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Aktivisten

Verhaltenskorrelation, auf die Aktivistinnen und Aktivisten achten sollten

Verhaltenskorrelation bedeutet, dass sich mehrere Verhaltensmuster überlagern und daraus auf dieselbe Person oder dieselbe Gruppe geschlossen wird.

Bei Aktivistinnen und Aktivisten werden besuchte Veranstaltungen, Veröffentlichungszeiten, Bewegungen, Fotos, Themen und Antwortgewohnheiten zu Korrelationsmaterial.

Einzelne Handlungen sind vielleicht gewöhnlich. Häufen sie sich, wird jedoch der Rhythmus der Aktivität sichtbar.

Um Anonymität zu schützen, muss man nicht nur personenbezogene Informationen selbst, sondern auch Verhaltensmuster prüfen.

Verhaltensmuster sind sichtbar

Aus sozialen Netzwerken und öffentlichen Posts werden Verhaltensmuster einer Aktivität sichtbar.

Immer am gleichen Wochentag posten. Direkt nach Veranstaltungen immer Fotos veröffentlichen. Nur auf Aktivitäten in einer bestimmten Region reagieren. Nur spät nachts antworten. Solche Muster werden zu Korrelationsmaterial.

VerhaltensmusterWas sichtbar wird
Gleiche VeröffentlichungszeitLebensrhythmus oder verantwortliche Person
Posts nach denselben VeranstaltungenTeilnahme oder Beziehung zum Ort
Reaktionen auf dieselbe RegionAktivitätsbasis oder gewohnte Orte
Antworten im gleichen SchreibstilMerkmale der Person hinter dem Konto
Gleiche Art zu fotografierenGewohnheiten der fotografierenden Person oder des Geräts

Ein Aktivitätskonto wird nicht nur über Inhalte, sondern auch über Verhaltensgewohnheiten betrachtet.

Bewegung und Aufenthalt vor Ort korrelieren

Bei Verhaltenskorrelation von Aktivistinnen und Aktivisten ist auch Bewegung wichtig.

Zeitpunkt des Aufbruchs zum Ort, nächstgelegener Bahnhof, Treffpunkt, Post nach der Rückkehr, Zahlungen in nahen Geschäften. Solches reales Verhalten kann nicht nur durch öffentliche Posts, sondern auch durch Offenlegung, Beschlagnahme, interne Personen, Belege, gemeinsame Aufzeichnungen und ähnliche Wege sichtbar werden und sich mit Social-Media-Posts und Fotos verbinden.

BewegungshinweisWas sichtbar wird
Post vor dem TreffenEs wird vermutet, von wo jemand kam
Foto vom OrtEs wird klar, dass jemand dort war
Post auf dem RückwegBewegungsrichtung oder gewohnte Orte werden sichtbar
Nutzungsverlauf einer Verkehrs-IC-KarteWenn er durch Offenlegung, Beschlagnahme, interne Personen, gemeinsame Aufzeichnungen oder ähnliche Wege sichtbar wird, werden Zeiten und Stationen zu Verhaltensdaten
Nutzung naher GeschäfteAktivitätsort und persönliche Zahlung verbinden sich

Nicht nur Online-Posts, sondern auch reale Bewegung betrifft Anonymität.

Klarnamenaktivität und anonyme Aktivität überschneiden sich

Wenn ein anonymes Konto zeitnah zu einer Veranstaltung postet, an der jemand unter Klarnamen teilgenommen hat, entsteht Korrelation.

Aus einem Klarnamenkonto ist ersichtlich, dass jemand vor Ort war, und ein anonymes Konto veröffentlicht ebenfalls Fotos vom selben Ort. Dann wird die Beziehung zwischen beiden vermutet.

Was sich überschneidetRisiko
VeranstaltungsteilnahmeEs wird klar, dass beide am selben Ort waren
VeröffentlichungszeitDieselbe Aktivitätszeit wird sichtbar
FotowinkelEs wird klar, dass vom selben Ort fotografiert wurde
ThemaKlarnamenaktivität und anonyme Aktivität liegen zu nah beieinander
AntwortpartnerDieselben Beziehungen werden sichtbar

Wer sowohl unter Klarnamen aktiv ist als auch anonym veröffentlicht, achtet besonders auf Veröffentlichungszeitpunkt und Umgang mit Fotos.

Korrelation auf Gruppenebene

Verhaltenskorrelation betrifft nicht nur Einzelpersonen.

Wenn Treffzeiten, Posting-Rollen, Bildmaterial, gemeinsame Formulierungen und Antwortton einer Gruppe wiederkehren, werden organisierte Abläufe sichtbar.

GruppengewohnheitWas sichtbar wird
Gleicher AnkündigungstextErstellende Person oder Vorlage
Gleiche Reihenfolge der PostsBetriebsverantwortliche oder interner Ablauf
Gleiches BildformatProduktionsumgebung oder zuständige Person
Gleiche ReaktionsgeschwindigkeitStändig anwesende Personen oder Zeiten
Gleicher TreffpunktAktivitätsbasis

Bei Gruppenaktivitäten wird der Fehler einer Person zum Verhaltensmuster der ganzen Gruppe.

Die Gegenseite schaut langfristig

Verhaltenskorrelation wird nicht immer aus Posts eines einzigen Tages beurteilt.

Aus Posts über Wochen, Monate oder Jahre werden Aktivitätszyklen, Verantwortliche, Regionen, Antwortpartner und Fotogewohnheiten sichtbar.

Was langfristig sichtbar wirdRisiko
AktivitätszyklusRegeltermine und Vorbereitungstage werden erkennbar
Posting-RolleDie Person hinter dem Konto wird über Schreibstil und Reaktionsgeschwindigkeit sichtbar
Regionale SchieflageAktivitätsbasis oder gewohnte Orte werden erkennbar
AntwortpartnerPartnerorganisationen und Beteiligte werden sichtbar
BildmaterialFotografierende Person oder Produktionsumgebung wird vermutet

Bei langfristigem Betrieb werden frühere Posts regelmäßig geprüft.

Die eigenen Muster zuerst zu kennen, ist eine Gegenmaßnahme, bevor andere sie lesen.

Korrelation verringern

Verhaltenskorrelation lässt sich nicht vollständig löschen.

Unnötige Regelmäßigkeit lässt sich aber reduzieren.

MaßnahmeWirkung
Echtzeitposts reduzierenSchwächt die Zeitkorrelation mit dem Ort
Posting-Rollen und Freigabeverfahren festlegenVermeidet spontane Einzelentscheidungen und emotionale Antworten
Standards für Fotoveröffentlichung erstellenVerringert Gewohnheiten von Fotografierenden und Orten
Klarnamenaktivität und Posts trennenSchwächt Korrelation zwischen Konten
Frühere Posts regelmäßig prüfenErkennt Musterbildung

Es ist nicht nötig, zwanghaft unnatürlich zu handeln.

Man reduziert Regelmäßigkeit, die nicht sichtbar sein muss.

Als Betriebsregel behandeln

Verhaltenskorrelation lässt sich durch individuelle Aufmerksamkeit allein schwer verringern.

Wenn man als Gruppe arbeitet, werden Posting-Rollen, Standards für Fotoveröffentlichung, Zulässigkeit von Echtzeitposts, Antwortregeln und Häufigkeit der Prüfung früherer Posts als Regeln festgelegt.

Ohne Regeln entscheiden beschäftigte, wütende oder vor Ort befindliche Personen im Moment.

Gerade Momententscheidungen erhöhen die Informationsmenge leicht.

Nachprüfung zum Finden von Korrelation

Die eigene Verhaltenskorrelation wird geprüft, bevor externe Gegenüber sie finden.

Frühere Posts werden chronologisch geordnet. Dann prüft man, ob Veröffentlichungszeit, Fotowinkel, Antwortpartner, Ankündigungstext und Veranstaltungsortinformationen wiederkehren.

Zu prüfender PunktWas prüfen
VeröffentlichungszeitOb dieselben Wochentage oder Uhrzeiten überwiegen
FotosOb dieselbe fotografierende Person oder derselbe Ort sichtbar ist
AnkündigungstextOb dieselbe Vorlage Verantwortliche sichtbar macht
AntwortenOb dieselbe Person emotional reagiert
LinksOb dieselbe Cloud oder Kurz-URL dauerhaft genutzt wird

Die Nachprüfung dient nicht dazu, jemanden zu beschuldigen.

Sie dient dazu, in der nächsten Aktivität dieselben Hinweise nicht weiter zu vermehren.

Aus Sicht von Gegnern lesen

Aktivitätskonten werden nicht nur von Unterstützenden gelesen.

Auch Gegner, Arbeitgeber, Schulen, Menschen aus der Region, Behörden, Medien und Plattformbetreiber können mitlesen. Jede dieser Gruppen achtet auf andere Informationen.

Wer schautWorauf geachtet wird
GegnerGesichter, Mitstreiter, Veranstaltungsorte, Bewegung, schwache Zeiten
Arbeitsplatz und SchuleArbeitszeit, Inhalt der Aussagen, Teilnahme
Menschen aus der RegionGeschäfte, Bahnhöfe, Veranstaltungsorte, gewohnte Orte
MedienRepräsentierende Personen, bildstarke Fotos, Sprechende
PlattformenKonten, IP, Meldeverlauf, Post-Inhalt

Wenn nicht feststeht, vor wem was geschützt wird, bleiben Maßnahmen unscharf.

Aus der Perspektive der Gegenseite zu lesen hilft, Regelmäßigkeiten zu finden, die im normalen Betrieb unbemerkt bleiben.

Besonders bei langfristiger Aktivität werden monatliche Prüfungen und Rückblicke nach großen Veranstaltungen zur Regel.

Wenn Aufzeichnungen bleiben, wird auch der Speicherort verwaltet, damit sie nicht zu viele Teilnehmendennamen oder interne Informationen enthalten.

Wenn Prüfnotizen lecken, werden sie selbst zu Material über die Struktur der Aktivität.

Auch kurze Notizen werden mit sorgfältig getrenntem Speicherort aufbewahrt.

Zusammenfassung

Verhaltenskorrelation, auf die Aktivistinnen und Aktivisten achten sollten, entsteht nicht aus dem Inhalt eines Posts, sondern aus Verhaltensmustern.

Veröffentlichungszeit, Veranstaltungsteilnahme, Region, Art des Fotografierens, Antwortgewohnheiten und Überschneidungen mit Klarnamenaktivität werden zu Hinweisen.

Nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Betriebsabläufe der ganzen Gruppe werden betrachtet.

Unnötige Korrelation lässt sich verringern, indem Echtzeitposts reduziert, Klarnamenaktivität und anonyme Veröffentlichung getrennt und Betriebsstandards für Fotos und Antworten erstellt werden.

Verwandte Werkzeuge

Reverse image search

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Metadata removal

MAT2

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