Learn

284 ArtikelKategorie: Alle
Konten und Betrieb

Risiken beim Senden von Dateien über Google Drive, Dropbox und Social-Media-DMs

Im Alltag denkt man selten über die Methode zum Senden von Dateien nach.

Google Drive, Dropbox, iCloud, OneDrive, Social-Media-DMs, Chat-Apps. Alles ist praktisch. Fotos, PDFs, Videos und Materialien lassen sich sofort teilen.

In Situationen, in denen Anonymität oder Privatsphäre wichtig sind, erfordern gerade bequeme Sendemethoden Vorsicht.

Nicht nur die Datei selbst ist relevant, sondern auch Absenderkonto, Freigabeverlauf, Benachrichtigungen, Betrachtungslogs, Dateiname, Metadaten und der Login-Zustand der Gegenseite.

Was beim Dateiversand bleibt

Wenn man eine Datei sendet, erreicht die Gegenseite nicht nur der Inhalt.

Bei Cloud-Diensten und Social-Media-DMs bleiben Absendername, Profilbild, Konto-ID, Sendezeit, Lesestatus und Freigabeverlauf zurück.

Verbleibende InformationWo sie problematisch wird
AbsenderkontoKlarname oder Alltagskonto wird der Gegenseite sichtbar
Sendezeitwird Material zum Abgleich mit Verhaltenszeiten und anderen Logs
Dateinameenthält Klarname, Datum, Projektname oder Ort
MetadatenErsteller, Aufnahmeort und Aufnahmezeit bleiben
Lesestatus oder Betrachtungsverlaufwer wann geöffnet hat, wird aufgezeichnet

Auch wenn man dachte, anonym zu senden: Wenn aus einem Klarnamenkonto geteilt wird, ist es in diesem Moment nicht anonym.

Hinweise zu Cloud-Freigaben

Bei Cloud-Freigaben sind Eigentümerinformationen und Freigabeeinstellungen wichtig.

Auch wenn man dachte, nur einen Link zu senden, können auf dem Bildschirm der Gegenseite beim Öffnen Eigentümername oder E-Mail-Adresse erscheinen. Auch Freigabeordnername, Kommentare, Bearbeitungsverlauf und Mitbearbeitende können sichtbar sein.

PrüfpunktHinweis
Eigentümernameob Klarname oder Arbeitskonto angezeigt wird
Freigabebereichob die Einstellung "alle mit dem Link" unbeabsichtigt aktiv ist
Bearbeitungsrechtob die Gegenseite Inhalte ändern kann
Ordnerstrukturob übergeordnete Ordnernamen oder andere Dateien sichtbar sind
Benachrichtigungob an Gegenseite oder eigene Seite Klarnamenbenachrichtigungen gesendet werden

Die genauen Risiken von Cloud-Freigabelinks werden in einem anderen Artikel behandelt.

Merken Sie sich hier: Gewöhnliche Cloud-Dienste sind nicht für anonymes Teilen gebaut.

Bei Cloud-Freigaben ist wichtig, sich den Bildschirm der Gegenseite vorzustellen.

Auch wenn man auf der eigenen Seite nur die Datei sieht, können auf der Gegenseite Eigentümername, Profilbild, E-Mail-Adresse, Ordnername oder Kommentarverlauf angezeigt werden. Auch Kontoinformationen der Person, die den Freigabelink öffnet, können in der eigenen Verlaufsliste bleiben.

Was der Gegenseite sichtbar sein kannHinweis
EigentümernameKlarname oder Arbeitsplatzname kann erscheinen
E-Mail-Adressekann zur Kontoidentifizierung führen
OrdnernameProjektname oder Personenname kann sichtbar sein
KommentarverlaufBearbeitende und Beteiligte werden sichtbar
VorschauinformationenTeile des Inhalts sind sichtbar, ohne die Datei zu öffnen

Hinweise zu Social-Media-DMs

Social-Media-DMs sind leicht zu senden, hinterlassen aber starke Kontokorrelation.

Um eine DM zu senden, nimmt man mit dem Social-Media-Konto Kontakt zur Gegenseite auf. Absendername, Profil, frühere Posts, Follower-Beziehungen, Sendezeit und Lesestatus sind relevant.

Was in DMs bleibtRisiko
Sendekontoverbindet sich mit gewöhnlichen Posts und Beziehungen
GesprächsverlaufKontext der Kommunikation bleibt
Lesestatus und SendezeitVerhalten wird zeitlich sichtbar
Angehängte DateiMetadaten und Dateiname bleiben
Screenshotdie Gegenseite kann speichern und extern verbreiten

Social-Media-DMs sind Orte, an denen die Beziehung zur Gegenseite sichtbar ist.

Sie eignen sich nicht für Situationen, in denen man nur eine Datei anonym weitergeben will.

Dateiinhalt und Metadaten

Beim Dateiversand werden Metadaten besonders oft übersehen.

Bilder können GPS und Aufnahmezeit enthalten. PDFs und Office-Dateien können Erstellername, Organisationsname, Änderungsverlauf und Kommentare enthalten. Videos und Audio können Aufnahmeumgebung, Hintergrundgeräusche und Geräteinformationen enthalten.

DateitypZu beachtende Information
FotoGPS, Aufnahmezeit, Kameramodell, Hintergrund
PDFErsteller, Bearbeitungssoftware, eingebettete Informationen
Word/ExcelErsteller, Organisationsname, Änderungsverlauf, Kommentare
VideoStimme, Hintergrundgeräusche, Ort, Aufnahmezeit
Archivdateiinterne Dateinamen, Ordnerstruktur

Vor dem Senden einer Datei prüft man nicht nur den Inhalt, sondern auch Dateiname und Metadaten.

Konkrete Methoden zur Metadatenprüfung werden in einem anderen Artikel behandelt.

Sendungen, die Privatpersonen vermeiden sollten

Bei Anonymität für Privatpersonen gibt es Situationen, in denen folgende Sendungen besser vermieden werden.

Zu vermeidende SendungGrund
Von einem Klarnamen-Google-Konto an eine anonyme Gegenseite freigebenKlarname erscheint über Eigentümername oder Benachrichtigung
Private Materialien aus einer Arbeitsplatz-Cloud sendenOrganisationsname und Audit-Logs werden relevant
Anonyme Materialien per Social-Media-DM sendenKonto und Gesprächsverlauf bleiben
Originalbild unverändert sendenGPS oder Aufnahmezeit bleiben
Office-Datei mit Änderungsverlauf sendenErsteller oder Kommentare werden sichtbar

Beim Dateiversand ist nicht nur wichtig, "was man der Gegenseite zeigen will", sondern auch "aus welchem Konto es gesendet wird".

Umgang auf der Gegenseite mitdenken

Nach dem Senden einer Datei hängt die Verwaltung von der Gegenseite ab.

Die Gegenseite lädt sie herunter. Speichert sie in einer anderen Cloud. Macht einen Screenshot. Leitet sie an Dritte weiter. Lässt sie von externer KI-Zusammenfassung oder automatischer Klassifizierung einlesen.

Nach dem Senden lässt sich der Umgang nicht vollständig selbst kontrollieren.

Verhalten der GegenseiteVerbleibendes Risiko
Downloadbleibt auf Gerät oder in Backups der Gegenseite
Weiterleitungverbreitet sich an unerwartete Dritte
ScreenshotInhalt bleibt, auch wenn die Ursprungsdatei gelöscht wird
Cloud-SpeicherungLogs und Freigabeeinstellungen eines anderen Dienstes werden relevant

Je stärker Anonymität für eine Datei erforderlich ist, desto wichtiger ist es, vor dem Senden Inhalte zu verringern und die Handhabung mit der Gegenseite zu klären.

Vor dem Senden auch andere Methoden bedenken

Manchmal ist das Senden einer Datei selbst nicht nötig.

Wenn Text genügt, keine Datei senden. Statt eines Screenshots nur den nötigen Teil in Worten erklären. Statt des Originals eine Zusammenfassung ohne personenbezogene Daten senden. Bei Hochrisiko-Materialien einen sicheren Eingang nutzen, den die empfangende Seite vorgibt.

Alternative MethodeGeeignete Situation
Im Text erklärenBeratung, bei der keine Beweisdatei nötig ist
Nur einen Teil ausschneidenwenn die Gesamtdatei viele personenbezogene Daten enthält
Zusammenfassung sendenbei Erstkontakt nur den Überblick vermitteln
Spezielle Anlaufstelle nutzenHochrisikosituationen wie Recherche, Whistleblowing oder rechtliche Beratung
Nicht sendenwenn Gegenseite oder Weg nicht vertrauenswürdig sind

Dateifreigabe ist praktisch, aber man muss nicht von Anfang an eine Datei senden. Informationen zu verringern, die man sendet, ist eine Grundlage von Anonymität und Privatsphäre.

Zusammenfassung

Google Drive, Dropbox und Social-Media-DMs sind praktisch, aber keine Sendemethoden, die Anonymität voraussetzen.

Absenderkonto, Eigentümername, Freigabeeinstellungen, Benachrichtigungen, Betrachtungslogs, Dateiname, Metadaten und Gesprächsverlauf bleiben.

Für Privatpersonen ist besonders wichtig, keine Dateien für anonyme Zwecke aus einem Klarnamenkonto zu senden.

Vor dem Senden einer Datei prüft man Konto, Freigabebereich, Dateiname, Metadaten und den Bildschirm, der der Gegenseite sichtbar ist.

Je bequemer das Teilen ist, desto eher bleiben unsichtbare Spuren.

Verwandte Werkzeuge

Metadata inspection

ExifTool

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://exiftool.org/

Externe Website öffnen
Whistleblower submission

SecureDrop

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://securedrop.org/

Externe Website öffnen
Whistleblower platform

GlobaLeaks

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://globaleaks.org/

Externe Website öffnen
Anonymous file sharing

OnionShare

Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.

Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.

URL : https://onionshare.org/

Externe Website öffnen

Verwandte Artikel