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Veröffentlichungsablauf

Checkliste vor der Veröffentlichung

Bevor du anonym postest, musst du nicht nur den Text prüfen, sondern auch Bilder, Dateien, Links, Konto, Zeitpunkt und Reaktionen nach der Veröffentlichung.

Es ist gefährlich zu denken: "Ich habe keinen echten Namen geschrieben, also ist alles in Ordnung." Ortsnamen, Arbeitsplatz, Schule, Posting-Zeit, Bildhintergrund, Dateiname, s, Anmeldestatus und Korrelationen mit früheren Konten können die betroffene Person oder Beteiligte eingrenzen.

Dieser Artikel ordnet die grundlegenden Punkte ein, die vor anonymen Posts oder anonymen Veröffentlichungen geprüft werden sollten. Die ausführliche Entscheidung direkt vor der Veröffentlichung, ob veröffentlicht oder gestoppt wird, behandelt der Artikel "Go/No-Go-Check direkt vor der Veröffentlichung".

Warum man vor der Veröffentlichung stoppt

Einmal veröffentlichte Informationen lassen sich nicht immer vollständig zurückholen.

Sie können in Screenshots, Zitaten, Benachrichtigungen, Suchergebnissen und Archiven bleiben. Gerade deshalb ist es sicherer, vor der Veröffentlichung zu stoppen, statt danach in Eile zu reagieren.

Was nach der Veröffentlichung passieren kannWarum das problematisch ist
ScreenshotBleibt bestehen, auch wenn die ursprüngliche Quelle gelöscht wird
Zitat oder WeiterverbreitungVerbreitet sich in verändertem Kontext
BenachrichtigungBleibt auf dem Gerät der anderen Person
SuchergebnisEs dauert, bis Änderungen übernommen werden
ArchivFrühere Zustände werden gespeichert

Der Check vor der Veröffentlichung ist keine übertrieben vorsichtige Arbeit.

Er ist Arbeit, damit nach der Veröffentlichung keine Optionen verloren gehen.

Text prüfen

Zuerst wird der Text geprüft.

Nicht nur Namen und Adressen, sondern auch spezifische Hinweise, Informationen, die nur Beteiligte verstehen, Zeitabläufe, Fachbegriffe und Zahlen werden betrachtet.

PrüfpunktWarum man ihn betrachtet
Echter Name, Ortsname, OrganisationsnameFührt zu direkter Identifizierung
Arbeitsplatz, Schule, gewohnte OrteGrenzt Kandidaten ein
Datum, Personenzahl, PositionKann mit Aufzeichnungen abgeglichen werden
Informationen über BeteiligteZieht andere Personen hinein
Schreibstil, SprachgewohnheitenKorreliert mit früheren Konten

Lasse den Teil stehen, der für Leserinnen und Leser verständlich sein muss, und entferne Details, die zur Identifizierung genutzt werden können.

Bilder, Dateien und Links prüfen

Fehler bei der Anonymität entstehen auch außerhalb des Textes.

In Bildern bleiben Hintergrund, Spiegelungen, Schilder und Standortinformationen zurück. In PDF- und Office-Dokumenten können Name der erstellenden Person, Bearbeitungsverlauf und Kommentare bleiben. URLs können Suchbegriffe, IDs und Tracking-Parameter enthalten.

GegenstandWas geprüft wird
BilderHintergrund, Spiegelungen, Schilder, Gesichter, Standortinformationen
ScreenshotsBenachrichtigungen, Tab-Namen, Kontonamen, Uhr
PDF und OfficeErsteller, Firmenname, Änderungsverlauf, Anmerkungen
Video und AudioStimme, Hintergrundgeräusche, Aufnahmeort, Metadaten
URLUnnötige Parameter, Suchbegriffe, persönliche IDs

Bei Dateien wird zuerst eine Veröffentlichungskopie erstellt und danach geprüft.

Grundsätzlich sollte die Originaldatei nicht unverändert veröffentlicht werden.

Konto und Umgebung prüfen

Auch das für den Post genutzte Konto und die Umgebung werden geprüft.

Wenn Klarnamen-E-Mail, Telefonnummer, Wiederherstellungsziel, persönliche Cloud oder der gewohnte Browser vermischt werden, wird die Bedeutung eines anonymen Kontos geschwächt.

PrüfpunktGrund
Ist es eine dedizierte E-Mail-Adresse?Korrelation mit der Klarnamen-E-Mail vermeiden
Sind Wiederherstellungsziele getrennt?Auch wenn sie von außen nicht sichtbar sind, können sie über Verwaltungsinformationen verbinden
Ist es ein dedizierter Browser?Cookies und Anmeldestatus nicht vermischen
Erscheinen keine Klarnamen-Benachrichtigungen?Sie können bei Bildschirmfreigabe oder Screenshots sichtbar werden
Wurde die Posting-Zeit geprüft?Prüfen, ob sie sich mit Anwesenheit vor Ort oder Lebensrhythmus verbindet

Bei Anonymität betrachtet man nicht nur den Post selbst, sondern auch die Umgebung, aus der gepostet wird.

Keine ungeklärten Punkte stehen lassen

Wenn beim Check vor der Veröffentlichung ein "Ich weiß es nicht genau" übrig bleibt, wird die Veröffentlichung verzögert.

Unklarer PunktWas als Nächstes zu tun ist
Unsicher, was auf diesem Bild zu sehen istVergrößert prüfen und bei Bedarf nicht veröffentlichen
Metadaten sind unklarMit lokalem Prüfwerkzeug oder in anderem Format prüfen
Veröffentlichungsbereich ist unklarEinstellungen prüfen
Unklar, wie es für andere aussiehtDarstellung in einer getrennten Umgebung prüfen
Rechtliches Risiko ist unklarFachleute oder Unterstützungsstellen konsultieren

Wichtig ist, unklare Punkte nicht als sicher zu behandeln.

Bei hochriskanten Dateien sollten sie zur Metadatenprüfung nicht bei externen Diensten hochgeladen werden. Beim dafür genutzten Dienst können Dateiinhalt, Dateiname, Zugriffsquelle und Prüfzeitpunkt zurückbleiben.

Der Check endet nicht nach einem Durchgang

Der Check vor der Veröffentlichung reicht manchmal nicht nur unmittelbar vor dem Posten.

In der Entwurfsphase, nach dem Erstellen einer Datei, nach der Bildbearbeitung, direkt vor dem Hochladen und bei der Anzeigeprüfung nach der Veröffentlichung sind jeweils andere Dinge zu betrachten.

ZeitpunktWas geprüft wird
EntwurfsphaseSpezifische Hinweise im Text, Informationen über Beteiligte
Nach dem Erstellen der DateiMetadaten, Dateiname, Änderungsverlauf
Nach der BildbearbeitungHintergrund, Spiegelungen, Text, Reste von Unschärfung
Direkt vor dem HochladenKonto, Veröffentlichungsbereich, URL
Direkt nach der VeröffentlichungAnsicht aus Sicht anderer, unnötige Vorschauen

Besonders Bilder und Dateien werden vor und nach der Bearbeitung geprüft.

Nicht "Ich habe es einmal angesehen, also ist es in Ordnung", sondern der endgültig veröffentlichte Zustand muss geprüft werden.

Bei hochriskanten Veröffentlichungen ist Beratung eine Option

Es gibt Situationen, in denen nicht allein anhand des Checks vor der Veröffentlichung entschieden werden sollte.

Dazu gehören Whistleblowing, Quellenschutz, häusliche Gewalt oder Stalking, Minderjährige, Vergeltung durch Arbeitsplatz oder Schule sowie rechtliche Konflikte. In solchen Situationen sollte nicht nur die Checkliste eines Artikels genutzt werden, sondern auch geprüft werden, ob vertrauenswürdige Beratungsstellen infrage kommen, etwa Anwältinnen und Anwälte, Unterstützungsorganisationen oder Sicherheitsverantwortliche in Redaktionen.

SituationWarum Beratung erwogen werden sollte
WhistleblowingEs bestehen rechtliche und arbeitsrechtliche Risiken
QuellenschutzDamit Informationsquellen nicht gefährdet werden
Häusliche Gewalt und StalkingReale Sicherheit hat Vorrang
Minderjährige sind betroffenAuswirkungen auf andere als die betroffene Person sind groß
Arbeitsplatz- oder SchulproblemEs besteht Risiko von Vergeltung oder Zuordnung zu einer Zugehörigkeit

Ziel des Checks vor der Veröffentlichung ist nicht, Leserinnen und Leser zu erschrecken.

Er soll Informationen, die veröffentlicht werden können, von Informationen trennen, die noch geprüft werden müssen. Der Check dient dazu, nicht trotz Unsicherheit zu veröffentlichen, sondern Optionen zu haben: stoppen, prüfen, verallgemeinern, nicht veröffentlichen oder Beratung suchen.

Prüfergebnisse in Handlungen umsetzen

Eine Checkliste hat keinen Sinn, wenn man sie nur betrachtet.

Wenn ein Problem gefunden wird, muss es in eine konkrete Handlung überführt werden. Verallgemeinern, löschen, Bild austauschen, Veröffentlichung verzögern, beraten lassen, nicht veröffentlichen. Erst wenn auch entschieden ist, welche Option gewählt wird, ist es ein wirklicher Check.

Gefundenes ProblemHandlung
Ortsname ist konkretGranularität verringern
Benachrichtigung im BildNeu aufnehmen oder nicht veröffentlichen
Metadaten unklarErst nach Prüfung veröffentlichen
Beteiligte sind erkennbarAuswirkungen auf andere Personen bedenken
Rechtliches Risiko unklarFachleute konsultieren

Beim Check stoppen zu können, ist eine wichtige Schutzmaßnahme für Anonymität.

Auch Reaktionen nach der Veröffentlichung festlegen

Beim Check vor der Veröffentlichung wird auch bedacht, wie reagiert wird, wenn nach der Veröffentlichung ein Problem gefunden wird.

Fehler bei der Anonymität werden manchmal direkt nach der Veröffentlichung bemerkt. Am Bildrand ist ein Name geblieben, eine Linkkarte zeigt ein Klarnamenkonto, in Kommentaren wird nach weiteren Details gefragt und man antwortet zu ausführlich. Wenn man in solchen Situationen überstürzt reagiert, kann man noch mehr Informationen preisgeben.

Problem nach der VeröffentlichungWie die Reaktion gedacht werden sollte
Im Bild sind Informationen gebliebenLöschen und sorgfältig entscheiden, ob erneut gepostet wird
In der Linkanzeige erscheint ein KlarnameFreigabemethode ändern und Ursache prüfen
In Fragen werden Details erfragtNicht sofort antworten, sondern Notwendigkeit prüfen
Der Inhalt wurde weiterverbreitetDurch zusätzliche Erklärungen keine weiteren Informationen hinzufügen
Identitätsvermutungen beginnenVor einer Reaktion Sicherheit priorisieren

Wenn vor der Veröffentlichung festgelegt wird, "was nicht getan wird, wenn ein Problem auftritt", lassen sich unnötige Reaktionen verringern.

Bei Anonymität sind nicht nur der Moment der Veröffentlichung, sondern auch Antworten und Korrekturen nach der Veröffentlichung Risiken.

Zusammenfassung

Der Check vor der Veröffentlichung ist der letzte Haltepunkt, um Anonymität zu schützen.

Geprüft werden Text, Bilder, Dateien, URLs, Konto, Umgebung und Posting-Zeit.

Auch ohne echten Namen können Arbeitsplatz, Schule, gewohnte Orte, Informationen über Beteiligte, Schreibstil, Bilder, Metadaten und Cookies korreliert werden.

Einmal veröffentlichte Informationen können auch nach dem Löschen bestehen bleiben.

Wenn ungeklärte Punkte übrig bleiben, nicht veröffentlichen, verzögern, prüfen oder Beratung suchen. Das ist eine Grundlage, um Anonymität zu schützen.

Verwandte Werkzeuge

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