Risiken durch Suchverhalten
Suchbegriffe, Suchzeitpunkte, Anmeldestatus, Browserverlauf, Klickziele und Eingaben in die Bildersuche können Interessen und Vorbereitung anonymer Aktivität sichtbar machen.
Vor anonymen Veröffentlichungen zu recherchieren ist natürlich.
Frühere Informationen suchen, Gesetze oder Regeln nachschlagen, den Namen eines Gegenübers suchen, mit Bildersuche prüfen, ob dasselbe Foto auftaucht. Solche Suchvorgänge sind auch nötig, um Anonymität zu schützen.
Aber das Suchverhalten selbst wird ebenfalls zur Spur.
Welche Wörter gesucht wurden, wann gesucht wurde, mit welchem Konto gesucht wurde und wohin man von Suchergebnissen aus weitergegangen ist, bleibt in Aufzeichnungen von Diensten, Browsern und Netzwerken.
Dieser Artikel ordnet, wie Suchverhalten mit Anonymität zusammenhängt und wie man es getrennt behandeln sollte.
Suchbegriffe zeigen Interesse und Absicht
Suchbegriffe sind nicht nur Zeichenketten.
Sie zeigen, was jemand wissen will, worüber sich jemand sorgt und mit welchen Personen oder Ereignissen jemand verbunden sein könnte.
| Suchbegriff | Was sichtbar wird | Vorsichtspunkt für Anonymität |
|---|---|---|
| Eigener Name + Schulname | Prüfung früherer Informationen | Klarnamensuche und anonyme Aktivität nicht vermischen |
| Firmenname + Whistleblowing | Betroffene Organisation | Material zur Vermutung von Arbeitsplatz oder Rolle |
| Bestimmter Personenname | Untersuchungsziel | Bleibt in Suchverlauf und Logs |
| Löschanfrage + Seitenname | Information, die entfernt werden soll | Bezug zu früheren Informationen wird sichtbar |
| Anonym posten Methode | Vorbereitung anonymer Aktivität | Umgebung beim Suchen beachten |
Suchbegriffe liegen sehr nah an den Interessen und der Situation einer Person.
Wenn die Vorbereitung anonymer Aktivität im Klarnamenbrowser oder mit Klarnamenkonto gesucht wird, wird die Trennung schwächer.
Suche bleibt an mehreren Orten
Suchverhalten bleibt nicht nur beim Suchdienst.
Fragmente bleiben im Browserverlauf, im Suchkonto, bei DNS, beim ISP, in Eingabeverläufen des Geräts, in Werbesystemen und bei den aufgerufenen Zielseiten.
| Ort | Verbleibende Information | Vorsichtspunkt |
|---|---|---|
| Suchdienst | Suchbegriffe, Zeitpunkt, Klickziele | Bei Login mit dem Konto verbunden |
| Browser | Verlauf, Eingabevorschläge | Erscheint auch bei Screenshots oder Freigaben |
| Gerät | Tastaturvorschläge, letzte Suchvorgänge | Vorsicht bei gemeinsam genutzten Geräten |
| DNS und Netzwerk | Angefragte Domains | Nicht unbedingt der Suchbegriff selbst |
| Zielseite | Referrer, URL, Cookie | Kann zeigen, dass man über Suchergebnisse kam |
Durch HTTPS können Dritte auf dem Kommunikationsweg den Suchinhalt in vielen Fällen nicht einfach direkt lesen.
Der Suchdienst selbst verarbeitet die Suchbegriffe jedoch. Wenn man angemeldet ist, wird die Suche mit dem Konto verbunden. Auch auf dem Kommunikationsweg bleiben Ziel, Zeitpunkt und Datenmenge als andere Informationen bestehen.
Klarnamensuche und anonyme Vorbereitung nicht vermischen
Bei der Vorbereitung anonymer Aktivität ist es wichtig, Suchumgebungen zu trennen.
Wenn man angemeldet in einem Klarnamenkonto nach Vorbereitung für anonyme Posts, Löschanfragen, früheren Informationen oder Quellen sucht, verbinden sich Suchverlauf und Klarnamenkonto.
| Vermischte Handlung | Was passiert | Richtung der Verbesserung |
|---|---|---|
| Anonyme Aktivität im Klarnamenbrowser suchen | Bleibt in Verlauf und Konto | Anonymen Browser oder getrennte Umgebung verwenden |
| Whistleblowing-Methoden auf Arbeitsgerät suchen | Bleibt in Geräteverwaltungslogs | Arbeitsumgebung nicht verwenden |
| Dieselben Suchbegriffe mit mehreren Konten verwenden | Interessen überlappen | Suchbegriffe und Umgebung trennen |
| Aus Suchergebnissen in Klarnamensite einloggen | Cookies und Referrer verbinden sich | Anmeldestatus trennen |
Suche findet in der Vorbereitungsphase vor dem Posten statt.
Genau deshalb wird sie übersehen. Selbst wenn das Veröffentlichte sauber ist, kann die Suche in der Vorbereitung in der Klarnamenumgebung bleiben.
Vorsicht bei URLs von Suchergebnisseiten
URLs von Suchergebnissen, Übersetzungsdiensten, Karten oder Social-Media-Suchen können Suchbegriffe und Identifikationsparameter enthalten.
Wenn diese URL unverändert geteilt wird, sieht das Gegenüber, wonach man gesucht hat und mit welchen Bedingungen eingegrenzt wurde.
| Was in der URL enthalten ist | Was sichtbar wird | Was man prüft |
|---|---|---|
| Suchbegriff | Wonach gesucht wurde | URL vor dem Teilen prüfen |
| Regionale Bedingung | In welcher Region gesucht wurde | Prüfen, ob gewohnte Orte sichtbar werden |
| Spracheinstellung | Bevorzugte Sprache | Als Umgebungsinformation behandeln |
| Tracking-Parameter | Quelle oder Kampagne | Falls unnötig entfernen |
| Sitzungsbezogene Information | Bedienzustand | Prüfen, ob die URL geteilt werden darf |
Wenn man Suchergebnisse teilen will, kann man den Suchbegriff im Text erklären, unnötige Parameter entfernen oder statt der Suchergebnisseite direkt auf die offizielle Seite verlinken.
Die genauere Prüfung von URLs wird im Artikel zu URL-Tracking behandelt.
Bildersuche und umgekehrte Bildersuche
Bildersuche hilft bei der Prüfung früherer Informationen.
Man kann prüfen, ob das eigene Profilbild, ein Bild, das man posten möchte, oder ein früher verwendetes Icon an anderer Stelle genutzt wurde.
Allerdings übermittelt man auch hochgeladene Bilder und Suchinhalte an den Dienst für Bildersuche. Wenn hochriskante Bilder oder unveröffentlichte Materialien in externe Dienste gegeben werden, vertraut man in diesem Moment einer weiteren Stelle.
| Nutzung | Wobei es hilft | Vorsichtspunkt |
|---|---|---|
| Veröffentlichtes Bild suchen | Frühere Wiederverwendung prüfen | Verbindung zu Klarnamenkonten lässt sich suchen |
| Geplantes Bild suchen | Ähnliche Bilder prüfen | Unveröffentlichtes Bild wird extern übermittelt |
| Gesichtsfoto suchen | Sichtbarkeit prüfen | Sensibel, daher vorsichtig behandeln |
| Icon suchen | Wiederverwendung prüfen | Auch Korrelation zwischen anonymen Konten beachten |
Suchwerkzeuge sind nützlich. Ihre Nutzung bedeutet aber auch, eingegebene Informationen an einen Dienst zu übermitteln.
Bei hochriskanten Bildern bedenkt man vor der Eingabe in einen externen Dienst, ob das Bild schon veröffentlicht ist, wer davon betroffen ist und ob es Alternativen gibt.
Suchverhalten prüfen
Vor anonymer Aktivität prüft man die folgenden Punkte.
- Wird gesucht, während man in ein Klarnamenkonto eingeloggt ist?
- Wird auf Geräten oder Netzwerken von Arbeitsplatz oder Schule gesucht?
- Liegen Suchbegriffe zu nah an der eigenen Person oder Organisation?
- Wird die URL einer Suchergebnisseite unverändert geteilt?
- Werden sensible Bilder in die Bildersuche gegeben?
- Loggt man sich nach der Suche in eine Klarnamensite ein?
Suche ist der Eingang zu anonymer Aktivität.
Wenn sie schon am Eingang mit der Klarnamenumgebung vermischt wird, bleibt Korrelation auch dann bestehen, wenn die spätere Post-Umgebung sauber eingerichtet wird.
Vor der Suche den Zweck trennen
Um Risiken des Suchverhaltens zu verringern, trennt man den Zweck der Suche.
Suchen nach früheren Informationen, Suchen zur Prüfung von Post-Inhalten, Suchen nach rechtlichen Informationen und Suchen nach öffentlichen Informationen über ein Gegenüber unterscheiden sich darin, wie schwer die behandelten Informationen wiegen.
| Zweck der Suche | Behandelte Information | Vorsichtspunkt |
|---|---|---|
| Eigene frühere Informationen prüfen | Name, alter Handle, Bild | Klarnamenumgebung und anonyme Umgebung nicht vermischen |
| Faktencheck vor dem Posten | Region, Regelung, Ereignis | Prüfen, ob Suchbegriffe die eigene Position zeigen |
| Vorbereitung einer Löschanfrage | Seitenname, veröffentlichte Information | Anmeldestatus und Beratungsstelle prüfen |
| Öffentliche Informationen über ein Gegenüber prüfen | Name, Zugehörigkeit, soziale Netzwerke | Aufpassen, dass es nicht zu stalkingartigem Verhalten wird |
| Vorbereitung hochriskanter Offenlegung | Organisationsname, Beweise, Einreichungsziel | Auch Beratung durch Fachleute oder Unterstützungsstellen erwägen |
Suche ist eine Handlung, mit der man Informationen erhält, aber zugleich eigenes Interesse nach außen gibt.
Man bedenkt nicht nur, was gesucht wird, sondern auch in welcher Umgebung gesucht wird, wo Suchergebnisse gespeichert werden und mit wem sie geteilt werden.
Vorsicht beim Speichern von Suchergebnissen
Suchergebnisse werden manchmal als Screenshot oder Notiz gespeichert.
Auch diese gespeicherten Dinge enthalten Suchbegriffe, Browsertabs, angemeldete Konten, Uhrzeit, Benachrichtigungen und Lesezeichenleiste.
| Speichermethode | Verbleibende Information | Was man prüft |
|---|---|---|
| Screenshot | Suchbegriff, Tabs, Benachrichtigungen | Gesamten Bildschirm prüfen |
| Lesezeichen | Verlauf im Klarnamenbrowser | Von anonymer Nutzung trennen |
| Cloud-Notiz | Bearbeitende, Synchronisierungsverlauf | Nicht in Klarnamen-Cloud ablegen |
| Freigabelink | URL-Parameter | Unnötige Information entfernen |
Suchergebnisse zu speichern ist praktisch, um später darauf zurückzukommen.
Wenn der Speicherort aber zur Klarnamenumgebung gehört, bleibt die Vorbereitung anonymer Aktivität auf der Klarnamenseite.
Zusammenfassung
Suchverhalten ist eine wichtige Spur für Anonymität.
Suchbegriffe, Suchzeitpunkt, Anmeldestatus, Browserverlauf, Klickziele, Suchergebnis-URLs und Eingaben in die Bildersuche zeigen Interessen und Vorbereitungshandlungen.
Vor anonymen Veröffentlichungen zu suchen ist nötig.
Wenn Suche jedoch mit Klarnamenkonto, Arbeitsgerät, Schulnetzwerk oder Alltagsbrowser vermischt wird, bleibt die Vorbereitung anonymer Aktivität auf der Klarnamenseite.
Auch Suche wird als Teil der Prüfung vor Veröffentlichung behandelt. Umgebung, Anmeldestatus, URL und Bildeingaben müssen geprüft werden.
Verwandte Werkzeuge
Wayback Machine
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://web.archive.org/
OSINT Framework
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
