Warum VPN oder Tor allein nicht für Anonymität reichen
und sind wichtige Werkzeuge, wenn man über Anonymität nachdenkt.
Ein VPN oder Tor zu verwenden, reicht für Anonymität jedoch nicht aus.
Die Sichtbarkeit des Kommunikationswegs ändert sich. Die IP-Adresse, die das Ziel sieht, kann sich ändern, oder Quelle und Ziel lassen sich schwerer direkt verbinden.
Gleichzeitig bleiben Anmeldestatus, s, Beitragsinhalt, Schreibstil, Bilder, Dateien, Veröffentlichungszeit und reale Aufzeichnungen bestehen.
Dieser Artikel trennt, was VPN und Tor ändern, von dem, was sie nicht ändern. Der genaue Vergleich von VPN und Tor selbst wird in einem anderen Artikel behandelt.
Was sich mit VPN und Tor ändert
Wenn man VPN oder Tor verwendet, ändert sich ein Teil des Kommunikationswegs.
Bei gewöhnlicher Verbindung sieht der Zieldienst eine IP-Adresse nahe an der Verbindung der nutzenden Person. Bei VPN sieht das Ziel die IP-Adresse des VPN-Servers. Bei Tor sieht das Ziel normalerweise die IP-Adresse eines Tor-Exit-Knotens.
Methode
Für das Ziel sichtbare IP
Was sich vor allem ändert
Gewöhnliche Verbindung
Öffentlich sichtbare IP von Heimanschluss, Mobilverbindung usw.
Das Quellnetz ist sichtbar
VPN
IP des VPN-Servers
Die für das Ziel sichtbare IP ändert sich
Tor
IP des Tor-Exit-Knotens
Erschwert die direkte Verbindung von Quelle und Ziel
Diese Änderung ist wichtig.
Die Sichtbarkeit der IP-Adresse zu ändern ist jedoch etwas anderes, als jeden Hinweis zu entfernen, der zur Person zurückführen könnte.
Login verbindet Aktivität mit dem Konto
Auch bei VPN oder Tor wird Verhalten mit dem Konto verbunden, wenn man sich in ein Klarnamenkonto einloggt.
Wenn man sich zum Beispiel in ein Klarnamen-Social-Media-Konto einloggt und über Tor Browser postet, kann die Quell-IP anders aussehen. Der Beitrag bleibt trotzdem eine Handlung dieses Klarnamenkontos.
Handlung
Was geschieht
Hinweis
In Klarnamen-Social-Media-Konto einloggen
Verhalten wird mit dem Konto verbunden
Kommunikationsweg allein kann es nicht trennen
Klarnamen-E-Mail öffnen
E-Mail-Konto und Verbindung werden verbunden
Nicht in anonymer Umgebung öffnen
Gewöhnlichen Cloud-Dienst betreten
Eigentümername und Verlauf bleiben
Vorsicht bei Entwürfen und Dateifreigaben
Nach anonymem Post von Klarnamen-Seite reagieren
Zeit und Inhalt verbinden sich
Kontokorrelation entsteht
Bei Anonymität denkt man Kommunikationsweg und Konten getrennt.
VPN und Tor ändern den Kommunikationsweg. Anmeldestatus ist ein anderes Problem.
Cookies und Browserumgebungen bleiben
Wenn man denselben Browser verwendet, bleiben Cookies, local storage, Verlauf, Erweiterungen und Browsereinstellungen bestehen.
Auch wenn die IP per VPN geändert wird, kann die Website es als wiederholten Besuch desselben Browsers behandeln, wenn dieselben Cookies gesendet werden.
Verbleibende Information
Was geschieht
Gegenmaßnahmen-Idee
Cookie
Als derselbe Browser erkannt
Anonyme Umgebung trennen
Anmeldestatus
An das Konto gebunden
Keine Klarnamen-Logins verwenden
Erweiterungen
Werden zu Browsermerkmalen
Auf das nötige Minimum begrenzen
Verlauf und Autofill
Klarnameninformationen mischen sich ein
Profile trennen
Tor Browser ist darauf ausgelegt, Browserumgebungen anzugleichen, und eignet sich daher besser für anonymitätsorientierte Nutzung als ein gewöhnlicher Browser.
Das Tor Project ist das offizielle Projekt, das Tor Browser und das Tor-Netzwerk bereitstellt. Funktionsweise und Nutzungshinweise können auf der offiziellen Website geprüft werden.
Klarnamen-Logins und Beitragsinhalte bleiben jedoch auch mit Tor Browser Probleme.
Beitragsinhalt grenzt Kandidaten ein
VPN und Tor anonymisieren den Beitragsinhalt nicht.
Wenn der Text Arbeitsplatz, Schule, Region, Familie, Fachgebiet, persönliche Erfahrung oder Zeitlinie enthält, kann der Inhalt die Kandidaten eingrenzen.
Beitragsinhalt
Was sichtbar wird
Hinweis
Beruf und Region
Kandidaten werden eingegrenzt
Nicht zu viel auf einmal offenlegen
Zeitlinie persönlicher Erfahrung
Beteiligte oder Teilnehmende
Nicht direkt nach dem Ereignis schreiben
Fachbegriffe
Zugehörigkeit oder Aufgabenbereich
Insider können es verstehen
Bildhintergrund
Ort oder gewohnte Orte
Auch die sichtbare Fläche prüfen
Schreibstil
Korrelation mit anderem Konto
Nicht mit der Klarnamen-Seite vermischen
Auch wenn sich die Quell-IP anders darstellt, bricht Anonymität, wenn der Text die Person beschreibt.
Eine IP zu verstecken und im Inhalt nicht identifizierbar zu sein, sind unterschiedliche Probleme.
VPN verschiebt die Vertrauenspartei
Bei VPN-Nutzung sieht der ISP als Ziel hauptsächlich den VPN-Server.
Gleichzeitig wird der VPN-Anbieter zu einer neuen Vertrauenspartei. Welches VPN man nutzt, ist eine Frage des Vertrauensmodells, nicht nur des Kommunikationswegs.
Bei der Wahl eines VPN-Dienstes prüft man Betriebsgeschichte, Transparenzberichte, Audits, Veröffentlichungsstatus der Apps, Datenschutzerklärung, unterstützte Länder, Zahlungsmethoden und ähnliche Punkte.
Proton VPN ist ein VPN-Dienst von Proton. Proton betreibt seit Langem privatsphäreorientierte Dienste wie E-Mail und VPN; auf der offiziellen Website lassen sich unterstützte Geräte, Server, Transparenzberichte, Audits, Open-Source-Apps und ähnliche Informationen prüfen.
Das bedeutet nicht, dass VPN-Nutzung für Anonymität genügt.
Wer VPN nutzt, muss prüfen, welchem Anbieter vertraut wird, was schwerer sichtbar wird und was bleibt.
Auch Tor ist empfindlich gegenüber Betriebsfehlern
Tor ist ein starker Mechanismus, um die direkte Verbindung von Quelle und Ziel zu erschweren.
Auch bei Tor können jedoch Klarnamen-Logins, gleicher Schreibstil, gleiche Veröffentlichungszeit, gleiche Bilder und persönliche Inhalte korrelieren.
Fehler
Was geschieht
In eine Klarnamen-Website einloggen
Verhalten wird mit dem Konto verbunden
Eine App außerhalb des Browsers nutzen
Verkehr, der nicht über Tor läuft, kann zurückbleiben
Denselben Text posten
Verbindung zur Klarnamen-Seite oder früheren Beiträgen
Sofort vom Ort aus posten
Ort und Zeit verbinden sich
Tor ist ein starkes Werkzeug, reicht aber allein nicht für Anonymität.
Um Tor wirksam zu nutzen, müssen auch Konten, Inhalte, Geräte und Timing praktisch getrennt werden.
Reihenfolge der Prüfung vor der Nutzung
Vor der Nutzung von VPN oder Tor legt man fest, was geschützt werden soll.
Werkzeug und Praxis unterscheiden sich je nachdem, ob die Heim-IP dem Ziel nicht sichtbar sein soll, das Ziel für den ISP schwerer verständlich werden soll, ein Arbeitsplatz- oder Schulnetz vermieden werden soll oder Quellen und Beteiligte geschützt werden sollen.
Was zu prüfen ist
Grund
Vor wem schützt du?
Sichtbarkeit unterscheidet sich zwischen VPN und Tor
Ist Login geplant?
Verbindet mit dem Konto
Enthält der Beitragsinhalt keine personenbezogenen Informationen?
Sie verschwinden nicht durch den Kommunikationsweg
Werden Bilder oder Dateien veröffentlicht?
Metadaten und Hintergründe bleiben
Überschneidet es sich mit realen Handlungen und Zeiten?
Zeitkorrelation bleibt
Wenn man nur das Werkzeug wählt, ohne dies zu prüfen, driften Schutzbedarf und Gegenmaßnahme auseinander.
Bei Anonymität beginnt man mit dem Bedrohungsmodell, nicht mit dem Werkzeug.
Bei hohem Risiko nicht allein nach Werkzeugen urteilen
Bei Whistleblowing, Quellenschutz, Äußerungen unter Zensur und Aktivitäten mit Bezug zu physischer Sicherheit entscheidet man nicht nur anhand von VPN oder Tor.
Nicht nur der Kommunikationsweg zählt, sondern auch Beweismaterial, Kontaktmethoden, Veröffentlichungsziele, rechtliches Risiko und Schutz der Beteiligten.
In solchen Situationen sollte auch Beratung durch vertrauenswürdige Unterstützungsorganisationen, Anwälte, Redaktionen oder Fachleute erwogen werden.
VPN und Tor sind wichtige Werkzeuge, treffen aber nicht stellvertretend jede Hochrisikoentscheidung.
Zusammenfassung
VPN und Tor sind wichtige Werkzeuge beim Nachdenken über Anonymität.
Ein VPN ändert die für das Ziel sichtbare IP, und Tor erschwert die direkte Verbindung von Quelle und Ziel.
VPN und Tor allein reichen jedoch nicht für Anonymität.
Anonymität ist eine Praxis, die nicht nur den Kommunikationsweg, sondern auch Konten, Browser, Text, Bilder, Zeit und frühere Informationen gemeinsam verwaltet.
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Public IP Check
WhatIsMyIP
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