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Die IP zu verbergen reicht nicht für Anonymität

Wenn man über Anonymität nachdenkt, ist die IP-Adresse wichtig.

Beim Zugriff auf eine Website kann das Ziel die Quell-IP-Adresse sehen. Deshalb versuchen manche Menschen, mit oder zu ändern, wie ihre IP-Adresse sichtbar wird.

Die Vorstellung, man werde anonym, wenn man die IP-Adresse verbirgt, ist jedoch unzureichend.

Die IP-Adresse ist ein starker Hinweis, aber sie ist nicht der einzige Faktor, der Anonymität bestimmt. s, Login-Zustand, Browserinformationen, Schreibstil, veröffentlichter Inhalt, Bilder, Dateien, Zeitpunkte und frühere Informationen können ebenfalls Material dafür werden, dass etwas nach derselben Person aussieht.

Dieser Artikel ordnet die Bedeutung und die Grenzen des Verbergens einer IP-Adresse ein.

Die IP-Adresse ist ein wichtiger Hinweis

Eine IP-Adresse ist Information, die im Netzwerk verwendet wird, um den Kommunikationspartner zu finden.

Beim Zugriff auf eine Website kennt der Zielserver die Quell-IP-Adresse. Allein aus der IP-Adresse lassen sich nicht immer ein Personenname oder eine genaue Adresse erkennen.

Aus einer IP-Adresse können jedoch Kommunikationsanbieter, Region oder Organisationsnetzwerk abgeleitet werden. Außerdem kann sie, wenn sie mit Verbindungszeit und Aufzeichnungen auf Seiten des Kommunikationsanbieters verbunden wird, zu einem Hinweis werden, über welche Leitung die Kommunikation stattgefunden hat.

Deshalb ist die IP-Adresse für Anonymität wichtig.

Wichtig zu sein und allein über Anonymität zu entscheiden sind jedoch unterschiedliche Dinge.

Was es bedeutet, die IP zu verbergen

Die Formulierung, die IP zu verbergen, ist etwas mehrdeutig.

In vielen Fällen bedeutet sie, „die Quell-IP-Adresse zu ändern, die die Zielwebsite sieht“.

Wenn man zum Beispiel ein VPN verwendet, sieht die Zielwebsite nicht die heimische IP des Nutzers, sondern die IP-Adresse des VPN-Servers. Wenn man Tor verwendet, sieht die Zielwebsite die IP-Adresse des Tor-Exit-Nodes.

MethodeVom Ziel sichtbare IPHinweis
Normale VerbindungIP von Zuhause, Arbeit, Mobilfunkleitung usw.Das Quellnetzwerk ist sichtbar
Öffentliches WLANÄußere IP des öffentlichen WLANsAndere Hinweise wie lokale Logs oder Kameras bleiben
VPNIP des VPN-ServersMan muss dem VPN-Anbieter vertrauen
TorIP des Tor-Exit-NodesVorsicht bei Kommunikation außerhalb von Tor und bei Login-Zuständen

Die IP zu verbergen bedeutet also, die sichtbare Herkunft der Verbindung zu ändern. Es bedeutet nicht, alle Informationen zu löschen, die mit der Person zusammenhängen.

Wenn Cookies bleiben, kann derselbe Browser erkennbar sein

Auch wenn man die IP-Adresse ändert, wird man bei verbleibenden Cookies als derselbe Browser behandelt.

Ein Cookie ist ein Datensatz, den eine Website im Browser speichert und bei passenden Anfragen wieder mitsendet. Er wird unter anderem verwendet, um Login-Zustände aufrechtzuerhalten, Einstellungen zu speichern, Zugriffe zu analysieren und Sitzungen zu verwalten.

Angenommen, man greift über die heimische Leitung auf eine Website zu und danach mit demselben Browser über ein VPN erneut auf dieselbe Website. Auch wenn die IP-Adresse geändert ist, kann die Website bei Übermittlung desselben Cookies davon ausgehen, dass es ein erneuter Besuch desselben Browsers ist.

IP-Adresse und Cookies sind Hinweise unterschiedlicher Art. Wenn man das eine ändert, das andere aber bleibt, können sie korreliert werden.

Wenn man sich einloggt, wird es mit dem Konto verbunden

Ein besonders starker Hinweis für Anonymität ist der Login-Zustand.

Auch wenn man VPN oder Tor verwendet, wird die Handlung mit dem Konto verbunden, wenn man sich in ein Konto mit echtem Namen einloggt.

Auch ein Konto, das keinen echten Namen anzeigt, kann mit E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Zahlungsinformationen, früherer Nutzungshistorie, Kontakten und weiteren Daten verbunden sein.

ZustandWas geschieht
Nur die IP ändernDie sichtbare Herkunft der Verbindung kann sich ändern
Dasselbe Cookie sendenEs wird als derselbe Browser beurteilt
Sich im selben Konto einloggenDie Handlung wird mit dem Konto verbunden
Dieselbe E-Mail oder Telefonnummer verwendenDie echte Seite und die anonyme Seite werden verbunden

Auch wenn man die IP-Adresse verbirgt, wird die Anonymität stark geschwächt, wenn man sich in ein Konto einloggt.

Auch Merkmale von Browser und Gerät bleiben

Websites können Merkmale des Browsers und des Geräts empfangen.

User-Agent, Bildschirmgröße, Spracheinstellung, Zeitzone, unterstützte Schriftarten, Erweiterungen, Betriebssystem und Browsereinstellungen können als Merkmale der Nutzungsumgebung behandelt werden.

Diese Informationen sind von der IP-Adresse verschieden.

Auch wenn man die IP-Adresse ändert, bleibt bei weiterer Nutzung derselben Browserumgebung in Kombination mit anderen Informationen eine Ähnlichkeit desselben Nutzers zurück.

Insbesondere wenn man den Browser für den echten Namen und den Browser für anonyme Nutzung vermischt, überlappen sich Cookies, Verlauf, Erweiterungen, Login-Zustände und andere Elemente leichter.

Das bedeutet nicht, dass die Nutzung desselben Geräts an sich immer gefährlich ist. Die Stärke des Risikos ändert sich je nach Gegenüber und Ziel.

In Situationen, in denen hohe Anonymität nötig ist, nimmt jedoch das Material für Korrelation zu, je mehr man dasselbe Gerät, denselben Browser, dieselben Erweiterungen und denselben Login-Zustand wiederverwendet. Bevor man die IP ändert, sollte man prüfen, ob Browser und Konten nicht mit der Umgebung des echten Namens vermischt sind.

Auch veröffentlichter Inhalt und Schreibstil können verbinden

Anonymität wird nicht allein durch das Netzwerk bestimmt.

Auch veröffentlichter Inhalt und Schreibstil sind wichtig.

Zum Beispiel können die folgenden Informationen zu Hinweisen werden, die mit der Person oder früheren Konten verbunden werden.

  • Erzählungen über Region oder Arbeitsplatz
  • Erlebnisse, die nur wenige Menschen kennen
  • Fachgebiet oder interne Begriffe
  • Derselbe Schreibstil wie bei einem Konto mit echtem Namen
  • Dieselben Bilder oder Icons
  • Dieselbe Kombination von Themen
  • Dieselben Veröffentlichungszeiten

Auch wenn die IP-Adresse verborgen ist, kann der veröffentlichte Inhalt die Kandidaten eingrenzen.

Beim Nachdenken über Anonymität muss man sowohl das Netzwerk als auch den Inhalt betrachten.

Was das Verbergen der IP schützt und was nicht

Es ist sinnvoll, zu ändern, wie die IP-Adresse sichtbar wird. Man muss den Umfang aber richtig verstehen.

AspektÄndert sich das durch Verbergen der IP?Erklärung
Vom Ziel sichtbare IPÄndert sichMit VPN oder Tor erscheint eine andere IP
Direkte Verbindung zur heimischen LeitungWird schwächerFür das Ziel wird die heimische IP weniger sichtbar
Identifizierung durch CookiesÄndert sich nichtWenn dasselbe Cookie gesendet wird, entsteht eine Verbindung
Login-ZustandÄndert sich nichtBei demselben Konto wird die Handlung zugeordnet
Schreibstil und veröffentlichter InhaltÄndert sich nichtSie können aus dem Inhalt abgeleitet werden
Merkmale von Gerät oder BrowserÄndert sich nichtBei Nutzung derselben Umgebung bleiben Merkmale erhalten

Das Verbergen der IP ist ein Teil von Anonymität. Es schützt jedoch nicht allein die gesamte Anonymität.

Manchmal muss man Informationen vor der IP prüfen

Je nach Fall gibt es Informationen, die man vor der IP prüfen sollte.

Wenn man in einem Konto mit echtem Namen eingeloggt ist, sollte man zuerst über Ausloggen oder Umgebungstrennung nachdenken. Wenn auf einem Foto ein Schulname zu sehen ist, ist der Inhalt des Fotos ein stärkerer Hinweis als die IP. Wenn in einer Datei ein Autorenname zurückbleibt, kommt die Prüfung der Datei vor der Kommunikationsroute.

Bei Anonymität reduziert man starke Hinweise der Reihe nach.

Zusammenfassung

Die IP-Adresse ist ein wichtiger Hinweis, wenn man über Anonymität nachdenkt. Für die Zielwebsite ist die Quell-IP-Adresse sichtbar, und wenn sie mit Kommunikationsanbieter und Verbindungszeit verbunden wird, wird sie zu Material, mit dem der Kommunikationsursprung verfolgt werden kann.

Die IP-Adresse zu verbergen bedeutet jedoch nicht, anonym zu werden.

Cookies, Login-Zustand, User-Agent, Gerätemerkmale, veröffentlichter Inhalt, Schreibstil, Bilder, Metadaten, Zeitpunkte und frühere Informationen können ebenfalls Material dafür werden, dass etwas nach derselben Person aussieht.

Beim Nachdenken über Anonymität darf man nicht nur die IP-Adresse betrachten. Man muss Netzwerk, Browser, Konten, Inhalt, Zeitpunkte und frühere Informationen gemeinsam prüfen.

Die IP zu verbergen ist wichtig. Aber es ist der Eingang zur Anonymität, nicht ihre Vollendung.

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