Informationen, die in Übersetzungs-URLs und Such-URLs bleiben
Übersetzungs- und Such-URLs können eingegebenen Text, Suchbegriffe, Sprachen, Ortsnamen, Ziel-URLs und Untersuchungsabsichten enthalten.
Wenn man Übersetzungsdienste oder Suchdienste nutzt, können eingegebene Inhalte oder Suchwörter in der URL bleiben.
Das ist nicht nur ein kleines technisches Detail.
Wenn bei anonymer Informationssammlung übersetzter Text, Suchbegriffe, Untersuchungsziele, Ortsnamen oder Eigennamen in einer URL enthalten sind, kann ein später geteilter Link Interessen und Handlungen offenlegen.
Auch wenn man denkt, "ich habe nur etwas übersetzt" oder "nur etwas gesucht", kann das Teilen dieser URL zugleich weitergeben, wonach gesucht wurde.
Dieser Artikel ordnet Informationen, die in Übersetzungs-URLs und Such-URLs bleiben können, und Prüfpunkte für Anonymität.
Informationen in Übersetzungs-URLs
Bei Übersetzungsdiensten können Ausgangstext, Spracheinstellungen, Zielsprache und Teile des eingegebenen Textes in der URL enthalten sein.
Dienste speichern Informationen unterschiedlich, aber Vorsicht ist nötig, wenn eine Zeichenfolge in der URL sichtbar ist.
| Information | Beispiel | Hinweis für Anonymität |
|---|---|---|
| Ausgangssprache | source, sl | Zeigt den untersuchten Sprachraum |
| Zielsprache | target, tl | Kann Hinweis auf Sprachumgebung von Lesenden oder Nutzenden werden |
| Eingabetext | text, q | Der übersetzte Text selbst kann sichtbar sein |
| Seiten-URL | u, url | Zeigt die übersetzte Website |
| Sitzungswert | token, sid | Kann an einen individuellen Zustand gebunden sein |
Wenn der übersetzte Text Namen, Organisationsnamen, Ortsnamen, interne Begriffe oder Rechercheziele enthält, können diese in der URL sichtbar sein.
Gerade beim Eingeben interner Materialien oder Recherchenotizen in einen Übersetzungsdienst muss man nicht nur an die URL denken, sondern auch daran, dass der eingegebene Inhalt an den Dienstanbieter gesendet wird.
Informationen in Such-URLs
Such-URLs können Suchbegriffe enthalten.
Suchbegriffe zeigen Interessen und Untersuchungsziele der nutzenden Person.
| Information in der URL | Was sie zeigt | Hinweis |
|---|---|---|
| Suchbegriffe | Wonach gesucht wurde | Sorgen, Ziele, Zugehörigkeiten und Regionen werden sichtbar |
| Regionseinstellung | Auf welche Region die Ergebnisse zielen | Kann auf gewohnte Orte oder Untersuchungsgebiet eingrenzen |
| Spracheinstellung | In welcher Sprache gesucht wurde | Wird zum Hinweis auf die Nutzungsumgebung |
| Suchkategorie | Bilder, Nachrichten, Karten usw. | Zeigt Untersuchungsabsicht |
| Klickinformation | Welches Ergebnis geöffnet wurde | Wird zu einem Hinweis nahe am Verhaltensverlauf |
Wenn man eine Such-URL teilt, kann die andere Person nicht nur die Seite erfahren, die man zeigen wollte, sondern auch "mit welchen Wörtern sie gefunden wurde".
Für Anonymität sind Suchbegriffe ziemlich wichtig.
Denn Suchbegriffe zeigen, worüber sich die nutzende Person sorgt, welche Region sie betrachtet und für welche Organisation sie sich interessiert.
Warum Übersetzungs- und Such-URLs leicht übersehen werden
Übersetzung und Suche werden mitten in der Arbeit genutzt.
Deshalb werden sie seltener als "Veröffentlichungsmaterial" betrachtet.
Wenn aber eine mitten in der Arbeit kopierte URL geteilt wird, kann auch Eingabeinformation aus diesem Zwischenschritt nach außen gehen.
| Fehler | Was geschieht |
|---|---|
| Übersetzungsergebnisseite unverändert teilen | Übersetzter Text oder Ziel-URL kann bleiben |
| Suchergebnis-URL teilen | Suchbegriffe oder Regionseinstellungen sind sichtbar |
| Kartensuch-URL teilen | Adressen oder Einrichtungsnamen bleiben |
| Bildsuch-URL teilen | Hinweise auf Motiv oder frühere Bildsuchen bleiben |
| Suchdienst im eingeloggten Zustand nutzen | Suchverhalten verbindet sich mit dem Konto |
URLs aus Zwischenschritten sind nicht für Veröffentlichung vorbereitet.
Wenn man etwas teilt, ist es sicherer, nur die URL der Seite herauszuziehen, die man am Ende zeigen will.
Situationen, die bei anonymer Aktivität besondere Vorsicht brauchen
Übersetzungs-URLs und Such-URLs sind für Journalistinnen und Journalisten, Whistleblower, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Privatpersonen gleichermaßen ein Problem.
| Situation | Risiko |
|---|---|
| Recherchematerial übersetzen | Rechercheziele und Materialinhalt werden an einen externen Dienst gesendet |
| Begriffe aus internen Dokumenten suchen | Organisationen, Abteilungen und auffällige Ausdrücke bleiben in Suchbegriffen |
| Aktivitätsorte auf Karten suchen | Treffpunkte und gewohnte Orte werden sichtbar |
| Eigene frühere Informationen suchen | Verbindungen mit alten Handles oder bürgerlichen Namen werden sichtbar |
| Sorgen oder Beratungsthemen suchen | Persönliche Umstände erscheinen in Suchbegriffen |
Wichtig ist hier nicht, Übersetzen oder Suchen selbst zu verbieten.
Wichtig ist, vor der Nutzung zu überlegen, welches Konto, welcher Browser, welcher Kommunikationsweg und welcher Inhalt eingegeben werden.
Prüfung vor dem Teilen
Vor dem Teilen einer Übersetzungs-URL oder Such-URL prüft man folgende Punkte.
- Ob Eingabeinhalt in
q,query,textodersearchbleibt - Ob Einstellungen für Ausgangs- oder Zielsprache bleiben
- Ob Ortsnamen, Adressen, Organisationsnamen oder Personennamen in der URL stehen
- Ob im eingeloggten Zustand dienstspezifische Werte enthalten sind
- Ob nur die URL der am Ende zu zeigenden Seite geteilt werden kann
Auch wenn man Suchergebnisse zeigen möchte, überlegt man, ob die Suchbegriffe wirklich sichtbar sein dürfen.
Wenn man ein Übersetzungsergebnis zeigen möchte, kann es besser sein, den nötigen Textbereich getrennt vorzubereiten, statt die URL zu verwenden.
Eingabeinhalt bleibt auch außerhalb der URL
Bei Übersetzung und Suche ist die URL nicht das einzige Problem.
Eingabeinhalt wird an den Dienstanbieter gesendet.
Wenn man eingeloggt ist, kann er sich mit dem Konto verbinden. Verlauf kann im Browser bleiben. In einem Organisations- oder Schulnetz können Ziel und Zeitpunkt protokolliert werden.
Mit anderen Worten: Auch wenn man die URL bereinigt, löscht das nicht alle Spuren der Übersetzungs- oder Suchhandlung selbst.
Für Anonymität denkt man URL, Konto, Browser, Kommunikationsweg und Eingabeinhalt getrennt.
Hochriskante Inhalte übersetzen oder suchen
Bei hochriskanten Inhalten entscheidet man nicht nur nach der Bequemlichkeit von Übersetzung oder Suche.
Bei Whistleblowing, Quellenschutz, aktivistischem Kontakt, Arbeitsplatzproblemen, Rechtsfragen oder Beratungen zu Gesundheit oder Familie wird der Eingabeinhalt selbst zu einem starken Hinweis.
| Inhalt | Hinweis |
|---|---|
| Interne Dokumente | Organisationsnamen, Abteilungsnamen, Dokumentnummern und besondere Begriffe sind enthalten |
| Recherchenotizen | Quellen, Orte und Zeitlinien sind enthalten |
| Aktivitätspläne | Treffpunkte, Teilnehmende und Datum/Uhrzeit sind enthalten |
| Persönliche Beratungen | Familie, Krankenhäuser, Schulen und Arbeitsplätze sind enthalten |
| Rechts- oder Sicherheitsberatung | Je nach Situation kann Beratung durch Fachleute nötig sein |
Wenn solche Inhalte in gewöhnliche Übersetzungs- oder Suchdienste eingegeben werden, werden sie an den Dienstanbieter gesendet, auch wenn sie nicht in der URL bleiben.
In Hochrisikosituationen, die nicht allein anhand von Artikeln beurteilt werden können, sollte auch Beratung durch vertrauenswürdige Unterstützungsorganisationen oder Fachleute erwogen werden.
Eingabeinhalt verringern, wenn Alternativen möglich sind
Auch bei Nutzung von Übersetzung oder Suche lässt sich die eingegebene Information manchmal verringern.
| Methode | Wirkung |
|---|---|
| Mit verborgenen Eigennamen suchen | Verringert Informationen nahe an Person oder Organisation |
| Nur nötige Begriffe statt des ganzen Textes übersetzen | Verringert den Umfang des Eingabeinhalts |
| Für Ortsnamen breitere Ausdrücke verwenden | Verringert Hinweise auf gewohnte Orte |
| Aus Klarnamenkonten ausloggen | Schwächt Verbindung von Suchverhalten und Konto |
| In getrenntem Browser oder getrennter Umgebung prüfen | Vermeidet Vermischung mit Alltags-Cookies und Verlauf |
Information zu verringern macht sie jedoch nicht zu null.
Übersetzung und Suche sind Handlungen, bei denen Eingabeinhalt an externe Dienste gesendet wird. Diese Voraussetzung darf man nicht vergessen, wenn man entscheidet, was eingegeben wird.
Zusammenfassung
Übersetzungs-URLs und Such-URLs können eingegebenen Text, Suchbegriffe, Ortsnamen, Spracheinstellungen und Ziel-URLs behalten.
Diese sind für Anonymität relevant, auch wenn sie keine bürgerlichen Namen sind.
Denn Suchbegriffe und übersetzte Inhalte zeigen Interessen, Untersuchungsziele, gewohnte Orte, Zugehörigkeiten, Sorgen und Rechercheziele.
Vor dem Teilen prüft man Werte wie q, query, text, search und url.
Statt eine Arbeits-Zwischen-URL unverändert zu teilen, zieht man vorzugsweise nur die URL der Seite heraus, die man am Ende zeigen will.
Auch wenn die URL bereinigt wird, bleibt die Tatsache, dass Such- oder Übersetzungseingaben an den Dienstanbieter gesendet wurden.
Bei Anonymität prüft man nicht nur die URL, sondern auch, welche Umgebung genutzt wurde und was eingegeben wurde.
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