Hinweise, um Familie und Freunde nicht hineinzuziehen
Ein Fehler bei der Anonymität endet manchmal nicht bei einem selbst.
Im Post ist das Gesicht eines Familienmitglieds sichtbar. Der Name eines Freundes wird genannt. Die Schule des Kindes ist erkennbar. Man schreibt über etwas, das nur Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz wissen. Solche Informationen können Schaden nicht auf einen selbst, sondern auf Menschen im Umfeld richten.
Gerade beim anonymen Veröffentlichen reicht es nicht, nur "die eigenen Informationen zu verbergen".
Man muss prüfen, ob der eigene Post Material zur Identifizierung von Familie, Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen oder Kindern enthält.
Was Hineinziehen bedeutet
Hineinziehen bedeutet, dass durch den eigenen Post Informationen über Dritte veröffentlicht werden.
Auch wenn man selbst anonym bleiben will, bricht die Anonymität oder Sicherheit anderer Menschen, wenn man Informationen veröffentlicht, die nahe an Gesicht, Namen, Schule, Arbeitsplatz oder Adresse von Familie oder Freundinnen und Freunden heranführen.
Veröffentlichte Information
Hineingezogene Menschen
Fotos oder Uniform eines Kindes
Kinder, Schulbeteiligte
Fotos von Familienreisen
Familie, Mitreisende
Screenshots von Gesprächen mit Freundinnen/Freunden
Freundinnen/Freunde, Kontaktinformationen der Gegenseite
Frust über den Arbeitsplatz
Kolleginnen/Kollegen, Abteilung, Geschäftspartner
Gruppenfoto
alle abgebildeten Personen
Nur weil man selbst der Veröffentlichung zustimmt, heißt das nicht, dass Menschen im Umfeld ebenfalls zugestimmt haben.
Bei Anonymität ist es wichtig, diesen Unterschied nicht leicht zu nehmen.
Familieninformationen sind starke Hinweise
Familieninformationen werden auch zur Identifizierung der Person selbst genutzt.
Informationen wie "der Ehepartner hat diesen Beruf", "das Kind ist in dieser Klassenstufe" oder "ich fahre wegen Pflege eines Elternteils in diese Region" zeigen die Person nicht direkt, werden aber Material zur Eingrenzung von Kandidaten.
Information über Familie
Was erkennbar wird
Alter oder Klassenstufe eines Kindes
Familienstruktur, Schulveranstaltungen, Region
Beruf des Ehepartners
gewohnte Orte, Einkommensbereich, Beziehungen
Region von Verwandten
Heimatbesuch, Herkunft, Bewegungsmuster
Familienfoto
Gesicht, Beziehungen, Lebensumgebung
Familiäre Sorgen
persönliche Umstände, Schwächen, Angriffsmaterial
Gespräche über Familie entstehen leicht und natürlich.
Gerade deshalb ist bei anonymen Konten besondere Vorsicht nötig.
Informationen, die Freundinnen/Freunde oder Kolleginnen/Kollegen identifizierbar machen
Freundinnen, Freunde und Kolleginnen/Kollegen werden als Menschen im Umfeld zu Hinweisen.
Auch ohne Namensnennung können Gesprächsinhalte, Veranstaltungen, Projekte am Arbeitsplatz, gemeinsame Hobbys oder Fotohintergründe eine andere Person vermuten lassen.
Information
Risiko
Gesprächs-Screenshot
Icon, Name, Benachrichtigungen und Schreibstil der Gegenseite werden sichtbar
Interne Arbeitsplatzthemen
Kolleginnen/Kollegen oder Abteilung werden eingegrenzt
Fotos von Veranstaltungsteilnahme
Teilnehmende und Ort werden sichtbar
Gemeinsame Hobbygruppe
Beziehungsnetz wird sichtbar
Markierung
Konten werden direkt miteinander verbunden
Besonders Screenshots sind gefährlich.
Selbst wenn Namen geschwärzt sind, können Icon, Benachrichtigungen, Uhrzeit, Gesprächskontext und Teile des Bildschirms die Gegenseite erkennen lassen.
Auch Handlungen wie "jemand anderen an meiner Stelle posten lassen" oder "jemand anderen an meiner Stelle kontaktieren lassen" sollten vermieden werden.
Auch wenn man die eigenen Spuren verringern will, bleiben neue Spuren auf dem Gerät, Konto, in der IP-Adresse und im Kontaktverlauf der Person im Umfeld. Wenn diese Person die Umstände nicht gut versteht, kann die Beziehung auch durch Antworten auf Fragen oder gewöhnliches Verhalten sichtbar werden.
Worum man bittet
Entstehendes Risiko
Über das Konto einer Freundin oder eines Freundes posten
Spuren bleiben in deren Beziehungsnetz und Logs
Gerät eines Familienmitglieds leihen
verbindet sich mit Geräten und Kommunikationsverlauf im Haushalt
Datei einer bekannten Person anvertrauen
die bekannte Person trägt Aufwand und Risiko der Materialverwaltung
Stellvertretend nachfragen lassen
Kontaktverlauf lässt die Person als Beteiligte erscheinen
Wer Menschen im Umfeld für Anonymität benutzt, macht sie zu einem Schutzschild. Das ist technisch und ethisch gefährlich.
Es wirkt auch auf die eigene Anonymität zurück
Wenn Informationen über Menschen im Umfeld sichtbar werden, wirkt das auf einen selbst zurück.
Aus Informationen über Familie, Freundinnen/Freunde und Kolleginnen/Kollegen werden gewohnte Orte, Arbeitsplatz, Alter, Region und Beziehungen der Person selbst vermutet.
Veröffentlichte Information
Hinweis, der auf einen selbst zurückführt
Schulveranstaltung eines Kindes
Wohnregion oder gewohnte Orte eines Elternteils
Markierung einer Freundin oder eines Freundes
Beziehungen und Klarnamenkonto
Gespräch mit Kolleginnen/Kollegen
Arbeitgeber oder Beruf
Familienreisefoto
Bewegungsmuster und Familienstruktur
Erzählung über Verwandte
Herkunftsort oder Familienhintergrund
Anonymität bricht nicht immer nur entlang der Linie der betroffenen Person.
Sie kann über Menschen im Umfeld umgangen werden.
Prüfung vor dem Posten
Um Familie und Freundinnen/Freunde nicht hineinzuziehen, prüft man vor dem Posten mit "Menschen außer mir" als Subjekt.
Prüffrage
Zweck
Erscheint in diesem Post das Gesicht oder der Name einer anderen Person?
direkte Offenlegung verhindern
Sind Schule, Arbeitsplatz, Region oder Ladenname erkennbar?
Offenlegung gewohnter Orte verhindern
Bleiben Informationen über die Gesprächsperson zurück?
Lecks aus DMs oder Screenshots verhindern
Wird die Familienstruktur zu genau sichtbar?
Umwege zur Identifizierung der Person selbst verhindern
Will die andere Person diese Veröffentlichung?
Veröffentlichung ohne Zustimmung vermeiden
Bei Zweifel: nicht veröffentlichen oder die Informationsmenge verringern.
Mögliche Maßnahmen sind Unschärfung, Beschneiden, gröbere Datumsangaben, Entfernen von Eigennamen oder Verallgemeinerung der Erzählung über die andere Person.
Zustimmung und Verständnis trennen
Auch wenn Menschen im Umfeld sagen "du darfst es posten", reicht das nicht immer.
Ob sie Anonymität, öffentliche Angriffe, das Fortbestehen in Suchergebnissen und mögliche Angriffe verstanden haben, ist eine andere Frage. Besonders Kinder, Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz sowie Menschen in schwächeren Positionen können schwer Nein sagen.
Bei Zustimmung unterscheidet man diese Punkte.
Was zu prüfen ist
Bedeutung
Veröffentlichungsbereich
an welchem Ort und für wen es sichtbar wird
Speicherdauer
ob es später über Suche oder Weiterveröffentlichung bleiben kann
Angriffsrisiko
ob Kritik oder Belästigung auf die andere Person gerichtet werden kann
Identifizierungsrisiko
ob Schule oder Arbeitsplatz auch bei verdecktem Gesicht erkennbar sind
Widerrufbarkeit
ob man reagieren kann, wenn später gelöscht werden soll
Bei anonymem Veröffentlichen trennt man eigenes Risikonehmen davon, einer anderen Person Risiko aufzuerlegen.
Auch wenn eine Information für die eigene Aussage nötig ist, ist es eine andere Frage, ob auch Gesicht, Name und gewohnte Orte von Menschen im Umfeld veröffentlicht werden müssen. Wenn Sie zweifeln, ändern Sie die Form so, dass sie auch ohne diese Person verständlich ist.
Auch nach dem Löschen bleibt etwas zurück
Informationen über Familie und Freundinnen/Freunde verschwinden nicht zwingend, wenn ein Post gelöscht wird.
Sie können durch Screenshots, Weiterveröffentlichungen, Suchmaschinen-Caches, Benachrichtigungen, Zitatposts und Archive erhalten bleiben. Besonders bei öffentlichen Angriffen, Whistleblowing, politischen Posts oder Kritik am Arbeitsplatz können Dritte speichern und weiterverbreiten.
Ort, an dem etwas bleibt
Hinweis
Screenshots
bleiben auf fremden Geräten, auch wenn der Post gelöscht wird
Zitate und Weiterveröffentlichungen
Kontext bleibt, auch wenn der Ursprungspost gelöscht wird
Benachrichtigungen
Teile des Inhalts erscheinen auf Geräten der Gegenseite
Suchergebnisse
Aktualisierung kann Zeit brauchen
Archive
Aufzeichnungen können auch nach dem Löschen bleiben
Die Prüfung vor der Veröffentlichung ist stärker als Löschen nach der Veröffentlichung. Bei Informationen über Menschen im Umfeld ist die Grundregel, sie vor dem Veröffentlichen zu stoppen.
Zusammenfassung
Fehler bei Anonymität breiten sich nicht nur auf die eigene Person aus, sondern auch auf Familie, Freundinnen/Freunde, Kolleginnen/Kollegen und Kinder.
Gesichter, Namen, Schulen, Arbeitsplätze, Gespräche, Tags, Screenshots und Familienstruktur sind Informationen, die Menschen im Umfeld hineinziehen.
Und Informationen über Menschen im Umfeld führen auch zur Identifizierung der eigenen Person zurück.
Vor dem Posten prüft man nicht nur "bekomme ich ein Problem?", sondern "wessen Informationen erscheinen durch diesen Post?"
Anonymität zu schützen bedeutet auch, Menschen im Umfeld nicht ungefragt öffentlich zu machen.
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Face search
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Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
Hinweise, um Familie und Freunde nicht hineinzuziehen
Anonyme Posts können Familie, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen sowie Kinder über Gesichter, Namen, Screenshots, Tags und gewohnte Orte offenlegen.