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Privatpersonen

Was man vor dem Veröffentlichen von Fotos prüft

Fotos geben auf einmal mehr Informationen preis als Text.

Gesichter, Kleidung, Hintergrund, Spiegelungen, Ladennamen, Bahnhofsnamen, Schulnamen, Gegenstände, Benachrichtigungen, Aufnahmezeit, Standortinformationen. Auch Dinge, die die postende Person nicht zeigen wollte, erscheinen im Bild.

Wenn Anonymität und Privatsphäre geschützt werden sollen, müssen Fotos vor der Veröffentlichung immer geprüft werden.

"Ich habe nur das Gesicht verdeckt, also ist es in Ordnung" reicht nicht. Bei Fotos betrachtet man das ganze Bild und die Umfeldinformationen.

Hinweise, die in Fotos enthalten sind

Hinweise in Fotos lassen sich in sichtbare Hinweise und in Hinweise innerhalb der Datei unterscheiden.

Sichtbare Hinweise sind Hintergrund, Personen, Schrift und Spiegelungen. Hinweise innerhalb der Datei sind Metadaten wie Aufnahmezeit, Gerätemodell und Standortinformationen.

ArtBeispiele
PersonenGesicht, Kleidung, Uniform, Namensschild, Begleitpersonen
OrtLadenname, Bahnhof, Gebäude, Schild, Fensterblick
TextDokumente, Aushänge, Versandetiketten, Bildschirmbenachrichtigungen
SpiegelungSpiegel, Fenster, Metall, Spiegelung im Smartphone-Bildschirm
MetadatenAufnahmezeit, Gerätemodell, GPS-Informationen

Beim Betrachten eines Fotos schaut man nicht auf "das, was ich zeigen möchte", sondern auf "die Informationen, die eine Gegenseite herauslesen kann".

Gesichter und Personen

Gesichter sind die stärksten Hinweise.

Prüfen Sie, ob nicht nur Sie selbst, sondern auch Familie, Freundinnen und Freunde, Passanten, Personal oder Kinder sichtbar sind. Bei Gruppenfotos werden nicht nur die eigene Anonymität, sondern Informationen aller abgebildeten Personen veröffentlicht.

PrüfpunktGrund
Eigenes Gesichtwird mit Klarnamenkonten oder früheren Fotos abgeglichen
Familie und Kinderzieht Menschen im Umfeld hinein
Freundinnen/Freunde und Kolleginnen/KollegenBeziehungen und Arbeitsplatz werden sichtbar
Passantenwird Veröffentlichung ohne Zustimmung der betroffenen Person
Uniformen und NamensschilderSchule, Arbeitsplatz und Name werden erkennbar

Auch beim Verdecken von Gesichtern reichen grobe Übermalung oder kleine Sticker manchmal nicht aus.

Man achtet auch auf Daten vor der Bildbearbeitung, dieselben Fotos in anderen Posts und Informationen im Hintergrund.

Wenn Gesichter verdeckt werden, gilt derselbe Maßstab auch für andere Personen.

Auch wenn nur das eigene Gesicht verdeckt ist, aber die Gesichter von Freundinnen/Freunden, Kindern oder Kolleginnen/Kollegen sichtbar bleiben, werden diese Menschen zuerst identifiziert. Von dort können die eigenen Beziehungen und gewohnten Orte zurückverfolgt werden.

Bei Gruppen- und Veranstaltungsfotos muss jede Person einzeln geprüft werden. Je mehr Menschen im Bild sind, desto größer werden Zustimmung, Identifizierung und Risiko der Weiterveröffentlichung.

Hintergrund und Spiegelungen

Der Hintergrund eines Fotos zeigt Orte.

Ladennamen, Schilder, Bahnhofsnamen, Gebäudenamen, Aushänge in Schulen, Fensterblicke, Autokennzeichen und Versandetiketten werden Hinweise auf gewohnte Orte.

Auch Spiegelungen werden leicht übersehen.

OrtSichtbare Dinge
SpiegelGesicht der fotografierenden Person, Zimmer, Kleidung
FensterGebäude draußen, Straße, Bahnhof, Wetter
Smartphone-BildschirmBenachrichtigungen, Kontoname, Uhrzeit
Metall und Glasfotografierende Person oder Menschen im Umfeld
SchreibtischDokumente, Post, Unternehmensname, Schulname

Vor der Veröffentlichung vergrößert man das Foto und prüft es.

Klein wirkende Schrift oder Spiegelungen können nach dem Posten vergrößert und lesbar werden.

Metadaten

Fotodateien können Metadaten wie Aufnahmezeit, Kameramodell und Standortinformationen enthalten.

Einige soziale Netzwerke entfernen Metadaten beim Posten, aber das gilt nicht bei allen Diensten und Freigabearten gleich. Bei Cloud-Freigaben oder Dateiversand können Metadaten der Originaldatei unverändert weitergegeben werden.

MetadatumRisiko
GPS-InformationAufnahmeort wird erkennbar
AufnahmezeitBewegungszeit und Lebensrhythmus werden erkennbar
Geräteinformationwird Hinweis auf Gerät oder Aufnahmeumgebung
BearbeitungssoftwareArbeitsumgebung oder Name können zurückbleiben
Dateinamekann Klarname, Datum oder Ort enthalten

Die genaue Prüfung und Entfernung von Metadaten wird im Artikel zu Bildmetadaten behandelt.

Merken Sie sich hier: Fotos, die "als Datei weitergegeben" werden, sind oft riskanter als Social-Media-Posts.

Außerdem bleibt der Bildinhalt auch dann bestehen, wenn Metadaten entfernt wurden.

Auch ohne GPS-Information ist der Ort erkennbar, wenn im Hintergrund ein Ladenname steht. Auch ohne Aufnahmezeit ist der Zeitraum erkennbar, wenn im Post-Text "heutiges Sportfest" steht. Auch ohne Geräteinformation können Dateiname oder Eigentümername einer Cloud-Freigabe bleiben.

Entfernte InformationVerbleibender Hinweis
GPSHintergrundschilder, Bahnhofsnamen, Ladennamen
AufnahmezeitPost-Text, Veranstaltung, Wetter
GeräteinformationDateiname, Freigabekonto
GesichtKleidung, Begleitpersonen, gewohnte Orte

Bei der Fotoprüfung schaut man auf beides: Metadaten und sichtbaren Inhalt.

Bei Fotos von Kindern und Familie höhere Maßstäbe anlegen

Bei Fotos mit Kindern oder Familie ist wichtig, nicht nur nach dem eigenen Urteil zu veröffentlichen.

Kinder können zukünftige Veröffentlichungsrisiken nicht beurteilen. Familie und Freundinnen/Freunde stellen sich möglicherweise nicht vor, wie weit dieses Foto verbreitet wird.

PrüfpunktGrund
Gesicht eines Kindeswird Identifikationsinformation bis in die Zukunft
Uniform oder SchulveranstaltungSchule und gewohnte Orte werden erkennbar
WohnungsinneresAdresse, Lebensstandard, Familienstruktur werden sichtbar
Begleitpersonenzieht Freundinnen/Freunde und Verwandte hinein
Echtzeit-Postaktueller Standort und Abwesenheitsinformation werden erkennbar

Familienfotos sind Erinnerungen und zugleich Informationen über alle Familienmitglieder. Wenn Anonymität und Privatsphäre bedacht werden, sollte man nicht nur den Veröffentlichungsbereich begrenzen, sondern auch die Option haben, gar nicht zu veröffentlichen.

Kombination mit Post-Text

Nicht nur das Foto, sondern auch der Post-Text wird zusammen geprüft.

Im Foto ist der Ladenname nicht sichtbar, aber im Post-Text steht "der Laden am Bahnhof". Der Schulname ist im Foto verdeckt, aber im Text stehen Klassenstufe und Veranstaltungsname. Solche Kombinationen lassen Orte und Personen erkennen.

FotoPost-TextWas erkennbar wird
UniformEinschulungserzählungSchule oder Klassenstufe
EssensfotoLadenname oder RegionBewegungsbereich
ZimmerfotoErzählung direkt nach UmzugLebensumgebung
VeranstaltungsfotoVeranstaltungstag oder Namen von TeilnehmendenZugehörigkeit und Beziehungen
KinderfotoAlter oder KursFamilienstruktur und gewohnte Orte

Foto und Text werden nicht getrennt betrachtet, sondern als eine Veröffentlichung.

Prüfung vor der Veröffentlichung

Vor dem Veröffentlichen von Fotos prüft man in dieser Reihenfolge.

ReihenfolgeWas geprüft wird
1ob Gesichter, Namensschilder, Uniformen oder Begleitpersonen sichtbar sind
2ob im Hintergrund Ladenname, Bahnhof, Schule, Arbeitsplatz oder Adresse erscheint
3ob Spiegelungen oder Bildschirmbenachrichtigungen Informationen zeigen
4ob Metadaten oder Dateiname Standort oder Klarname enthalten
5ob in Kombination mit dem Post-Text gewohnte Orte erkennbar werden

Bei Fotos, bei denen man zögert, gibt es die Optionen: nicht veröffentlichen, beschneiden, unscharf machen, zeitverzögert posten oder ein anderes Foto wählen.

Wenn ein Foto nicht dringend veröffentlicht werden muss, kann auch Warten wirksam sein. Fotos während einer Reise, Veranstaltung, Schulveranstaltung oder während der Arbeit zeigen den Ort und das Verhalten zu diesem Zeitpunkt. Schon später zu posten und Orts- oder Datumsinformationen zu verringern kann die Verbindung mit dem aktuellen Standort abschwächen.

Zusammenfassung

Fotos werden nicht nur auf Gesichter geprüft, sondern auch auf Hintergrund, Spiegelungen, Schrift, Standortinformationen und Post-Text.

Man schaut, ob Gesicht oder Name von einem selbst, Familie, Freundinnen/Freunden oder Passanten erscheint. Ob Informationen nahe an Schule, Arbeitsplatz, Geschäft, Bahnhof oder Adresse sichtbar sind. Ob Metadaten oder Dateiname Ort oder Klarname enthalten.

Bei Fotoprüfung für Anonymität ist wichtig, nicht "das, was man zeigen möchte" zu betrachten, sondern "das, was herausgelesen wird".

Fotos, die nach der Veröffentlichung verbreitet wurden, lassen sich nicht vollständig zurückholen.

Die wenigen Minuten vor dem Posten sind bei Fotos am wichtigsten.

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

Google Lens

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Metadata inspection

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Metadata removal

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