Wenn man anonym schreibt, möchte man meist zuerst Personennamen, Firmennamen, Schulnamen, Geschäftsnamen und Ortsnamen entfernen.
Das ist ein richtiger Ausgangspunkt.
Aber nur Eigennamen zu schwärzen macht einen Text nicht sicher. Um Eigennamen herum bleiben Hinweise wie Rolle, Beziehung, Zeitraum, Ort, Projektname, Fotos, Dateinamen und URLs zurück.
Auch wenn „Firma X“ zu „ein Unternehmen“ wird, engen Angaben wie „ein kleines medizinisches Startup in Westjapan, das letzten Monat eine Finanzierungsrunde angekündigt hat“ die Kandidaten stark ein.
Dieser Artikel ordnet, wie man nicht nur Eigennamen entfernt, sondern bei erhaltener Bedeutung für Lesende die Genauigkeit senkt, mit der man Identität oder Beteiligten näherkommt.
Eigennamen sind starke Hinweise
Eigennamen sind Informationen, die ein Ziel schnell eingrenzen.
Personennamen, Firmennamen, Schulnamen, Kliniknamen, Geschäftsnamen, Veranstaltungsnamen, Projektnamen, Bahnhofsnamen und Einrichtungen sind schon allein starke Informationen. Zusammen mit Datum oder Rolle können nicht nur die Person selbst, sondern auch Beteiligte sichtbar werden.
Eigenname
Was sichtbar wird
Hinweis für Anonymität
Personenname
Person, Beteiligte
nicht nur die Person selbst, auch ihr Umfeld wird identifizierbar
Firma oder Schule
Zugehörigkeit, gewohnte Orte
Stellung der postenden Person und Beteiligte werden eingegrenzt
Klinik, Geschäft, Einrichtung
genutzter Ort, Region
verbindet sich mit Bewegungsbereich und Zeit
Veranstaltungsname
Teilnehmende, Zeitraum
wird mit Teilnehmerlisten und Fotos abgeglichen
Projektname
Arbeitsbereich, Zuständige
für interne Personen wird die Herkunft sichtbar
Bahnhof oder Ortsname
gewohnte Orte, Wege
nähert sich bei Überschneidung mit anderen Beiträgen Adresse oder Arbeitsplatz
Eigennamen ziehen das Umfeld stärker hinein, als man selbst oft denkt.
Beim Bearbeiten für Anonymität behandelt man nicht nur den eigenen Namen, sondern auch Namen und Zugehörigkeiten anderer Menschen genauso vorsichtig.
Zuerst festlegen, was geschützt wird
Bevor man Eigennamen verallgemeinert, legt man fest, was geschützt werden soll.
Ob man die eigene Person, den Arbeitsplatz, eine Quelle, Betroffene oder Ratsuchende schützen will, verändert die Granularität, die stehen bleiben darf.
Eigennamen, die der eigenen Person näherkommen, weit fassen
Beteiligte
Namen, Rollen, Beziehungen
Informationen entfernen, die eine Person hervortreten lassen
Quelle
Zugehörigkeit, Kontaktzeitpunkt, Gesprächsinhalt
Granularität wählen, bei der mehr Menschen die Information kennen könnten
Betroffene oder Ratsuchende
Region, Schule, Familienbeziehungen
Informationen verringern, die aus dem Umfeld erschlossen werden
Organisationsinterne Information
Vorgangsname, Sitzungsname, Dokumentname
für interne Personen verständliche Ausdrücke verallgemeinern
Auch bei demselben „Schulnamen verallgemeinern“ unterscheidet sich die nötige Granularität je nach Schutzziel.
Für eine allgemeine Erfahrung mit niedrigem Risiko kann „eine Universität in Tokio“ ausreichen. Bei hochriskanten Hinweisen oder Beratung kann „eine Bildungseinrichtung“ nötig sein.
Bedeutung und Genauigkeit trennen
Eigennamen zu verallgemeinern soll den Text nicht leer machen.
Die für Lesende notwendige Bedeutung bleibt erhalten. Die Genauigkeit, mit der man der Person oder Beteiligten näherkommt, sinkt.
Ausgangsformulierung
Ersatzbeispiel
Erhaltene Bedeutung
Gesenkte Genauigkeit
Klinik X im Bezirk Shibuya
medizinische Einrichtung in einem Stadtgebiet
Ereignis in einer medizinischen Einrichtung
Bezirk, Einrichtung
Universität A, Labor B
eine Forschungseinrichtung
Situation in der Forschung
Universitätsname, Laborname
Geschäft nahe Bahnhof Shinjuku
Geschäft nahe einem großen Bahnhof
belebter Ort
Bahnhof, konkretes Geschäft
Abteilungsleiter Sato sagte im Recruiting-Jour-fixe
eine Führungskraft sagte in einer regelmäßigen Sitzung
Sitzung und Stellung
Sitzungsname, Personenname, konkrete Rolle
Projekt Falcon
ein internes Projekt
beruflicher Vorgang
interner Codename
Bei dieser Ersetzung bleibt die Information erhalten, die Lesende zum Verständnis brauchen.
Gleichzeitig fallen Informationen weg, mit denen Suche oder interner Abgleich dem Ziel näherkommen.
Benachbarte Informationen mit verallgemeinern
Nur den Eigennamen zu entfernen reicht nicht, wenn benachbarte Informationen bleiben.
Wenn der Firmenname verschwindet, aber Standort, Branche, Mitarbeiterzahl, Rolle, Ankündigungsdatum und Produktname bleiben, werden Kandidaten eingegrenzt. Wenn der Personenname verschwindet, aber Rolle, Alter, Beziehung, Sprechweise und Zeitlinie bleiben, verstehen interne Personen oft trotzdem, wer gemeint ist.
Entfernter Eigenname
Leicht verbleibende Nachbarhinweise
Zu prüfen
Firmenname
Branche, Größe, Region, Produktname
ob die Kombination suchbar ist
Schulname
Fachbereich, Seminar, Kursname, Veranstaltung
ob sie auf wenige Personen eingrenzt
Personenname
Rolle, Beziehung, Sprachgewohnheit, Alter
ob das Umfeld die Person erkennt
Ortsname
Bahnhof, Geschäft, Dialekt, Wetter, Ereignis
ob gewohnte Orte sichtbar werden
Veranstaltungsname
Datum, Veranstaltungsort, Vortragende
ob Teilnehmende eingegrenzt werden
Vor Veröffentlichung liest man den ganzen Text noch einmal, nachdem Eigennamen entfernt wurden.
Man fragt nicht „Sind Namen entfernt?“, sondern „Bleiben Hinweise, mit denen man Namen zurücksetzen könnte?“
Zu starke Verallgemeinerung zerstört Bedeutung
Wenn man alle Eigennamen entfernt, wirkt es sicher.
Wenn dabei aber auch die notwendige Bedeutung verschwindet, verstehen Lesende die Situation nicht. In Beratungstexten, Warnungen, technischen Erklärungen oder journalistischen Unterlagen wird dann nicht mehr klar, worum es geht.
Wichtig ist zu prüfen, wofür der Eigenname in der Aussage gebraucht wird.
Zweck
Eher stehen lassen
Eher entfernen
Allgemeine Warnung
Branche, Art des Problems
Firmenname, Geschäftsname, Datum
Beratung
Problematische Lage, benötigte Unterstützung
Schulname, zuständige Person, Rolle in einer kleinen Gruppe
Technische Erklärung
Mechanismus, Fehlermuster
interner Systemname, reale Admin-Oberfläche
Vorbereitung eines Hinweises
Sachverhalt, Art des Belegs
Namen Beteiligter, Verteiler, genaue Uhrzeit
Wenn man Bedeutung und Genauigkeit trennt, lassen sich Lesbarkeit und Anonymität leichter vereinbaren.
Dateien, Bilder und URLs mit prüfen
Eigennamen stehen nicht nur im Text.
Sie können in Dateinamen, Bildhintergründen, Screenshots, PDF-Metadaten, Erstellerangaben in Office-Dokumenten und Freigabe-URLs bleiben.
Ort
Verbleibende Eigennamen
Zu prüfen
Dateiname
Firmenname, Vorgangsname, Datum
in Veröffentlichungsnamen ändern
Bild
Schild, Namensschild, Schulwappen, Ortsname
auch den Hintergrund prüfen
PDF- oder Office-Dokument
Ersteller, Firmenname, Vorlage
Metadaten prüfen
URL
Organisationsname, Benutzername, Suchbegriffe
unnötige Parameter entfernen
Audio
Rufname, Ortsname, Einrichtungsname
Audioinhalt erneut anhören
Wie Metadaten geprüft werden, behandeln andere Artikel ausführlich.
Hier ist wichtig: Eigennamen können auch außerhalb des Textes zurückbleiben.
Prüfablauf vor dem Posten
Einen Text mit verallgemeinerten Eigennamen prüft man in dieser Reihenfolge.
Personen-, Firmen-, Schul-, Einrichtungs- und Veranstaltungsnamen suchen
Rollen, Regionen, Zeitpunkte und Beziehungen in deren Umgebung prüfen
Prüfen, ob Formulierungen bei Suche Kandidaten liefern könnten. Bei externer Suche nicht den unveröffentlichten Text, sensible Eigennamen oder interne Informationen unverändert eingeben
Überlegen, an wen interne Personen beim Lesen denken würden
Anhänge, Bilder, URLs und Audio auf dieselben Informationen prüfen
Wenn unklare Punkte bleiben, sollte man die Veröffentlichung nicht beschleunigen.
„Wird schon passen“ ist bei der Anonymitätsprüfung ein schwaches Urteil. Bei Unklarheit geht man zu Prüfen, weiter Verallgemeinern, Nicht-Veröffentlichen oder Beratung durch eine vertrauenswürdige Person über.
Zusammenfassung
Eigennamen sicher zu verallgemeinern bedeutet mehr, als nur Namen zu entfernen.
Auch wenn Personen-, Firmen-, Schul-, Einrichtungs- und Veranstaltungsnamen verschwinden, können Rollen, Zeitpunkte, Regionen, Beziehungen, Dateinamen, Bilder und URLs das Ziel eingrenzen.
Beim Bearbeiten für Anonymität bleibt die für Lesende notwendige Bedeutung erhalten, während die Genauigkeit sinkt, mit der man der Person oder Beteiligten näherkommt.
Nach dem Verallgemeinern von Eigennamen prüft man weiter: „Wer käme einer Person in den Sinn, die die Umstände kennt?“
Nicht nur Text, sondern auch Bilder, Dateien, URLs und Audio einzubeziehen, ist eine wichtige Arbeit vor der Veröffentlichung.
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