Schutz vor Browser-Fingerprinting
Browser-Fingerprinting entsteht aus Umgebungsmerkmalen; Schutz bedeutet Trennung, wenig Anpassung, Tor-Browser-Standardansatz und vorsichtige Prüfsites.
Wenn man über Anonymität nachdenkt, reicht es nicht, nur IP-Adresse oder VPN zu betrachten.
Websites können Nutzer anhand von Merkmalen des Browsers oder Geräts unterscheiden. Das wird Browser-Fingerprinting genannt.
Bildschirmgröße, Sprache, Zeitzone, Schriftarten, Erweiterungen, User-Agent, Verhalten von Canvas und WebGL. Diese Informationen sind einzeln klein. Kombiniert wird jedoch sichtbar, "wie dieser Browser aussieht".
Wichtig bei Gegenmaßnahmen ist nicht, durch immer mehr Spezialkonfigurationen aufzufallen. Wichtig ist, eine Umgebung für anonyme Nutzung zu trennen, unnötige Anpassungen zu reduzieren und die sichtbare Umgebung anderen Nutzern ähnlicher zu machen.
Fingerprints sind Merkmale der Umgebung
Browser-Fingerprinting ist die Idee, Nutzer anhand einer Kombination von Browser- und Gerätemerkmalen zu unterscheiden.
Anders als Identifikatoren, die wie Cookies im Browser gespeichert werden, entsteht ein Fingerprint aus den Eigenschaften der Umgebung.
| Information | Beispiel | Hinweis |
|---|---|---|
| Browserinformationen | User-Agent, Browserversion | Werden zu Grundinformationen der Umgebung |
| Bildschirminformationen | Bildschirmgröße, Zoomstufe | Werden zu Merkmalen von Gerät und Nutzung |
| Sprache und Zeit | Spracheinstellung, Zeitzone | Werden zu Hinweisen auf Region oder gewohnte Orte |
| Schriftarten | Installierte Schriftarten | Werden zu Merkmalen von OS und Nutzungsumgebung |
| Erweiterungen | Werbeblocker, Übersetzung, Entwicklererweiterungen | Je mehr hinzugefügt wird, desto größer die Eigenheit |
| Darstellungsinformationen | Canvas, WebGL | Merkmale von Gerät und GPU erscheinen |
Ein Fingerprint identifiziert nicht zwingend für sich allein eine Person. In Kombination mit IP, Cookies, Anmeldestatus, Veröffentlichungszeit und Schreibstil wird er jedoch zu Korrelationsmaterial.
Nicht zu stark spezialisieren
Ein häufiges Missverständnis beim Schutz vor Fingerprinting lautet: "Wenn ich viele Einstellungen ändere, werde ich sicherer."
Tatsächlich kann man stärker auffallen, je mehr besondere Einstellungen man hinzufügt. Denn seltene Kombinationen von Erweiterungen, eigene Schriftarten, extreme Bildschirmgrößen und zu feine Blockiereinstellungen werden leicht zu persönlichen Merkmalen.
Bei Anonymität ist wichtig, nicht aufzufallen.
| Häufige Maßnahme | Problem |
|---|---|
| Viele Erweiterungen installieren | Die Kombination wird leicht einzigartig |
| User-Agent manuell ändern | Kann anderen Informationen widersprechen |
| Bildschirmgröße besonders einstellen | Fällt als Minderheitenumgebung auf |
| Schriftarten oder Themes hinzufügen | Merkmale der Umgebung nehmen zu |
| Zu detailliert konfigurieren | Wird zum eigenen Fingerabdruck |
Mehr Gegenmaßnahmen bedeuten nicht automatisch stärkeren Schutz. Für anonyme Nutzung ist wichtig, eine dafür designte Umgebung nicht stark zu beschädigen.
Die Denkweise von Tor Browser
Tor Browser legt nicht nur Wert auf die Nutzung des Tor-Netzwerks, sondern auch darauf, die sichtbare Browserumgebung zu vereinheitlichen.
Je mehr Nutzer eine ähnliche Browserumgebung zeigen, desto schwieriger wird individuelle Unterscheidung. Deshalb sollte man bei Tor Browser keine Erweiterungen hinzufügen, Einstellungen stark verändern oder die Bildschirmgröße extrem ändern.
Tor Project ist das offizielle Projekt, das Tor Browser und das Tor-Netzwerk entwickelt und veröffentlicht. Tor Browser ist auch als praktisches Beispiel für Schutz vor Fingerprinting wichtig, weil er nicht nur den Kommunikationsweg, sondern auch die Vereinheitlichung der sichtbaren Browserumgebung berücksichtigt. URL : https://www.torproject.org/
Auch bei Nutzung von Tor Browser wird Verhalten mit dem Konto verbunden, wenn man sich bei einem Klarnamenkonto anmeldet. Wenn außerdem Anwendungen außerhalb von Tor Browser über die normale Verbindung kommunizieren, bleiben Informationen auf einem anderen Weg zurück.
Schutz vor Fingerprinting wird zusammen mit Kontentrennung und Prüfung des Kommunikationswegs betrachtet.
Alltagsbrowser und anonymen Browser trennen
Eine der wichtigsten Maßnahmen ist, Alltagsbrowser und Browser für anonyme Nutzung zu trennen.
Im Alltagsbrowser befinden sich Cookies von Klarnamenkonten, Anmeldestatus, Browserverlauf, Erweiterungen und Cloud-Synchronisierung. Wenn anonyme Aktivität im selben Browser stattfindet, vermischen sich die Umgebungen.
| Was trennen | Grund |
|---|---|
| Cookies | Vermeiden, als derselbe Browser behandelt zu werden |
| Anmeldestatus | Klarnamenkonten von anonymer Aktivität trennen |
| Verlauf | Vermischung durch Fehleingaben oder Suchvorschläge vermeiden |
| Erweiterungen | Merkmale der Alltagsumgebung nicht mitbringen |
| Synchronisierung | Verlauf und Einstellungen nicht an die Klarnamen-Cloud senden |
Für anonyme Nutzung verwendet man einen speziellen Browser oder Tor Browser und prüft anonyme Aktivität nicht im Alltagsbrowser.
Nutzung von Prüfsites
Um zu verstehen, wie der Browser sichtbar wird, werden manchmal Prüfsites genutzt.
EFF Cover Your Tracks Eine Testsite der EFF, die beim Zugriff auf die externe Website prüft, wie leicht der Browser gegenüber Trackern und Fingerprinting unterscheidbar ist. Bei der Prüfung werden Browserinformationen an die EFF-Seite gesendet; in Hochrisikoumgebungen oder produktiven anonymen Umgebungen überlegt man sorgfältig, ob und wann man sie nutzt. URL : https://coveryourtracks.eff.org/
Solche Sites sind ein Einstieg, um zu verstehen, dass Browserinformationen zu Identifizierungsmaterial werden. Die Ergebnisse dürfen jedoch nicht als universelle Sicherheitsentscheidung behandelt werden.
Testergebnisse hängen vom Browser, den Einstellungen, dem Netzwerk und der Testmethode zu diesem Zeitpunkt ab. Auch wenn "schwerer identifizierbar" angezeigt wird, können Anmeldestatus, Cookies oder Beitragsinhalt weiterhin zu Korrelation führen.
Grundprinzipien der Gegenmaßnahmen
Beim Schutz vor Browser-Fingerprinting gelten die folgenden Denkweisen als Grundlage.
| Maßnahme | Grund |
|---|---|
| Browser für anonyme Nutzung trennen | Alltags-Cookies und Anmeldestatus nicht mitbringen |
| Erweiterungen nicht zu stark vermehren | Eigenheit der Umgebung senken |
| Tor-Browser-Einstellungen unverändert lassen | Sichtbarkeit der Nutzer vereinheitlichen |
| Bildschirmgröße nicht extrem machen | Auffällige Merkmale nicht erhöhen |
| Nicht bei Klarnamenkonten anmelden | Kontokorrelation vermeiden |
Schutz vor Fingerprinting bedeutet nicht, Fingerprints perfekt zu löschen. Es bedeutet, auffällige Merkmale zu reduzieren und Vermischung mit der Klarnamenumgebung zu vermeiden.
Auch zu viel Schutz kann zur Korrelation werden
Bei Anonymität gilt nicht, dass mehr Gegenmaßnahmen immer sicherer sind.
Wenn man etwa mehrere seltene Erweiterungen installiert, den User-Agent manuell ändert, die Bildschirmgröße fixiert und feine Blockiereinstellungen stapelt, wird genau diese Kombination zum Merkmal. Ein eigener Spezialbrowser kann nicht nur schwerer zu verfolgen sein, sondern im Gegenteil leichter unterscheidbar werden.
| Prinzip | Grund |
|---|---|
| An standardisierte Umgebung annähern | Anderen Nutzern ähnlich erscheinen |
| Erweiterungen minimieren | Einzigartige Kombinationen reduzieren |
| Anonym und Alltag nicht vermischen | Korrelation durch Cookies und Verlauf vermeiden |
| Einstellungsänderungen dokumentieren | Ursachen später leichter eingrenzen |
| Prüfsites nicht überbewerten | Ergebnisse sind nur momentane Hinweise |
Schutz vor Fingerprinting ist keine Sammlung stark wirkender Einstellungen. Es ist Arbeit daran, nicht die eigenen Merkmale zu vermehren und den anonymen Betrieb nicht zu beschädigen.
Zusammenfassung
Browser-Fingerprinting ist die Idee, Nutzer durch eine Kombination von Browser- und Gerätemerkmalen zu unterscheiden.
Bildschirmgröße, Sprache, Zeitzone, Schriftarten, Erweiterungen und Darstellungsinformationen sind einzeln klein, werden kombiniert aber zu starken Hinweisen.
Wichtig bei Gegenmaßnahmen ist nicht, besondere Einstellungen zu vermehren. Wichtig ist, die Umgebung für anonyme Nutzung zu trennen, unnötige Anpassungen zu reduzieren und designte Umgebungen wie Tor Browser nicht zu beschädigen.
Schutz vor Fingerprinting allein vollendet Anonymität jedoch nicht. Cookie, Anmeldestatus, IP-Adresse, DNS, Beitragsinhalt, Schreibstil, Zeit, Bilder und frühere Informationen müssen ebenfalls gemeinsam geprüft werden.
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