Direkte Identifikatoren personenbezogener Informationen
Direkte Identifikatoren wie Name, Kontakt, Adresse, Gesicht, Stimme, Koordinaten, Nummern, Dateinamen, Metadaten und URLs müssen vor Veröffentlichung geprüft werden.
Wenn man über Anonymität nachdenkt, sollte man zuerst direkte Identifikatoren prüfen.
Direkte Identifikatoren sind Informationen, die allein schon leicht einer Person oder Beteiligten näherkommen.
Dazu gehören Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Adresse, Gesichtsfoto, Breiten- und Längengrad, Handle in sozialen Netzwerken, Personalnummer, Matrikelnummer und Ähnliches.
Auch wenn man „die IP-Adresse verbirgt“, „VPN nutzt“ oder „ein Aliaskonto erstellt“, bricht Anonymität, wenn im Text oder in Dateien direkte Identifikatoren bleiben.
Dieser Artikel ordnet, was direkte Identifikatoren sind, wo sie leicht zurückbleiben und wie man sie vor Veröffentlichung prüft.
Was direkte Identifikatoren sind
Direkte Identifikatoren sind Informationen, die direkt auf eine Person oder Beteiligte zeigen.
| Art | Beispiel | Hinweis für Anonymität |
|---|---|---|
| Name | Klarname, früherer Name, mit Klarname verbundener Spitzname | nähert sich allein der Person |
| Kontakt | E-Mail, Telefonnummer, ID in sozialen Netzwerken | verbindet sich mit Konto oder früheren Informationen |
| Adresse oder Koordinaten | Adresse, Breiten- und Längengrad, Gebäudename | zeigt gewohnte Orte oder Aufenthaltsort direkt |
| Gesicht oder Stimme | Gesichtsfoto, Stimme, Video | Bekannte oder Abgleich erkennen die Person |
| Nummer | Personalnummer, Matrikelnummer, Reservierungsnummer | verbindet sich mit Organisation oder Antragsdaten |
Direkte Identifikatoren sind stärkere Informationen als viele andere Hinweise.
Schon allein kommen sie einer Person leicht näher; zusammen mit anderen Informationen werden sie noch stärker.
Direkte Identifikatoren bleiben auch außerhalb des Textes
Direkte Identifikatoren stehen nicht nur im Haupttext.
Sie können in Dateinamen, Bildern, PDFs, Office-Dokumenten, URLs, Metadaten, Screenshots und Audio bleiben.
| Ort | Verbleibende Information |
|---|---|
| Text | Name, Adresse, E-Mail, Telefonnummer |
| Bild | Gesicht, Namensschild, Versandetikett, Dokumente |
| Dateiname | Klarname, Abteilungsname, Vorgangsname |
| Metadaten | Erstellername, Gerätename, GPS |
| URL | Werte wie email, name, user, token |
| Audio | eigene Stimme, Gespräche in der Umgebung, Namensrufe |
Auch wenn der Name aus dem Text entfernt ist, schwächt ein Namensschild im Bild oder ein Erstellername im PDF Anonymität deutlich.
Direkte Identifikatoren sucht man im gesamten Veröffentlichungsobjekt.
Vermischung von Alias und Klarname
Bei anonymer Aktivität nutzt man manchmal Aliasnamen oder Rollenbezeichnungen.
Das ist hilfreich, wird aber gefährlich, wenn es sich mit Klarnamen vermischt.
Wenn im Profil eines anonymen Kontos ein Alias steht, die Kontaktmail aber eine Klarnamenadresse ist, entsteht Korrelation.
Auch ein anonymer Beitrag verbindet sich, wenn der Dateiname eines Bildes den Klarnamen enthält.
| Vermischung | Was passiert |
|---|---|
| Alias + Klarnamenmail | Konto nähert sich der Person |
| Anonymer Beitrag + Klarname im Dateinamen | Datei zeigt die Person |
| Anonymes Profil + alter Handle | verbindet sich mit früherem Konto |
| Anonymer Kontakt + Klarnamentelefonnummer | Kontakt zeigt die Person |
| Anonyme Unterlage + Erstellername | Herkunft des Dokuments wird sichtbar |
Wenn man einen Alias nutzt, trennt man auch Kontaktwege, Dateien, Browser und Beitragsinhalte.
Nur den Namen zu ändern, ist schwach, wenn die Umgebung weiter zur Klarnamenumgebung gehört.
Hinweise beim Entfernen direkter Identifikatoren
Direkte Identifikatoren sollte man manchmal schlicht entfernen.
Je nach Kontext ist aber auch die Ersatzformulierung wichtig.
| Ausgangsinformation | Ersatzbeispiel | Hinweis |
|---|---|---|
| Taro Yamada | Person A, zuständige Person, eine Person | Rolle nicht zu erkennbar machen |
| Shibuya-ku X | in Tokio, in der Kanto-Region | Genauigkeit senken |
| Firmenname | ein Unternehmen, eine zugehörige Organisation | nicht durch Branche und Größe wieder eingrenzen |
| Telefonnummer | entfernen | besser nicht ersetzen |
| Breiten- und Längengrad | Regionsangabe | genaue Position nicht herausgeben |
Auch die Ersatzformulierung kann ein neuer Hinweis werden.
Eine Formulierung wie „ein kleines medizinisches Startup in Tokio mit der einzigen Buchhaltungsperson“ grenzt Kandidaten trotz entfernten Klarnamens ein.
Prüfung vor Veröffentlichung
Direkte Identifikatoren prüft man in dieser Reihenfolge.
| Reihenfolge | Zu prüfen | Grund |
|---|---|---|
| 1 | Text lesen | Namen, Adresse und Kontakt suchen |
| 2 | Bilder und Videos ansehen | Gesicht, Namensschild, Dokumente und Reflexion prüfen |
| 3 | Dateinamen ansehen | prüfen, ob Klarname oder Vorgangsname bleibt |
| 4 | Metadaten ansehen | Ersteller, GPS und Gerätename prüfen |
| 5 | URL ansehen | prüfen, ob Suchbegriffe, E-Mail oder Einzel-ID bleibt |
| 6 | Audio anhören | Namensrufe oder Gespräche prüfen |
Schon ein einzelner verbleibender direkter Identifikator ist ein starker Hinweis.
Vor Veröffentlichung prüft man auch Orte außerhalb des Haupttexts.
Bei hohem Risiko
Bei Quellenschutz, internem Hinweisgeben, Kontakten von Aktivistinnen und Aktivisten oder Beratungen mit Bezug auf Familie und Arbeitsplatz behandelt man direkte Identifikatoren besonders vorsichtig.
Nicht nur die eigene Person, sondern auch Namen, Gesichter, Stimmen, Zugehörigkeiten und Kontakte Beteiligter müssen geschützt werden.
Auch wenn man direkte Identifikatoren entfernt hat, können Beteiligte aus Zeitlinie oder Arbeitsinhalt erschlossen werden.
Bei hohem Risiko sollte man nicht allein anhand eines Artikels entscheiden, sondern Beratung durch vertrauenswürdige Unterstützungsstellen oder Fachleute erwägen.
Häufige übersehene Stellen
Direkte Identifikatoren bleiben nicht nur dort, wo die Person sie selbst eingegeben hat.
| Übersehen | Was passiert |
|---|---|
| Benachrichtigung im Screenshot | E-Mail, Kontakt oder Kontoname erscheint |
| Bildhintergrund | Namensschild, Versandetikett oder Schulname erscheint |
| PDF-Ersteller | Klarname bleibt in Dokumenteigenschaften |
| URL-Parameter | email, user, token und Ähnliches bleibt |
| Namensruf im Audio | Menschen in der Umgebung nennen einen Namen |
Direkte Identifikatoren sind manchmal gefährlicher, wenn sie durch Aufnahme oder automatische Speicherung bleiben, als wenn sie bewusst geschrieben wurden.
Man prüft nicht nur „im Text steht es nicht“, sondern „im gesamten Veröffentlichungsobjekt bleibt es nicht“.
Unterschied zwischen Entfernen und Ersetzen
Bei direkten Identifikatoren gibt es Informationen, die besser entfernt werden, und Informationen, die besser ersetzt werden.
Telefonnummern und E-Mail-Adressen werden grundsätzlich entfernt.
Wenn für die Bedeutung des Textes eine Person nötig ist, ersetzt man sie durch eine Rollenbezeichnung.
Auch Rollenbezeichnungen können aber zu eng und damit Identifikatoren werden.
„Die damals anwesende zuständige Person“ kann mehr Kontext erhalten als „Person A“, grenzt aber bei wenigen Beteiligten weiterhin Kandidaten ein.
Nach dem Ersetzen prüft man, wie der Text für Menschen wirkt, die die Umstände kennen.
Auch Identifikatoren Beteiligter prüfen
Direkte Identifikatoren gehören nicht nur einem selbst.
Auch Namen, Gesichter, Stimmen und Kontakte von Familie, Freunden, Kolleginnen und Kollegen, Quellen und Teilnehmenden werden geprüft.
Auch wenn man selbst anonym bleiben will, kann ein Identifikator Beteiligter über diese Person zur eigenen Person führen.
Anonymität ist nicht nur die Arbeit, sich selbst zu verbergen.
Um Beteiligte nicht hineinzuziehen, prüft man am Ende, ob im Veröffentlichungsobjekt direkte Identifikatoren anderer Menschen bleiben.
Zusammenfassung
Direkte Identifikatoren sind Informationen, die direkt zu einer Person oder Beteiligten führen können.
Dazu gehören Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Adresse, Gesicht, Stimme, Koordinaten, Personalnummer, Matrikelnummer und Handle in sozialen Netzwerken.
Direkte Identifikatoren bleiben nicht nur im Haupttext, sondern auch in Bildern, Dateinamen, Metadaten, URLs und Audio.
Wenn Anonymität nötig ist, reicht es nicht, nur den Namen zu entfernen.
Man betrachtet das gesamte Veröffentlichungsobjekt und prüft, ob Klarnamenumgebung und anonyme Umgebung vermischt sind.
Wenn direkte Identifikatoren bleiben, entscheidet man sich für Entfernen, Verallgemeinern, Verschieben der Veröffentlichung oder Nicht-Veröffentlichen.
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