende und Arbeitende werden erkennbar
KommentarverlaufGespräche und Beteiligte bleiben bestehen
BenachrichtigungenBetrachtung oder Freigabe wird der Gegenseite mitgeteilt

Nicht nur die anonym teilende Seite, sondern auch die anonym empfangende Seite muss vorsichtig sein.

Wenn man einen Link öffnet, während man in ein Klarnamenkonto eingeloggt ist, können schon beim Empfangen Spuren bleiben.

Auch das Verhalten der empfangenden Seite kann für die teilende Seite sichtbar sein.

Je nach Dienst bleiben Vorgänge wie Datei öffnen, kommentieren, herunterladen, bearbeiten oder an andere weitergeben im Verlauf. Wenn eine Person, die Material anonym prüfen möchte, es mit einem Klarnamenkonto öffnet, kann ihr Name als betrachtende Person erscheinen.

Verhalten der empfangenden SeiteMögliche Spur
Mit Klarnamenkonto öffnenName oder E-Mail der betrachtenden Person bleibt
KommentierenKlarname oder Profilbild wird angezeigt
Bearbeitenbleibt als bearbeitende Person im Verlauf
Herunterladenkann je nach Dienst im Verlauf bleiben
WeiterleitenFreigabebereich weitet sich aus

Denkweise beim anonymen Teilen

Wenn man Dateien anonym teilen will, ist die Grundregel, kein Klarnamen-Cloud-Konto zu verwenden.

Außerdem prüft man Dateimetadaten, den Veröffentlichungsbereich des Freigabelinks und welche Informationen nach dem Zugriff von wem zurückbleiben.

PrüfpunktGrund
Wird kein Klarnamenkonto verwendet?Identität erscheint über Eigentümername oder Benachrichtigung
Enthält der Dateiname keine personenbezogenen Daten?wird beim Download der Gegenseite sichtbar
Wurden Metadaten geprüft?Ersteller oder Standortinformationen können bleiben
Wurde der Freigabebereich geprüft?unbeabsichtigte Verbreitung verhindern
Wurde der Login-Zustand der empfangenden Seite bedacht?Betrachtungsverlauf der Gegenseite oder der eigenen Seite bleibt

Bei Hochrisiko-Freigaben prüft man statt gewöhnlicher Cloud-Dienste spezielle Werkzeuge, die für anonymes Teilen geeigneter sind.

Werkzeuge wie OnionShare oder SecureDrop werden in anderen Artikeln behandelt.

Was auch nach dem Stoppen der Freigabe bleibt

Auch wenn ein Freigabelink deaktiviert wird, verschwindet nicht alles.

Wenn die Gegenseite bereits heruntergeladen hat, bleibt die Datei auf deren Gerät. Wenn Screenshots oder Bildschirmaufzeichnungen gemacht wurden, bleibt der Inhalt in anderer Form. Auch in Benachrichtigungs-E-Mails oder Chatverläufen können Dateinamen und Links bleiben.

Was nach dem Stoppen der Freigabe bleibtHinweis
Heruntergeladene Dateibleibt auf Gerät oder in Backups der Gegenseite
ScreenshotInhalt bleibt, auch wenn der Ursprunglink gelöscht wird
Benachrichtigungs-E-MailDateiname und Eigentümerinformationen bleiben
ChatverlaufZeitpunkt der Freigabe und Beziehung zur Gegenseite bleiben
Zugriffslogsfrühere Betrachtungs- und Bearbeitungsverläufe bleiben

Ein Freigabelink kann den öffentlichen Zustand stoppen. Bereits gesehene Informationen lassen sich damit jedoch nicht zurückholen.

Vor dem Teilen den Bildschirm der Gegenseite vorstellen

Bei Cloud-Freigaben reicht es nicht, nur die eigene Verwaltungsoberfläche anzusehen.

Welcher Name erscheint, wenn die Gegenseite den Link öffnet? Welcher Dateiname entsteht beim Download? Wie viel ist in der Vorschau sichtbar? Wird die Gegenseite zum Login aufgefordert?

Wenn man sich diesen Bildschirm vorstellt, fallen Offenlegungen von Klarnamenkonto oder Ordnername leichter auf. Bei Freigaben, die Anonymität erfordern, prüft man vor dem Senden immer, "wie es von der Gegenseite aussieht".

Zusammenfassung

Cloud-Freigabelinks geben nicht nur Dateien weiter.

Eigentümername, Konto, E-Mail-Adresse, Ordnername, Bearbeitungsverlauf, Kommentare, Zugriffslogs und Benachrichtigungen können relevant sein.

Wenn man anonym teilen will, sind wichtig: kein Klarnamenkonto verwenden, Freigabeeinstellungen prüfen und Dateimetadaten prüfen.

Auch die empfangende Seite kann Spuren hinterlassen, wenn sie mit einem Klarnamenkonto öffnet.

Bei Cloud-Freigaben denkt man nicht "ich habe nur einen Link gesendet", sondern prüft Konto, Datei, Logs und Benachrichtigungen zusammen.

Verwandte Werkzeuge

Anonymous communication

Tor Project

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Metadata inspection

ExifTool

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