Der Haupttext war sicher, aber eine Antwort verrät einen Ort. In einer DM werden persönliche Informationen weitergegeben. Aus Panik wird gelöscht und Beweismaterial geht verloren. Ein anderes Konto verteidigt den Post und wird verbunden. Solche Fehler sind nicht selten.
Nach dem Posten ist man besonders anfällig dafür, von Reaktionen anderer mitgezogen zu werden.
Wenn vorher feststeht, was man nicht tun sollte, lässt sich unnötige Informationszugabe vermeiden.
Nicht emotional antworten
Wer in Wut oder Panik antwortet, gibt leichter unnötige Informationen heraus.
Typische Antwort
Herausgegebene Information
Stark abstreiten
Eigene Position oder Beziehung
Ausführlich erklären
Zeitverlauf, Ort, Beteiligte
Das Gegenüber widerlegen wollen
Fachwissen oder Erfahrung
Bekannte erwähnen
Informationen über Mitstreiter oder Familie
Sofort antworten
Lebensrhythmus oder ständige Anwesenheitszeiten
Nur notwendige Antworten werden nach einer Wartezeit gegeben.
Bei Widerspruch nicht zu viele Details herausgeben
Bei Angriffen oder Missverständnissen möchte man manchmal ausführlich erklären.
Wenn man zu viel erklärt, gibt man jedoch Informationen heraus, die im ursprünglichen Post nicht standen. Das Gegenüber kann genau mit diesem Ziel fragen.
Information, die bei Widerspruch leicht herauskommt
Risiko
Detaillierter Zeitverlauf
Handlungsgeschichte oder Teilnahme vor Ort wird sichtbar
Erklärung von Beteiligten
Zieht Mitstreiter oder Quellen hinein
Ortserklärung
Gewohnte Orte oder Veranstaltungsort werden bekannt
Eigene Position
Beruf, Zugehörigkeit und Erfahrung werden sichtbar
Hintergrundumstände
Interne oder unveröffentlichte Informationen erscheinen
Wenn widersprochen wird, wird der Mitteilungsumfang vorher festgelegt.
Es gibt Situationen, in denen es wichtiger ist, keine unnötigen Informationen zu vermehren, als das Gegenüber zu überzeugen.
Nicht von einem anderen Konto reagieren
Von einem persönlichen oder anderen Konto auf einen anonymen Post zu reagieren, um ihn zu schützen, ist gefährlich.
Likes, Reposts, verteidigende Kommentare, Zitate und Follows zeigen Beziehungen zwischen Konten.
Handlung
Risiko
Vom persönlichen Konto verteidigen
Verbindung zur Person oder zu Bekannten wird vermutet
Von anderem Konto im gleichen Schreibstil schreiben
Wirkt wie dieselbe Person
Sofort reagieren
Sieht nach Verwaltung oder Beteiligung aus
Dasselbe Bild verwenden
Verbindet sich über Bildersuche
Gegenseitiges Folgen
Kontobeziehungen werden sichtbar
Unterstützungshandlungen nach dem Posten können umgekehrt Korrelation erhöhen.
Nicht unvorsichtig mit Mitstreitern teilen
Nach dem Posten kann Unsicherheit entstehen und man möchte mit Mitstreitern oder Bekannten teilen.
Diese Handlung selbst erhöht die Zahl der Beteiligten. Wenn Screenshots, URLs, DMs und Gruppenchats den Post verbreiten, wird sichtbar, wer beteiligt ist.
Teilen mit
Risiko
Klarnamen-Gruppe
Beteiligte und anonymer Post verbinden sich
Persönliche DM
Beim Gegenüber bleiben Screenshots zurück
Arbeits- oder Schulchat
Zugehörigkeit und Post verbinden sich
Familienberatung
Familie wird hineingezogen
Weiterveröffentlichung auf anderem SNS
Korrelation zwischen Konten nimmt zu
Wenn Beratung nötig ist, wird die geteilte Information minimiert.
Vor dem unveränderten Senden von URL oder Screenshot wird geprüft, was darin sichtbar ist.
In DMs keine Informationen übergeben
Öffentliche Antworten zu vermeiden hat wenig Sinn, wenn in DMs Informationen herausgegeben werden.
Das Gegenüber handelt nicht unbedingt in guter Absicht. DMs können per Screenshot gesichert und nach außen gegeben werden.
Information, die in DMs leicht herauskommt
Risiko
Ausführlicher Hintergrund
Person oder Beteiligte werden eingegrenzt
Zusätzliches Material
Metadaten oder Erstellerinformationen bleiben zurück
Kontaktinformation
Klarname oder Telefonnummer erscheint
Emotionale Aussage
Wird aus dem Zusammenhang gerissen veröffentlicht
Unveröffentlichte Information
Zieht Quellen oder Mitstreiter hinein
DMs wirken privat, sind aber Orte, an denen das Gegenüber speichern kann.
Einstellungen nicht panisch ändern
Wenn nach dem Posten Gefahr wahrgenommen wird, möchte man Kontoname, Profilbild, alte Posts und Sichtbarkeitseinstellungen vielleicht auf einmal ändern.
Änderungen können nötig sein. Plötzliche Änderungen können jedoch wie "etwas verbergen wollen" wirken. Wenn der Zustand vor der Änderung in Screenshots oder Caches bleibt, wird außerdem die Differenz zum Hinweis.
Panische Änderung
Vorsicht
Benutzername ändern
Bleibt in alten URLs und Screenshots
Profil löschen
Unterschiede vor und nach der Änderung ziehen Aufmerksamkeit an
Massiv löschen
Andere vermuten, was gelöscht wurde
Veröffentlichungsbereich ändern
Aufzeichnungen von Menschen, die es bereits gesehen haben, verschwinden nicht
Bild austauschen
Korrelation mit dem Ursprungsbild bleibt
Vor Änderungen werden Wirkungsbereich und Beweissicherung geprüft.
Reaktionen nicht zu oft prüfen
Nach dem Posten möchte man aus Angst vielleicht immer wieder Suche, Benachrichtigungen, Zitate, Foren und andere soziale Netzwerke prüfen.
Situationsprüfung ist nötig. Die Prüfung selbst kann aber neue Spuren erzeugen. Aus einem eingeloggten Klarnamenkonto suchen, wiederholt vom persönlichen Smartphone zugreifen, Seiten Beteiligter ablaufen. Solche Fehler entstehen leicht aus Panik nach der Veröffentlichung.
Typische Prüfung
Risiko
Aus Klarnamenkonto suchen
Suchverlauf und Browserverlauf bleiben in der Klarnamenumgebung
Posts Beteiligter wiederholt ansehen
Kann in Benachrichtigungen oder Betrachtungsaufzeichnungen der Gegenseite bleiben
Auf anderem SNS nach Reaktionen suchen
Verhaltensmuster zwischen Konten nähern sich an
Screenshots auf persönlichem Gerät machen
Bleibt in Gerätefotos, Sync und Metadaten
Nachts wiederholt prüfen
Zeigt Angstzeiten oder Lebensrhythmus
Wenn geprüft wird, werden Zeit und Verfahren festgelegt.
Vor der Handlung wird entschieden, was geprüft wird, von welchem Konto aus angesehen wird und was gespeichert werden muss. Aus Angst wiederholt zu kontrollieren, erhöht Informationen.
Nicht allein wegen Löschung sicher fühlen
Wenn ein gefährlicher Post gefunden wird, kann Löschen nötig sein.
Auch nach dem Löschen kann er aber in Screenshots, Zitaten, Archiven und Benachrichtigungen bleiben.
Was nach Löschung bleibt
Erklärung
Screenshot
Jemand, der es gesehen hat, hat es gespeichert
Zitatpost
Ein Teil des ursprünglichen Texts bleibt
Benachrichtigung
Bleibt auf dem Gerät der empfangenden Person
Suchergebnis
Aktualisierung braucht Zeit
Archiv
Wird extern gespeichert
Nach der Löschung werden Verbreitungsbereich und weitere Reaktion geprüft.
Vor dem Löschen können Aufzeichnungen nötig sein
Einen gefährlichen Post zu löschen, ist wichtig.
Wenn jedoch Belästigung, Drohung, Identitätsmissbrauch, unerlaubte Weiterveröffentlichung oder Offenlegung persönlicher Informationen betroffen sind, können vor der Löschung Aufzeichnungen nötig sein. Für spätere Meldung, Löschanfrage oder rechtliche Beratung braucht man Material, das erklärt, was passiert ist.
Was aufzeichnen
Grund
Vorsicht
Post-URL
Ziel identifizieren
Weitergabe der URL begrenzen
Angezeigtes Datum und Uhrzeit
Zeitverlauf ordnen
Zeitzone beachten
Screenshot
Inhalt sichern
Keine zusätzlichen Benachrichtigungen oder persönlichen Informationen aufnehmen
Kontoinformation des Gegenübers
Für Meldung oder Beratung nutzen
Nicht für Verfolgung oder Angriff nutzen
Verbreitungsorte
Erkennen, wie weit es sich verbreitet hat
Nicht panisch alle kontaktieren
Auch die Art der Aufzeichnung braucht Vorsicht.
Ein Screenshot auf dem persönlichen Smartphone kann automatisch in die Cloud synchronisiert werden, ein Dateiname kann einen Klarnamen enthalten, ein an eine Beratungsstelle gesendetes Bild kann Benachrichtigungen zeigen. Arbeit zur Aufzeichnung kann eine andere Informationspanne erzeugen.
Bei schwerem Schaden oder rechtlichem Risiko werden vertrauenswürdige Beratungsstellen wie Anwältinnen und Anwälte, Unterstützungsorganisationen oder offizielle Meldewege der Plattform genutzt.
Das Umfeld nicht um Angriff oder Meldung bitten
Wenn man nach dem Posten angegriffen wird, möchte man Freunde oder Mitstreiter vielleicht bitten: "Widersprecht", "meldet das", "verbreitet es".
Wenn das Umfeld aber geschlossen reagiert, wird der Kreis der Beteiligten sichtbar. Es zeigt, wer nahesteht, aus welcher Community diese Personen kommen und zu welchen Zeiten sie handeln.
Typische Bitte
Problem für Anonymität
Massenmeldung
Existenz einer verbundenen Gruppe wird sichtbar
Verteidigungskommentar
Nähe zur Person oder Ähnlichkeit im Schreibstil erscheint
Widerspruch per Zitat
Ursprünglicher Post verbreitet sich weiter
Überzeugung per DM
Kann per Screenshot gesichert werden
Verbreitung von anderem Konto
Kontobeziehungen nehmen zu
Es gibt Situationen, in denen Unterstützung nötig ist.
Auch dann geht man eher in Richtung Aufzeichnung, Meldung, Beratung und Löschanfrage als in emotionale Gegenangriffe. Um Anonymität zu schützen, gibt es Situationen, in denen es wichtiger ist, Korrelation nicht zu erhöhen, als Verbündete zu vermehren.
Zusammenfassung
Nach dem Posten sollte man emotionale Antworten, Reaktionen von anderen Konten, zusätzliche Informationen per DM und die Annahme vermeiden, dass Löschen allein ausreicht.
Nach der Veröffentlichung ist es leicht, sich von Reaktionen anderer mitziehen zu lassen und neue Informationen hinzuzufügen.
Auch Antworten, Likes, DMs, Löschung und erneutes Posten sind Teil der anonymen Praxis.
Gerade nach der Veröffentlichung sollte man nicht sofort reagieren, sondern erst prüfen, was dadurch zusätzlich sichtbar wird.
Verwandte Werkzeuge
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
Nach dem Posten sollten emotionale Antworten, Detailerklärungen, Reaktionen von anderen Konten, unbedachte DMs, panische Änderungen und übermäßiges Prüfen vermieden werden.