Anonymitätscheck, wenn man derzeit keine Veröffentlichung plant
Anonymität muss nicht nur direkt vor einem anonymen Post geprüft werden.
Auch wenn derzeit keine Veröffentlichung geplant ist, können frühere soziale Netzwerke, alte Blogs, Profile, Bilder, wiederverwendete Benutzernamen und Suchergebnisse bereits zurückgeblieben sein. Wenn man später anonym beraten werden, unter anderem Namen veröffentlichen oder mit Abstand zu Arbeitsplatz oder Schule aktiv werden möchte, können frühere Informationen hinderlich werden.
Ein Check in einer Phase ohne Veröffentlichungsplan ist keine Arbeit, bei der schnell etwas gelöscht werden soll.
Er dient dazu zu verstehen, wo Informationen über einen selbst in welcher Form und mit welchen Namen verbunden geblieben sind.
Dieser Artikel ordnet Informationen, die Menschen prüfen sollten, die jetzt noch nicht anonym veröffentlichen wollen, aber sich für später vorbereiten.
Warum prüfen, wenn keine Veröffentlichung geplant ist
Anonymität scheitert nicht nur im Moment des Veröffentlichens.
Auch wenn ein neu erstelltes anonymes Konto risikoarm wirkt, verbindet es sich über Suche, wenn in früheren Konten dieselbe ID, dasselbe Bild, derselbe Schreibstil, dieselben Hobbys oder dieselben regionalen Informationen bleiben.
Wenn man das jetzt versteht, lassen sich künftige Kontonamen, Profile, Post-Themen und der Umgang mit Bildern leichter entscheiden.
Grund der Prüfung
Konkretes Beispiel
Gewonnene Entscheidung
Frühere Informationen kennen
Alte soziale Netzwerke, Blogs, Forenposts
Wörter erkennen, die nicht in einem neuen anonymen Namen verwendet werden sollten
Suchergebnisse kennen
Klarname, alte IDs, Bildersuche
Verstehen, was von außen sichtbar ist
Lebensinformationen ordnen
Schule, Arbeitsplatz, Region, Familie
Themen festlegen, die nicht herausgegeben werden sollten
Bildwiederverwendung vermeiden
Alte Icons, Profilfotos
Risiko senken, dass Bildersuche zu alten Bildern führt
Für die Zukunft vorbereiten
Eigene E-Mail, eigener Browser
Vermischung mit Klarnamenumgebung vermeiden
In dieser Phase ist es realistischer, nicht perfekte Löschung zum Ziel zu machen.
Zuerst wird wie auf einer Karte verstanden, welche Informationen sichtbar sind. Löschung oder Änderung wird danach mit Prioritäten bedacht.
Eigene Namen und IDs suchen
Der erste Schritt ist die Suche.
Gesucht werden Klarname, frühere Nachnamen, Spitznamen, frühere Handles, Game-IDs, der vordere Teil von E-Mail-Adressen und Social-Media-Benutzernamen. Nicht nur exakte Treffer, sondern auch Schreibweisen mit Hiragana, Katakana, Romanisierung und veränderten Zahlen werden geprüft.
Bei Anonymität ist nicht nur der Name der Person problematisch.
Problematisch sind die Namensgewohnheiten, die dieselbe Person beibehalten hat.
Suchbegriff
Warum ansehen
Vorsicht
Klarname
Öffentliche Profile oder Listen können erscheinen
Auch Unterscheidung von gleichnamigen Personen prüfen
Alter Handle
Frühere Konten können gefunden werden
Neuen anonymen Namen nicht ähnlich machen
Teil eines E-Mail-Namens
Kann sich mit Registrierungsnamen überschneiden
E-Mail-Adresse kann geraten werden
Game-ID
Soziale Netzwerke und andere Community verbinden sich
Lang genutzte ID wird zu starkem Hinweis
Bild
Alte Icons oder Gesichtsfotos werden erreichbar
Wiederverwendung per Bildersuche prüfen
Die Suche sollte nicht nur aus dem normalerweise eingeloggten Konto erfolgen.
Suchmaschinen und Dienste können Ergebnisse je nach Login-Zustand, Region und Suchverlauf verändern. Wenn möglich, wird auch ausgeloggt oder mit einem anderen Browser geprüft.
Alte Konten inventarisieren
Früher genutzte Dienste bleiben oft bestehen, auch wenn man sie vergessen hat.
Blogs aus Schul- oder Studienzeit, Foren, Videoseiten, Fotofreigaben, Flohmarkt-Apps, Spiele, Frageplattformen und Social-Media-Profile. Auch bei wenigen Posts können Profilfelder Alter, Region, Schule, Hobbys oder Links zu anderen sozialen Netzwerken enthalten.
Wo ansehen
Zu prüfende Information
Vorsicht für Anonymität
Alte soziale Netzwerke
ID, Selbstbeschreibung, Links
Ob es dem aktuellen anonymen Namen ähnelt
Blog
Tagebuch, Region, Schule, Arbeitsplatz
Frühere gewohnte Orte werden sichtbar
Fotofreigabe
Gesicht, Hintergrund, Aufnahmeort
Bildersuche kann zu alten Bildern führen
Frageplattform
Sorgen, Beruf, Familie
Personenbild wird dichter
Spiele und Communitys
ID, Freundschaften
Verbindet sich mit einem langfristigen Alternativnamen
In manche alten Konten kann man sich nicht mehr einloggen.
Auch dann lässt sich die sichtbare Information notieren: Dienstname, URL, verwendete ID, öffentlich sichtbarer Inhalt und ob Löschung oder Wiederherstellung möglich ist.
Informationen über gewohnte Orte trennen
Gefährlich für Anonymität ist nicht nur der Klarname.
Arbeitsplatz, Schule, Pendelbereich, Familienstruktur, Krankenhaus, Hobbygruppen, besuchte Veranstaltungen, häufig besuchte Geschäfte. Wenn solche Informationen kombiniert werden, schrumpft der Kreis möglicher Personen schnell.
In einer Phase ohne Veröffentlichungsplan werden Informationen über gewohnte Orte nach Kategorien getrennt.
Kategorie
Konkretes Beispiel
Umgang bei künftigen anonymen Posts
Region
Gemeinde, Bahnlinie, Bahnhof, Geschäft
Grundsätzlich verallgemeinern oder nicht nennen
Zugehörigkeit
Schule, Arbeitsplatz, Branche, Abteilung
Bei hohem Risiko konkrete Namen vermeiden
Familie
Geschwister, Kinder, Mitbewohnende
Informationen über andere Personen grenzen Kandidaten ein
Zeit
Arbeitszeit, Schulwegzeit, Nachtschicht
Verbindet sich mit Veröffentlichungszeit und Themen
Ereignis
Besuchter Veranstaltungsort, Datum, Fotos
Teilnahme vor Ort wird sichtbar
Diese Arbeit hilft, künftige Post-Regeln zu erstellen.
Man kann vorher Linien ziehen: "Über dieses Thema schreibe ich nicht", "Region nur bis zu einer groben Ebene", "Familiendetails gebe ich nicht heraus".
Vor dem Löschen aufzeichnen
Wenn frühere Informationen gefunden werden, möchte man sie schnell löschen.
Vor einer hektischen Löschung wird jedoch aufgezeichnet, was sichtbar war. Suchergebnisse können nach der Löschung bleiben. Für eine Löschanfrage können Ziel-URL oder Bildschirmaufzeichnung nötig sein.
Was aufzeichnen
Grund
Vorsicht
URL
Für Löschanfragen oder erneute Prüfung nötig
Weitergabe begrenzen
Angezeigter Inhalt
Entscheiden, was problematisch ist
Keine zusätzlichen Benachrichtigungen in Screenshots aufnehmen
Kontoname
Wiederverwendung früherer IDs vermeiden
Aus Kandidaten für neuen anonymen Namen ausschließen
Suchbegriffe
Verstehen, wie es gefunden wurde
Auch der Suchweg kann ein Hinweis werden
Löschbarkeit
Wissen, ob selbst gelöscht oder angefragt werden muss
Nicht aus Eile zu viele Identitätsprüfungsinformationen herausgeben
Löschanfragen können Identitätsprüfung verlangen.
Dann wird sorgfältig überlegt, welche Informationen der anderen Seite übergeben werden. Wenn mehr personenbezogene Informationen übergeben werden als die zu löschenden Informationen, entsteht ein anderes Risiko.
Informationen festlegen, die künftig nicht genutzt werden
Wichtig am Check ohne Veröffentlichungsplan ist nicht, die Vergangenheit vollständig zu löschen.
Wichtig ist festzulegen, welche Informationen künftig nicht genutzt werden.
Alte Handles, frühere Icons, häufig verwendete Zahlen, Geburtstag, lokale Abkürzungen, Lieblingswerke, gleicher Schreibstil. Schon wenn diese nicht in ein neues anonymes Konto gebracht werden, sinkt Korrelation stark.
Nicht verwenden
Grund
Stattdessen
Alte ID
Verbindet über Suche mit früheren Konten
Neuen Namen erstellen
Früheres Bild
Bildersuche führt zu alten Bildern
Neu erstellen oder kein Bild verwenden
Klarnamen-E-Mail
Registrierungsinformation verbindet mit Klarnamenumgebung
Eigene E-Mail verwenden
Gleiche Selbstbeschreibung
Personenbild überschneidet sich
Nur für den Zweck nötige Informationen schreiben
Themen zu gewohnten Orten
Region oder Zugehörigkeit wird eingegrenzt
Umfang verallgemeinern oder nicht behandeln
Anonymität ist nicht nur eine Technik zum Löschen der Vergangenheit.
Sie ist auch ein Design, das Vergangenheit und Zukunft nicht verbindet.
Zusammenfassung
Auch wenn derzeit keine Veröffentlichung geplant ist, ist ein Anonymitätscheck sinnvoll.
Frühere Namen, Bilder, Blogs, soziale Netzwerke, Profile und Suchergebnisse können sich mit künftiger anonymer Aktivität verbinden.
Der erste Schritt ist nicht hektisches Löschen.
Er besteht darin zu verstehen, was wo bleibt und mit welchen Namen oder Bildern es verbunden ist.
Danach werden IDs, Bilder, E-Mails, Themen und Informationen über gewohnte Orte festgelegt, die künftig nicht verwendet werden.
Anonymität lässt sich nicht nur durch einen Check direkt vor der Veröffentlichung schützen.
Die Inventur eigener öffentlicher Informationen in einer Zeit ohne Veröffentlichung schafft später Spielraum für anonymes Handeln.
Verwandte Werkzeuge
Archive check
Wayback Machine
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
Eine externe Ressource zu diesem Artikel. Öffne sie nur, wenn sie zu deiner Situation und deinem Bedrohungsmodell passt.
Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
Anonymitätscheck, wenn man derzeit keine Veröffentlichung plant
Auch ohne aktuellen Veröffentlichungsplan hilft ein Check früherer Namen, Konten, Bilder, Suchergebnisse und gewohnter Orte bei künftiger anonymer Aktivität.