Was Menschen prüfen sollten, die bereits anonym posten
Anonymes Posten kann nicht nur beim Start gefährlich werden, sondern während man es fortsetzt.
Auch wenn man glaubt, es am Anfang sorgfältig eingerichtet zu haben, sammeln sich mit zunehmenden Posts Themen, Zeiträume, Bilder, Antworten, Links und frühere Aussagen an. Selbst Informationen, die einzeln klein sind, können über mehrere Monate oder Jahre zu Hinweisen werden, die auf gewohnte Orte, Beruf, Beteiligte und frühere Konten zeigen.
Wer bereits anonym postet, sollte nicht denken: "Bis jetzt ist nichts passiert, also ist alles in Ordnung."
Nötig ist, einmal zu stoppen und zu prüfen, was von außen sichtbar ist und welche Informationen verbunden sind.
Dieser Artikel ordnet Blickwinkel, mit denen Menschen, die bereits anonyme Konten betreiben, frühere Posts, Profile, Bilder, Links, Verhaltensmuster und Suchergebnisse prüfen können.
Zuerst den von außen sichtbaren Zustand prüfen
Zuerst wird nicht der Zustand betrachtet, den man in der eigenen Verwaltungsansicht sieht.
Sondern der Zustand, der für andere Menschen sichtbar ist.
Im eingeloggten Zustand erscheinen Entwürfe, Benachrichtigungen, Verwaltungsmenüs und private Informationen vermischt. Für einen Anonymitätscheck werden öffentliches Profil, Post-Liste, Bilder, Antworten, Links und Follow-Beziehungen geprüft, die eine dritte Person sehen kann.
Prüfort
Was ansehen
Bedeutung für Anonymität
Profil
Name, ID, Bio, Ort, Links
Kontopersona und Korrelation mit früheren Konten ansehen
Post-Liste
Themen, Zeiträume, Ton, Häufigkeit
Lebensrhythmus oder Interessensbereiche ansehen
Antworten
Emotionale Erklärungen, Erwähnungen von Bekannten
Hinweise ansehen, die stärker sind als der Haupttext
Bilder und Videos
Hintergründe, Gesichter, Orte, Dateinamen
Verbindung zu realen Orten oder Geräteinformationen ansehen
Externe Links
Blogs, Unterlagen, Formulare, andere soziale Netzwerke
Verbundene Konten ansehen
Ein anonymes Konto kann nicht nur anhand des Post-Haupttexts beurteilt werden.
Profil, Antworten, Bilder, Links und Follow-Beziehungen werden ebenfalls als ein öffentlich sichtbares Ganzes betrachtet.
Ein kurzes Profil ist nicht immer sicherer
Ein leeres Profil ist nicht automatisch sicher.
Natürlich ist es gefährlich, Arbeitsplatznamen, Schulnamen, Regionsnamen, IDs in Nähe zum Klarnamen oder früher genutzte Handles zu schreiben. Andererseits entsteht auch bei leerem Profil ein Personenbild, wenn Post-Inhalte oder Follow-Beziehungen stark sind.
Geprüft wird nicht das Profil allein, sondern was sichtbar wird, wenn es mit Posts kombiniert wird.
Punkt
Was prüfen
Vorsicht
Anzeigename
Ob er einem früher genutzten Namen ähnelt
Verbindet sich mit alten SNS, Game-IDs und E-Mail-Namen
User-ID
Ob frühere Konten über Suche erscheinen
Schon eine Teilübereinstimmung wird zum Hinweis
Bio
Ob Beruf, Region oder Eigenschaften zu stark sichtbar werden
In Kombination mit Post-Inhalten werden Kandidaten enger
Profilbild
Ob es ein früheres Bild oder ein Bild aus einem Klarnamenkonto ist
Bildersuche kann zu früheren Bildern oder Klarnamenkonten führen
Link
Ob er mit persönlicher Website oder Formular verbunden ist
Auch Logs und Administratorinformationen eines anderen Dienstes sind relevant
Benutzernamen sind besonders wichtig.
Auch wenn man glaubt, sie für Anonymität erstellt zu haben, verbindet die Wiederverwendung eines Lieblingsworts, Geburtstags oder Teils einer alten ID über Suche. Kandidatennamen werden gesucht; geprüft werden nicht nur exakte Treffer, sondern auch ähnliche Schreibweisen und Teiltreffer.
Frühere Posts im Zeitverlauf ansehen
Anonymität bricht nicht immer durch einen einzelnen Post.
Gefährlich ist oft, dass frühere Posts sich ansammeln und ein klareres Personenbild erzeugen.
Ein Post sagt zum Beispiel "Westjapan", ein anderer Tag "ich nutze diese Bahnlinie zum Pendeln", ein anderer Tag "Nachtschichten in dieser Branche". Auch wenn jedes Stück Information schwach ist, werden gewohnte Orte und Beruf enger, wenn sie sich überlagern.
Information, die häufig in Posts erscheint
Wie sie allein aussieht
Wie sie bei Ansammlung aussieht
Region
Grober Ort
Gewohnte Orte, Pendelbereich und besuchte Veranstaltungen werden eingegrenzt
Beruf
Branche oder Arbeitsstil
Arbeitsplatzkandidaten und Beteiligte werden eingegrenzt
Familie
Familienstruktur
Identifizierung über Informationen zu anderen Personen
Zeitraum
Veröffentlichungszeit
Lebensrhythmus und Arbeitsmuster werden sichtbar
Fachwissen
Detailliertes Gebiet
Verbindet sich mit Arbeitsverlauf oder zugehöriger Community
Bei der Prüfung ist wichtig, nicht nur von neu nach alt zu schauen.
Erneutes Lesen von alt nach neu zeigt, was in welchem Zeitraum offengelegt wurde. Kurz nach dem Start eines Kontos sind Selbstvorstellungen oft dicht. Während Konflikten oder Diskussionen wurden in Antworten möglicherweise zusätzliche Erklärungen gegeben.
Bilder und Dateien können stärkere Hinweise als der Haupttext werden
Auch wenn man bei Text vorsichtig ist, können Informationen über Bilder und Dateien herauskommen.
Fotohintergründe können Bahnhofsname, Schilder, Gebäude, Dokumente auf einem Tisch, Uniformen und Landschaft vor einem Fenster zeigen. Screenshots können Benachrichtigungen, Tabs, Lesezeichen, Kontonamen und Dateinamen zeigen. PDFs und Office-Dateien können Erstellernamen und Bearbeitungsinformationen behalten.
Ziel
Zu prüfende Information
Risiko
Foto
Hintergrund, Reflexion, Standortinformation
Gewohnte Orte oder Aufnahmeort werden sichtbar
Screenshot
Benachrichtigungen, Tabs, Kontonamen
Klarnamenumgebung oder andere Konten werden sichtbar
PDF
Ersteller, Bearbeitungsverlauf, Dateiname
Personen- oder Organisationsnamen bleiben zurück
Bilddatei
, Aufnahmedatum und -zeit, Geräteinformation
Hinweise auf Gerät oder Aufnahmesituation bleiben zurück
Freigabelink
Cloud-Name, Eigentümername, URL-Struktur
Verbindung mit Klarnamenkonto
Metadaten- und Dateiprüfung werden in einem anderen Artikel genauer behandelt.
Wichtig ist hier, Bilder und Dateien nicht als "Anhang zum Haupttext" zu behandeln. Für Anonymität können Bilder und Dateien stärkere Beweise werden als der Haupttext.
Prüfen, ob Antworten und DMs Informationen hinzufügen
Bei anonymem Posten können Antworten gefährlicher sein als der Haupttext.
Auch wenn der Haupttext sorgfältig geschrieben wurde, erscheinen Emotionen in Antworten. Man möchte widersprechen, Missverständnisse klären und ausführlich erklären. In diesem Moment gibt man Zeitverläufe, Beteiligte, Orte und Positionen heraus.
DMs sind gleich zu behandeln.
Auch wenn sie privat wirken, kann das Gegenüber sie speichern. Es kann auch Screenshots machen. Bei einem Anonymitätscheck werden nicht nur öffentliche Posts, sondern auch gesendete DMs und der Umgang mit gesendeten Materialien geprüft.
Situation
Information, die häufig erscheint
Was prüfen
Widerspruch
Ausführlicher Hintergrund, Vor-Ort-Information
Ob zu viel erklärt wurde
Beratung
Familie, Arbeitsplatz, Lebenssituation
Ob dem Gegenüber zu viele Informationen gegeben wurden
Materialversand
Dateiname, Ersteller, unveröffentlichte Information
Ob Metadaten und Freigabeeinstellungen geprüft wurden
Kontakt mit Mitstreitern
Beteiligte, Aktivitätsbasis
Ob Informationen herausgegeben wurden, die andere hineinziehen
Löschanfrage
Information, die zeigt, dass man die Person ist
Ob zusätzliche Identifizierungsinformationen übergeben wurden
Bereits gesendete DMs kann man möglicherweise nicht zurückholen.
Um denselben Fehler künftig nicht zu wiederholen, lohnt es sich aber zu prüfen, in welchen Situationen Informationen erhöht wurden.
Verhaltensmuster überprüfen
Anonymität entscheidet sich nicht nur durch Inhalte.
Wann man postet, auf welche Themen man sofort reagiert und vor oder nach welchen Ereignissen Posts zunehmen. Auch diese Verhaltensmuster werden zu Hinweisen.
Zum Beispiel nur in der Mittagspause an Werktagen posten, sofort auf Wetter- oder Verkehrsprobleme in einer bestimmten Region reagieren oder direkt nach einem Ereignis am Arbeitsplatz posten. Solches Verhalten verengt das Personenbild.
Muster
Sichtbare Information
Wie prüfen
Feste Veröffentlichungszeiten
Lebensrhythmus, Arbeitsmuster
Tageszeitliche Schieflage prüfen
Sofortige Reaktion auf bestimmte Region
Wohnort oder Pendelbereich
Reaktionsthemen nicht zu stark verengen
Wiederholte Reaktion auf bestimmte Person
Beziehung
Auch Likes, Antworten und Zitate prüfen
Post direkt nach Ereignis
Teilnahme vor Ort
Lokale Informationen nicht zu stark offenlegen
Gleicher Schreibstil über lange Zeit
Korrelation mit anderem Konto
Prüfen, ob er zu ähnlich zum Schreiben auf Klarnamenseite ist
Verhaltensmuster sind schwer selbst zu bemerken.
Die Post-Liste nach Monaten anzusehen oder eigene ID mit Regionsnamen, Berufsbezeichnungen und alten Handles zu kombinieren, bringt einen näher an den Blick von außen.
Beim Ändern nicht alles auf einmal bewegen
Wenn gefährliche Informationen gefunden werden, möchte man alles sofort löschen.
Löschen oder Änderungen können nötig sein. Wenn Profil gelöscht, frühere Posts massenhaft entfernt und ID gleichzeitig geändert werden, fällt die Änderung selbst jedoch auf. Wenn der Vorher-Zustand in Screenshots oder Archiven bleibt, wird die Differenz zum Hinweis.
Gewünschte Änderung
Was zuerst prüfen
Grund
Post löschen
Ob Screenshots oder Zitate existieren
Verstehen, wo es auch nach Löschung bleibt
ID ändern
Alte URLs und Suchergebnisse
Zuordnung zur alten ID bleibt
Bild austauschen
Andere Orte, an denen das Ursprungsbild wiederverwendet wurde
Verbindet sich über Bildersuche
Link löschen
Logs und Anzeige auf externer Dienstseite
Unterschiede vor und nach Löschung bleiben
Veröffentlichungsbereich ändern
Menschen, die es gesehen oder gespeichert haben
Bereits gesehene Information verschwindet nicht
Wenn Hochrisiko-Posts, Whistleblowing, Quellenschutz oder rechtliche Fragen betroffen sind, wird nicht allein anhand des Artikels entschieden.
Je nach Situation kann es sicherer sein, Anwältinnen und Anwälte, Unterstützungsorganisationen oder eine vertrauenswürdige Beratungsstelle außerhalb der eigenen Organisation zu konsultieren. Je hektischer man handelt, desto mehr zusätzliche Spuren entstehen.
Zusammenfassung
Menschen, die bereits anonym posten, müssen nicht nur aktuelle Einstellungen prüfen, sondern auch die Ansammlung früherer Posts.
Profil, Haupttext, Antworten, DMs, Bilder, Dateien, Links, Veröffentlichungszeiten und Follow-Beziehungen können getrennt wirken, sich aber verbinden.
Dass Anonymität bricht, bedeutet nicht nur, dass plötzlich ein Klarname erscheint.
Gewohnte Orte werden eingegrenzt. Beruf oder Schule werden vermutet. Es verbindet sich mit früheren Konten. Beteiligte werden hineingezogen. Auch das sind Zustände, in denen Anonymität schwächer wird.
Bei der Prüfung schaut man nicht auf den eigenen eingeloggten Bildschirm, sondern auf den Zustand, den eine dritte Person sieht.
Auch wenn gefährliche Informationen gefunden werden, wird vor hektischer Löschung geordnet, wo sie bleiben, was durch Löschung auffällt und wen man konsultieren sollte.
Anonymes Posten ist nicht erledigt, sobald es eingerichtet wurde.
Je länger es fortgesetzt wird, desto mehr Informationen nehmen zu. Regelmäßige Prüfung, reduzierte Korrelation und das Vermeiden zusätzlicher Vermischung sind die Grundlage für langfristigen anonymen Betrieb.
Verwandte Werkzeuge
Archive check
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
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Bereits laufende anonyme Aktivität sollte regelmäßig auf Zeitmuster, Inhalte, Bilder, Dateien, Links, Kontotrennung, Antworten und alte Fehler geprüft werden.