Risiken durch PDF-Metadaten
PDFs sollten vor Veröffentlichung nach Aussehen, Metadaten, Anmerkungen, Einbettungen, Formularen, Dateinamen und Freigabeweg getrennt geprüft werden.
PDFs werden häufig als Veröffentlichungs- oder Einreichungsunterlagen verwendet.
PDFs lassen sich jedoch nicht nur nach ihrem Aussehen beurteilen. Auch wenn im Text kein Name steht, können in der Datei Erstellername, Erstellungssoftware, Erstellungszeit, Anmerkungen, eingebettete Dateien und Formularinformationen bleiben.
Bei Anonymität werden nicht nur die Inhalte eines PDFs zu Hinweisen, sondern auch die Umgebung, in der es erstellt wurde, und der Bearbeitungsverlauf.
Dieser Artikel ordnet Informationen, die leicht in PDFs bleiben, sowie die Prüfpunkte vor einer Veröffentlichung.
Informationen, die in PDFs bleiben
PDFs können Informationen enthalten, die über das Dokument selbst hinausgehen.
| Information | Was sie zeigt | Risiko für Anonymität |
|---|---|---|
| Ersteller | Benutzername des OS oder Dokumentprogramms | Personen- oder Organisationsname erscheint |
| Erstellungszeit | Wann es erstellt wurde | Verbindet sich mit Handlungszeit oder Erstellungszeit der Unterlagen |
| Erstellungssoftware | Word, LibreOffice, Scanner usw. | Wird zum Hinweis auf die Arbeitsumgebung |
| Titel | Ursprünglicher Dokumentname oder Vorgangsname | Interne Bezeichnungen bleiben |
| Anmerkungen | Kommentare oder Bearbeitungsnotizen | Beteiligte oder Entscheidungsprozesse erscheinen |
| Eingebettete Dateien | Ursprungsunterlagen oder Anhänge | Unnötige Informationen werden vermischt |
PDFs wirken wie „fertige Fassungen“.
Intern können jedoch Informationen aus dem Erstellungsprozess bleiben.
Fehler bei der Schwärzung
Besonders gefährlich sind bei PDFs fehlgeschlagene Schwärzungen.
Auch wenn optisch ein schwarzes Rechteck etwas verdeckt, kann die Zeicheninformation intern bleiben. Durch Kopieren, Suchen oder Entfernen von Ebenen lässt sich ursprünglicher Text manchmal herausziehen.
| Häufige Verarbeitung | Problem | Sicherere Vorgehensweise |
|---|---|---|
| Schwarze Form darüberlegen | Ursprüngliche Zeichen bleiben intern | Spezielle Schwärzungsfunktion nutzen |
| Nur Screenshot erstellen | Qualität und verborgene Informationen beachten | Nötigen Bereich erneut prüfen |
| Mit Anmerkung verdecken | Anmerkungen lassen sich möglicherweise entfernen | Nach Ausgabe durch Kopieren und Suchen prüfen |
| Seiten löschen | Einbettungen oder Verlauf können bleiben | Als andere Datei neu erzeugen |
| Teilweise manuell löschen | Es kommt leicht zu Übersehenem | Mit Checkliste arbeiten |
Bei hochriskanten Unterlagen ist es sicherer, Schwärzungen nicht nur mit einem einzelnen Augenpaar zu beurteilen.
Im rechtlichen, journalistischen oder Whistleblowing-Kontext kann die Prüfung durch Fachleute oder vertrauenswürdige Beratungsstellen nötig werden.
PDFs nach Aussehen und Innerem getrennt betrachten
Bei der PDF-Prüfung trennt man Aussehen und interne Informationen.
Zum Aussehen gehören Text, Bilder, Tabellen, QR-Codes, Seitenzahlen, Hintergrund und Wasserzeichen. Intern gibt es Metadaten, Anmerkungen, eingebettete Dateien, Formulare und Links.
| Prüfort | Informationen | Grund |
|---|---|---|
| Aussehen | Text, Bilder, Tabellen, Hintergrund | Direkte personenbezogene Informationen prüfen |
| Links | URL, Freigabeziel, Tracking | Persönliche IDs oder interne URLs vermeiden |
| Metadaten | Ersteller, Erstellungssoftware | Arbeitsumgebung nicht preisgeben |
| Anmerkungen | Kommentare, Korrekturen | Interne Gespräche nicht behalten |
| Einbettungen | Anhänge, Formulare | Keine unnötigen Daten einschließen |
PDFs sehen wie Drucksachen aus.
Tatsächlich sind sie digitale Dateien mit interner Struktur.
Prüfschritte
Vor Veröffentlichung eines PDFs ist es Grundsatz, nicht die Originaldatei direkt zu veröffentlichen.
Man erstellt eine Veröffentlichungskopie und lässt nur die nötigen Informationen darin.
| Schritt | Was zu prüfen ist |
|---|---|
| 1 | Veröffentlichungskopie statt Originaldatei erstellen |
| 2 | Prüfen, ob Dateiname bürgerlichen Namen, Vorgangsnamen oder Organisationsnamen enthält |
| 3 | Dokumenteigenschaften prüfen |
| 4 | Anmerkungen, Kommentare, Formulare und Einbettungen prüfen |
| 5 | Prüfen, ob geschwärzte Stellen kopiert oder gesucht werden können |
| 6 | In einer anderen Umgebung erneut öffnen und Anzeige prüfen |
| 7 | Nach dem Hochladen prüfen, wie es für die Gegenseite aussieht |
Werkzeuge wie ExifTool oder qpdf helfen bei der Prüfung.
Auch wenn ein Werkzeug Metadaten entfernt, müssen Informationen im Text oder in Bildern getrennt geprüft werden. Wenn man die Original-PDF zu externen PDF-Konvertern, Online-Schwärzungsdiensten oder Online-Metadatenprüfern hochlädt, können Dokumentinhalt, Zugriffsinformationen und Verarbeitungszeit an diesen Dienst gelangen. Bei hochriskanten PDFs führt man Prüfung und Umwandlung möglichst lokal aus.
Auch den Empfängerweg des PDFs prüfen
Das Risiko eines PDFs liegt nicht nur im Dateiinneren.
Auch wohin man es hochlädt, an wen man es sendet und über welches Konto man es teilt, betrifft Anonymität. Bei Freigabe aus einer persönlichen Cloud können Eigentümername oder E-Mail-Adresse sichtbar sein. Bei E-Mail-Versand bleiben Absender, Betreff und Zeitpunkt.
| Freigabemethode | Verbleibende Informationen | Hinweis |
|---|---|---|
| Cloud-Link | Eigentümername, Freigabeverlauf | Nicht aus dem Klarnamenkonto freigeben |
| E-Mail-Anhang | Absender, Betreff, Zeit | Korrelation des Kontaktwegs prüfen |
| Posting-Site | Upload-Zeit, Konto | Verbindet sich mit dem Beitragsinhalt |
| Chat-Versand | Bleibt auf dem Gerät der Gegenseite | Screenshots und Weiterleitung beachten |
| Anonyme Einreichung | Logs des Einreichungsziels, Prüfzeit | Vertrauenswürdigkeit des Ziels prüfen |
Ein PDF sicherer zu machen bedeutet nicht nur, sein Inneres aufzuräumen.
Man betrachtet auch Freigabeweg, Konto, Sendezeit und Speicherung auf der Gegenseite.
Abgrenzung zu anderen Artikeln
Dieser Artikel behandelt Risiken durch Informationen, die in PDFs bleiben.
Der Ablauf zum tatsächlichen Entfernen von PDF-Metadaten wird in „Vorsicht beim Entfernen von PDF-Metadaten“ behandelt. Wenn ein PDF aus einer Office-Datei erstellt wird, prüft man auch Erstellerinformationen und Änderungsverlauf in der ursprünglichen Office-Datei.
Wichtig ist also, nicht beim PDF allein stehenzubleiben.
| Prüfobjekt | Hauptprüfung |
|---|---|
| PDF selbst | Ersteller, Anmerkungen, Einbettungen, Schwärzung |
| Ursprüngliches Office-Dokument | Änderungsverlauf, Kommentare, Firmenname |
| Bild | Hintergrund, Reflexionen, Text, EXIF |
| Freigabeweg | Eigentümername, URL, Sendezeit |
| Beratungsstelle | Umgang mit Beweiswert und Sicherheit |
PDFs sind in vielen Situationen ein „leicht einzureichendes Format“.
Gerade deshalb werden sie bei Whistleblowing, Beratung in Schule oder Beruf und journalistischer Weitergabe leicht unverändert herausgegeben. Wenn Anonymität wichtig ist, trennt man, wo Informationen über die Person, die das PDF erstellt, bearbeitet, geteilt oder geöffnet hat, erhalten bleiben.
Auch bei erhaltenen PDFs vorsichtig sein
PDF-Risiken betreffen nicht nur selbst erstellte Dateien.
Auch PDFs, die man von anderen erhält, können Ersteller, Erstellungszeit, Erstellungssoftware, Anmerkungen und eingebettete Dateien enthalten. Wenn man ein PDF aus Recherche oder Beratung unverändert veröffentlicht, kann dadurch eine Linie zurück zur Quelle entstehen.
| Information im erhaltenen PDF | Risiko |
|---|---|
| Ersteller | Anbieter oder Organisation wird erkennbar |
| Erstellungszeit | Entstehungszeit der Unterlagen wird erkennbar |
| Anmerkungen | Interne Notizen bleiben |
| Einbettungen | Ursprungsunterlagen werden vermischt |
| Dateiname | Vorgang oder Personenname wird sichtbar |
Gerade erhaltene PDFs prüft man aus der Perspektive des Quellenschutzes.
Auch Scan-PDFs behalten Hinweise
Es stimmt nicht, dass ein eingescanntes Papier als PDF automatisch sicher ist.
Scan-PDFs können Scannername, Erstellungssoftware und Erstellungszeit enthalten. Außerdem bleiben auf der Papierseite selbst Stempelabdrücke, Eingangsnummern, Handschrift, Knicke, Randnotizen und Merkmale des Kopiergeräts. Auch Bild-PDFs ohne Textinformation liefern über das Aussehen Hinweise.
| Anhaltspunkt | Was er zeigt | Prüfhinweis |
|---|---|---|
| Scannerinformation | Verwendetes Gerät oder Umgebung | Metadaten prüfen |
| Eingangsnummer | Organisationsinterne Unterlagen | Nummernsystem grenzt ein |
| Handschrift | Schreibende Person | Bekannte Personen erkennen sie |
| Stempel oder Unterschrift | Person oder Organisation | Wird zu direkter Identifizierungsinformation |
| Rand und Knicke | Umgang mit dem Original | Weg des Originals wird vermutet |
Scan-PDFs tragen Risiken digitaler Dokumente und Papierdokumente zugleich.
Man prüft nicht nur Metadaten, sondern vergrößert auch das Aussehen der Papierseite.
Zusammenfassung
PDFs lassen sich nicht allein nach ihrem Aussehen als sicher beurteilen.
Erstellername, Erstellungszeit, Erstellungssoftware, Anmerkungen, eingebettete Dateien und Formularinformationen können bleiben.
Auch Schwärzung ist nach dem Aussehen allein unzureichend. Verfahren, bei denen ursprüngliche Zeichen intern bleiben, sind gefährlich.
Bei Anonymität prüft man PDF-Text, Aussehen, interne Informationen, Dateiname und Freigabeziel getrennt.
Bei hochriskanten Unterlagen erwägt man, nicht allein zu entscheiden, sondern vertrauenswürdige Beratungsstellen oder Fachleute einzubeziehen.
Verwandte Werkzeuge
ExifTool
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://exiftool.org/
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qpdf
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