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Grundlagen

Unterschied zwischen Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit

Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit wirken ähnlich.

Sie bedeuten aber nicht dasselbe.

Wenn man diese drei Dinge verwechselt, wählt man falsche Maßnahmen. Ein starkes Passwort macht nicht anonym. HTTPS bedeutet nicht, dass die Website nicht sieht, woher die Anfrage kommt. Auch ohne Namen kann durch s oder Beitragsinhalte erkennbar werden, dass es sich um dieselbe Person handelt.

Zuerst muss man die unterschiedlichen Ziele auseinanderhalten.

Dieser Artikel ordnet den Unterschied zwischen Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit und erklärt, wie sie mit anonymer Aktivität zusammenhängen.

Die drei Unterschiede

Anonymität bedeutet, es schwieriger zu machen, Handlungen mit einer Identität zu verbinden.

Privatsphäre bedeutet, zu steuern, wie weit Informationen über einen selbst sichtbar sind.

Sicherheit bedeutet, Informationen und Systeme vor unbefugtem Zugriff, Veränderung und Zerstörung zu schützen.

KonzeptHauptzielBeispiel
AnonymitätHandlungen und Identität schwerer verknüpfbar machenAnonyme Beiträge, Quellenschutz,
PrivatsphäreSichtbarkeit personenbezogener Informationen steuernVeröffentlichungsbereich, Cookie-Einstellungen, Umgang mit Fotos
SicherheitUnbefugten Zugriff und Veränderung verhindernPasswörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Verschlüsselung

Die drei Bereiche überschneiden sich.

Ihre Ziele sind jedoch verschieden. Wer diesen Unterschied nicht versteht, kann starke Maßnahmen einsetzen und trotzdem das verfehlen, was geschützt werden soll.

Starke Sicherheit bedeutet nicht automatisch Anonymität

Auch mit einem Dienst mit starker Sicherheit ist man nicht automatisch anonym.

Ein Klarnamenkonto mit Zwei-Faktor-Authentifizierung ist zum Beispiel in einem sichereren Zustand. Es ist besser gegen Übernahme geschützt und Identitätsprüfung kann leichter sein. Wenn man mit diesem Konto postet, ist die Handlung trotzdem mit dem Konto verbunden.

Bei HTTPS ist es ähnlich.

HTTPS ist wichtig, um Mitlesen und Veränderung auf dem Kommunikationsweg zu verhindern. Die Anfrage kommt aber trotzdem bei der Zielwebsite an. Wenn man angemeldet ist, werden Aufrufe und Beiträge mit dem Konto verbunden.

ZustandWas geschützt wirdProblem für Anonymität
Anmeldung bei einem KlarnamenkontoSchutz vor Kontoübernahme, IdentitätsprüfungHandlungen werden mit der Person verbunden
Nutzung von HTTPSSchutz des KommunikationswegsDie Anfrage erreicht die Zielseite
Starkes PasswortSchutz vor unbefugtem LoginDie Identität wird nicht verborgen
Nutzung offizieller AppsVeränderte Apps lassen sich leichter vermeidenKonto- und Geräteinformationen bleiben
GerätesperreInformationen auf dem Gerät werden geschütztInhaltskorrelation von Beiträgen bleibt

Sicher zu sein und anonym zu sein sind unterschiedliche Dinge.

Sicherheit ist nötig, aber Sicherheit allein erzeugt keine Anonymität.

Privatsphäre-Einstellungen reichen ebenfalls nicht aus

Den Veröffentlichungsbereich zu begrenzen ist wichtig.

Private Konten, eingeschränkte Sichtbarkeit, Cookie-Beschränkungen, deaktivierte Standortdaten, ausgeblendete Profile. Das sind wirksame Datenschutzmaßnahmen.

Aber Privatsphäre-Einstellungen allein stellen Anonymität nicht her.

EinstellungWas geschützt wirdVerbleibendes Risiko
Privates KontoVeröffentlichung an unbestimmte Öffentlichkeit wird vermiedenFollower können es sehen
Eingeschränkte VeröffentlichungSichtbare Personen werden begrenztScreenshots oder Weitergabe können passieren
Cookie-BeschränkungEin Teil des Trackings wird reduziertAnmeldestatus bleibt
Profil ausgeblendetDirekte Informationen werden reduziertRückschlüsse aus Beitragsinhalten bleiben
Standortdaten ausGPS-Informationen werden reduziertHintergrund von Fotos oder Beitragsinhalte zeigen Orte

Privatsphäre-Einstellungen verringern, wer etwas sehen kann.

Anonymität verringert die Verbindung zwischen Handlungen und Identität.

Diese beiden Dinge liegen nah beieinander, sind aber nicht gleich.

Nur auf Anonymität zu schauen ist ebenfalls gefährlich

Es ist auch gefährlich, Anonymität zu stark zu gewichten und Sicherheit oder Privatsphäre zu vernachlässigen.

Auch ein anonymes Konto kann übernommen werden, wenn das Passwort schwach ist. Wenn über ein übernommenes Konto DMs oder Entwürfe sichtbar werden, können Beteiligte oder die genutzte Umgebung offengelegt werden.

Wenn in einem anonymen Beitrag Gesichter von Familienmitgliedern oder anderen Personen auf einem Foto zu sehen sind, verletzt das deren Privatsphäre.

ZustandProblemNotwendige Maßnahme
Schwaches Passwort eines anonymen KontosDurch Übernahme werden interne Informationen sichtbarStarkes Passwort und Zwei-Faktor-Authentifizierung
Gesichter anderer Personen in anonymem BeitragAndere werden hineingezogenFoto prüfen, unkenntlich machen, nicht posten
Wiederherstellungsadresse der anonymen Mail ist realKontoverwaltung verbindet SeitenAuch Wiederherstellungswege trennen
Gerät der anonymen Umgebung ist ungeschütztUnterlagen und Entwürfe auf dem Gerät können abfließenGerätesperre und Updates
Beweisdatei wird unverändert veröffentlichtMetadaten und Beteiligteninformationen treten ausMetadaten prüfen und Beratungsstelle nutzen

Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit reichen jeweils allein nicht aus.

Je nach Ziel kombiniert man sie.

Die drei Bereiche kombinieren

In tatsächlicher anonymer Aktivität denkt man alle drei Bereiche gleichzeitig.

Wer anonym Beratung sucht, prüft nicht nur Kontentrennung, sondern auch Beitragsinhalt, Kommunikationsweg, Gerätesicherheit und Vertrauenswürdigkeit der Beratungsstelle. Wer eine Quelle schützen will, denkt an Kontaktwege, Metadaten von Unterlagen, Rückschlüsse aus dem Artikelinhalt und Speicherorte.

ZielAnonymitätPrivatsphäreSicherheit
Anonym beraten lassenKonto unter anderem Namen, Anpassung des InhaltsFamilie und gewohnte Orte nicht zeigenKonto nicht übernehmen lassen
Personenbezogene Informationen nicht verbreitenKlarnamen und Handlungen trennenVeröffentlichungsbereich, Fotos, Cookie-VerwaltungGerät und Konto schützen
Quelle schützenKorrelation von Kontaktweg und Artikelinhalt reduzierenBeteiligteninformationen nicht ausgebenUnterlagen und Kommunikation sicher behandeln
WhistleblowingInterne Logs und Materialzugriffe bedenkenBeteiligte nicht hineinziehenBeweise sicher aufbewahren

Wichtig ist, nicht zu versuchen, alles mit nur einem Bereich zu lösen.

Situationen, in denen Fehlurteile leicht passieren

Der Unterschied zwischen den drei Bereichen vermischt sich in der Praxis leicht.

"Diese App ist sicher, also kann ich sie anonym nutzen", "Das Konto ist privat, also erkennt niemand meine Identität", "Ich nutze , also ist auch meine Privatsphäre geschützt". Solche Vorstellungen sind teilweise richtig, insgesamt aber unzureichend.

Häufiges UrteilWas fehltRichtige Sichtweise
Sichere App bedeutet anonymKonto- und Kontaktinformationen bleibenSicherheit und Anonymität trennen
Privat bedeutet anonymFollower und Screenshots bleibenSichtbare Personen und Korrelation betrachten
VPN bedeutet vollständige PrivatsphäreDer VPN-Anbieter wird zum VertrauenspunktPrüfen, wohin sich Vertrauen verschiebt
Standortdaten aus bedeutet kein Ort sichtbarFotohintergrund und Beitragsinhalt bleibenOrtsinformationen jenseits von GPS betrachten
Kein echter Name bedeutet anonymCookies, Schreibstil und frühere IDs bleibenVerbindung mit Identität betrachten

Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit unterstützen einander.

Sie ersetzen einander aber nicht. Starke Sicherheit ist eine Grundlage für Anonymität, aber nicht Anonymität selbst. Privatsphäre-Einstellungen verringern Sichtbarkeit, löschen Korrelation aber nicht automatisch.

Zusammenfassung

Anonymität, Privatsphäre und Sicherheit sind ähnlich, haben aber unterschiedliche Ziele.

Anonymität bedeutet, Handlungen und Identität schwerer verknüpfbar zu machen.

Privatsphäre bedeutet, die Sichtbarkeit personenbezogener Informationen zu steuern.

Sicherheit bedeutet, vor unbefugtem Zugriff und Veränderung zu schützen.

Auch ein sicherer Dienst macht nicht automatisch anonym. Auch private Einstellungen machen nicht automatisch anonym. Auch ein anonymes Konto ist gefährdet, wenn seine Sicherheit schwach ist.

Anonymitätskompetenz bedeutet, diese drei Bereiche getrennt zu betrachten.

Und sie passend zu dem zu kombinieren, was man schützen will.

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