Risiken durch die Wayback Machine und Archive
Informationen, die einmal veröffentlicht wurden, verschwinden nicht unbedingt vollständig, auch wenn man sie löscht.
Sie bleiben in Suchergebnissen. Sie werden per Screenshot gespeichert. Sie werden weiterveröffentlicht. Sie werden in Archiven gespeichert.
Ein typisches Beispiel dafür ist die des Internet Archive.
Die Wayback Machine ist ein Dienst des Internet Archive, mit dem frühere Zustände von Webseiten gespeichert und angesehen werden können. URL : https://web.archive.org/
Dieser Artikel ordnet ein, wie Archive mit Anonymität zusammenhängen.
Was ist ein Archiv?
Ein Archiv ist ein gespeicherter früherer Zustand einer Webseite.
Auch bei Seiten, die heute gelöscht sind, kann der frühere Zustand in einem Archiv erhalten bleiben.
Alte Profile. Gelöschte Blogs. Geschlossene Websites. Alte Social-Media-Seiten. Veranstaltungsankündigungen. Mitgliedervorstellungen.
Wenn solche Informationen erhalten bleiben, können sie sich mit aktueller anonymer Aktivität verbinden.
Archive speichern das frühere Internet nicht vollständig und unverändert. Manche Seiten werden gespeichert, andere nicht. Bilder oder CSS können fehlen. Seiten, für die eine Anmeldung nötig ist, sind manchmal nicht sichtbar.
Beim Nachdenken über Anonymität ist es jedoch sicherer, davon auszugehen, dass etwas erhalten geblieben sein könnte. Profile, die die betroffene Person gelöscht zu haben glaubte, alte Selbstbeschreibungen, Handles, Linklisten und teilgenommene Veranstaltungen können für Dritte sichtbar sein. Besonders alte Websites und Blogs bleiben manchmal länger erhalten, als die betroffene Person erinnert.
Gelöschte Seiten können gefunden werden
Auch wenn die betroffene Person denkt: "Das habe ich schon gelöscht", kann es aus Sicht Dritter auffindbar sein.
Zum Beispiel stand in einem alten Blog der echte Name zusammen mit einem Handle. Dieser Blog ist gelöscht. Er bleibt jedoch in einem Archiv erhalten.
Wenn man im aktuellen anonymen Konto denselben Handle oder dieselbe persönliche Erfahrung verwendet, verbindet sich das mit der früheren Seite.
Es ist sicherer, nicht davon auszugehen, dass gelöschte Informationen immer verschwunden sind.
Häufig erscheint etwas nicht mehr in den heutigen Suchergebnissen, ist aber in einem Archiv auffindbar, wenn jemand die alte URL kennt. Dazu gehören frühere Profilseiten, Seiten zur Veranstaltungsteilnahme, Blogartikel, Portfolios und Selbstvorstellungen in Foren. Aus alten Linklisten oder Profilen kann man außerdem zu weiteren alten Seiten gelangen.
Bei anonymer Aktivität wird die alte URL selbst zu einem Hinweis. Erinnern Sie sich an Domains, Blogdienste, Benutzer-IDs und Profilseiten-URLs, die Sie früher genutzt haben, und prüfen Sie, ob sie in Archiven erhalten geblieben sind.
Informationen, die in Archiven leicht sichtbar bleiben
| Informationen, die leicht in Archiven bleiben | Auswirkung auf Anonymität |
|---|---|
| Altes Profil | Echter Name, Region und Beruf sind sichtbar |
| Früherer Handle | Verbindet sich mit dem aktuellen anonymen Namen |
| Bilder und Icons | Verbindung über Bildersuche oder Erinnerung |
| Veranstaltungsseite | Zugehörigkeit und Aktivitätsverlauf sind sichtbar |
| Alte Linkliste | Beziehungen und betriebene Websites sind sichtbar |
Archive sind Suche rückwärts in der Zeit. Nur aktuelle Seiten anzusehen, reicht nicht aus.
In Archiven sind besonders die Informationen gefährlich, die damals nicht wie ein Problem wirkten. Man war früher unter echtem Namen aktiv. Man schrieb den Namen der Schule oder des Arbeitsplatzes. Man nutzte denselben Handle für mehrere Aktivitäten. Das Profilbild zeigte Gesicht oder gewohnte Orte.
Auch wenn diese Informationen damals natürlich wirkten, werden sie zum Risiko, wenn sie mit aktueller anonymer Aktivität kombiniert werden. Archive werden zu einer Brücke zwischen dem früheren Selbst und aktueller anonymer Aktivität.
| Information im früheren Archiv | Verbindung mit aktueller anonymer Aktivität |
|---|---|
| Echter Name und Handle stehen auf derselben Seite | Kandidaten für den anonymen Namen werden mit der Person verbunden |
| Altes Profilbild bleibt erhalten | Es wird mit aktuellen Icons oder Gesichtsfotos verglichen |
| Schule oder Arbeitsplatz ist genannt | Überschneidet sich mit Zugehörigkeitsinformationen in Beiträgen |
| Frühere persönliche Erfahrung bleibt erhalten | Passt zum Kontext aktueller Beiträge |
| Linkliste bleibt erhalten | Beziehungen und betriebene Websites sind sichtbar |
Nicht nur auf Löschanfragen verlassen
Manchmal ist es möglich, etwas aus einem Archiv löschen zu lassen. Eine Löschanfrage bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass alles gelöscht wird.
Andere Archive. Suchergebnisse. Weiterveröffentlichte Seiten. Screenshots. Zitate in sozialen Medien.
Informationen können an anderen Orten erhalten bleiben.
Löschanfragen können wirksam sein. Für Anonymität ist es jedoch sicherer, aktuelle Beiträge unter der Annahme zu gestalten, dass Informationen erhalten geblieben sind.
Auch bei einer Löschanfrage muss man die Ziel-URLs genau kennen. Nicht nur die Startseite derselben Website, sondern auch einzelne Artikel, Profile, Bild-URLs, PDFs und alte Unterseiten können gespeichert sein. Selbst wenn die Startseite verschwindet, können untergeordnete Seiten erhalten bleiben.
Außerdem gibt es neben der Wayback Machine auch Caches von Suchmaschinen, zitierende Websites, Mirror-Websites, Screenshots in sozialen Medien und privat gespeicherte Daten. Dass etwas an einer Stelle verschwunden ist, sollte man nicht so behandeln, als wäre es überall verschwunden.
Was zu prüfen ist
Vor anonymer Aktivität prüft man die folgenden Informationen. Wenn man jedoch echte Namen, frühere Nachnamen, E-Mail-Adressen, Benutzer-IDs, unveröffentlichte Bilder oder Hochrisiko-Materialien direkt in Suchmaschinen oder externe KI eingibt, können die Suchbegriffe oder hochgeladenen Inhalte in den Logs des Dienstes verbleiben. Bei hohem Risiko sollte man eine Klarnamenumgebung vermeiden, Suchbegriffe minimieren und unveröffentlichte Materialien nicht zu externen Diensten hochladen.
- Nach echtem Namen und alten Handles suchen
- URLs alter Blogs und Websites in der Wayback Machine prüfen
- Ansehen, ob frühere Profile erhalten geblieben sind
- Ansehen, ob alte Bilder und Icons erhalten geblieben sind
- Ansehen, ob es dieselben Erfahrungen oder denselben Schreibstil wie in aktueller anonymer Aktivität gibt
- URLs gelöschter Seiten aufzeichnen und ordnen
Archivprüfung ist ein Teil des Umgangs mit früheren Informationen.
Wenn man die Prüfreihenfolge vorher festlegt, werden Auslassungen weniger wahrscheinlich. Zuerst sucht man nach echtem Namen, früherem Nachnamen, Handle, E-Mail-Adresse und Benutzer-ID. Danach prüft man gefundene alte URLs in der Wayback Machine. Zusätzlich sieht man sich Links und Bild-URLs auf diesen Seiten an.
Gefundene Informationen ordnet man, bevor man direkt zu einer Löschanfrage übergeht. Handelt es sich um Informationen, die direkt zur Person führen, um Informationen, die gewohnte Orte zeigen, um Informationen, die einen früheren anonymen Namen mit dem echten Namen verbinden, oder nur um eine alte Aktivitätshistorie? Ohne Einordnung verwechselt man leicht die Prioritäten.
In die aktuelle Praxis einbeziehen
Wenn Informationen in einem Archiv erhalten sind, ist es wichtig, dasselbe Material in der aktuellen anonymen Aktivität nicht zu verwenden.
Wenn ein alter Handle erhalten ist, verwendet man keinen ähnlichen Namen. Wenn ein altes Bild erhalten ist, verwendet man nicht dasselbe Bild und kein Icon mit ähnlicher Stimmung. Wenn ein früherer Beruf oder eine Schule erhalten ist, schreibt man denselben Kontext in aktuellen Beiträgen nicht detailliert. Wenn eine frühere persönliche Erfahrung erhalten ist, verwendet man dieselbe Geschichte auf der anonymen Seite nicht unverändert wieder.
Archivmaßnahmen bestehen nicht nur darin, die Vergangenheit zu löschen. Sie bestehen darin, aktuelle Veröffentlichungen unter der Annahme zu gestalten, dass die Vergangenheit erhalten bleibt.
Beim Prüfen ist es außerdem wichtig, nicht nur die gesamte Website, sondern einzelne URLs anzusehen. Startseite, Profil, einzelne Artikel, Bilddateien, PDFs, Tag-Seiten und Monatsarchive können getrennt gespeichert sein. Auch wenn man denkt: "Die Website ist weg", kann nur eine einzelne Seite erhalten bleiben. Prüfen Sie auch Seiten, die über alte Links erreichbar sind.
Zusammenfassung
In Archiven wie der Wayback Machine können frühere Webseiten erhalten bleiben.
Wenn gelöschte Blogs, alte Profile, frühere Handles, Bilder und Veranstaltungsseiten erhalten bleiben, können sie sich mit aktueller anonymer Aktivität verbinden.
Verlassen Sie sich nicht nur auf Löschanfragen. Wichtig ist, unter der Annahme zu prüfen, dass frühere Informationen erhalten bleiben.
Um Anonymität zu schützen, muss man nicht nur aktuelle Beiträge ansehen, sondern auch Spuren von Informationen, die früher veröffentlicht wurden.
Verwandte Werkzeuge
Wayback Machine
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URL : https://web.archive.org/
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