Metadaten in Recherchenotizen, Aufnahmen und Fotos prüfen
Recherchematerial darf nicht nur nach sichtbarem Text beurteilt werden.
Notizen, Aufnahmen, Fotos, Videos, PDFs und Screenshots können Recherchedaten und -zeiten, Orte, Geräte, Ersteller, Änderungsverläufe, Dateinamen, Hintergrundgeräusche und im Material sichtbare Details behalten.
Auch wenn der Name einer Quelle im Artikeltext nicht genannt wird, können Metadaten und Umfeldinformationen in Materialien Quelle oder Ort erschließbar machen.
Für Journalistinnen und Journalisten ist Metadatenprüfung kein technisches Detail.
Sie ist Arbeit vor der Veröffentlichung zum Schutz von Quellen.
Dieser Artikel ordnet die Informationen, die vor Veröffentlichung oder Weitergabe von Recherchenotizen, Aufnahmen und Fotos geprüft werden.
Informationen in Recherchenotizen
Recherchenotizen sind nicht nur Text.
Digitale Notizen, gemeinsam bearbeitete Dokumente, Cloud-Notizen und Smartphone-Notizen können Ersteller, Bearbeitende, Erstellungszeiten, Aktualisierungsverlauf und Freigabeverlauf behalten.
Information in Notizen
Auswirkung auf Quellenschutz
Erstellername
Zeigt echte Namen oder Organisationsnamen von Berichtenden und Redaktion
Erstellungszeit
Verbindet sich mit Recherchedaten oder Kontaktzeiten
Änderungsverlauf
Zeigt, wer Material gelesen hat und was geändert wurde
Kommentare
Lassen Quellennamen oder interne Gespräche zurück
Cloud-Freigabe
Zeigt Betrachtende, Eigentümer und Freigabebereich
Notizen für Veröffentlichung werden von Originalen getrennt.
Originale können als Rechercheaufzeichnungen nötig sein. Gleichzeitig sollten externe Weitergabe und öffentliche Materialien keine unnötigen Erstellerinformationen oder Kommentare behalten.
Aufnahmen enthalten mehr als Stimmen
In Aufnahmedateien werden nicht nur gesprochene Inhalte, sondern auch Hintergrundgeräusche und Dateiinformationen zu Hinweisen.
Bahnhofsansagen, Ladenmusik, Maschinen am Arbeitsplatz, Rettungswagen, Schulglocken, Gespräche in der Umgebung. All das kann Material zur Vermutung von Ort und Zeit sein.
Was in einer Aufnahme bleibt
Was erkennbar wird
Hintergrundgeräusch
Ort, Tageszeit, Einrichtung, Region
Stimmmerkmale
Identifizierung der Quelle oder Beteiligter
Aufnahmezeit
Recherchezeit oder Kontaktzeitpunkt
Geräteinformation
Für Aufnahme genutztes Gerät oder App
Dateiname
Interviewperson, Projekt- oder Fallname, Datum
Beim Veröffentlichen von Audio reicht es nicht immer, nur die Stimme zu verändern.
Auch Hintergrundgeräusch, Wortwahl, Gesprächskontext und Länge der Aufnahme werden geprüft.
Bei Hochrisiko-Recherche kann auch die Entscheidung fallen, statt unverändertem Audio ein Transkript oder eine Zusammenfassung zu nutzen.
Hintergründe in Fotos und Videos ansehen
In Fotos und Videos werden nicht nur Gesichter, sondern auch Hintergründe geprüft.
Schilder am Rechercheort, Fensterblick, Unterlagen auf Tischen, Namensschilder, Uniformen, Reflexionen, Wandhinweise und Gerätebildschirme. Sie können auf Quellen oder Orte zeigen.
Was im Bild erscheint
Risiko
Gesichter und Namensschilder
Identifizieren Person oder Beteiligte
Schilder im Hintergrund
Identifizieren Ort oder Einrichtung
Reflexionen
Zeigen fotografierende Person oder nahe Menschen
Unterlagen
Offenbaren interne Informationen, Namen oder Verwaltungsnummern
GPS und Aufnahmezeit
Offenbaren Rechercheort oder -zeit
Bei der Bearbeitung von Fotos ist wichtig, Unschärfung oder Zuschnitt nicht zu überschätzen.
Text kann durch schwache Unschärfung manchmal lesbar sein. Informationen von vor dem Zuschnitt können in einer anderen Ebene oder Vorschau bleiben.
Eine Veröffentlichungskopie wird erstellt und in einer anderen App geöffnet, um sie zu prüfen.
Mit Werkzeugen wie ExifTool prüfen
ExifTool wird manchmal genutzt, um Metadaten in Bildern, Audio und Video zu prüfen.
ExifTool kann viele Arten von Metadaten prüfen und bearbeiten, darunter , GPS, XMP und IPTC. Es wird nicht nur für Fotos, sondern auch für Informationen in vielen Dateitypen einschließlich Video und Audio genutzt.
Der Grund, ExifTool zu nennen, ist seine praktische Eignung für Metadatenprüfung in Recherchematerial.
Was ein Werkzeug sichtbar macht, ist jedoch nicht alles. Hintergrundgeräusche, sichtbare Details in Bildern, auffällige Ausdrücke im Text, Veröffentlichungszeit und Cloud-Freigabeverlauf werden getrennt geprüft.
Veröffentlichungskopie erstellen
Recherchematerial wird in Originale, Prüfkopien und Veröffentlichungskopien getrennt.
Datei
Rolle
Original
Wird für Beweiswert oder Rechercheaufzeichnungen gespeichert
Prüfkopie
Dient zur Prüfung von Metadaten und Inhalt
Veröffentlichungskopie
Unnötige Informationen werden vor externer Veröffentlichung entfernt
Wichtig ist, Originale nicht direkt zu veröffentlichen.
Bei Materialien mit wichtigem Beweiswert kann unbedachte Bearbeitung jedoch andere Probleme verursachen. Bei Materialien mit rechtlicher Bewertung oder Whistleblowing im öffentlichen Interesse wird gemeinsam mit Redaktion, Anwältinnen oder Anwälten und Fachleuten vorgegangen.
Speicherorte und Freigabemethoden prüfen
Auch wenn Metadaten geprüft sind, können schwache Speicherorte oder Freigabemethoden Quellenschutz brechen.
Wenn Materialien in einem persönlichen Cloud-Konto, Klarnamenkonto, gemeinsamen Ordner am Arbeitsplatz, kollaborativen Bearbeitungswerkzeug oder Messenger liegen, können Eigentümer, Betrachtende, Bearbeitende und Zugriffszeiten bleiben.
Speicher- oder Freigabeziel
Vorsicht
Persönliche Cloud
Echte Namen, E-Mail-Adressen und Freigabeverlauf sind sichtbar
Gemeinsamer Redaktionsordner
Betrachtende und Änderungsverlauf bleiben
Kollaboratives Bearbeitungswerkzeug
Kommentare, Änderungsverlauf und Namen Bearbeitender bleiben
Messenger-App
Bleibt in Weiterleitungen, Backups und Benachrichtigungen
Externe Medien
Auf Verlust, Verschlüsselung und Verwaltungsaufzeichnungen achten
Recherchematerial wird erst gespeichert, nachdem entschieden wurde, wer es sehen darf.
Es wird nur für nötige Personen zugänglich gemacht, und geteilte Links werden nicht leichtfertig erweitert.
Auch Transkripte behalten Hinweise
Eine Aufnahme in ein Transkript umzuwandeln macht sie nicht automatisch sicher.
Transkripte behalten Sprechstil, sprachliche Gewohnheiten, Dialekt, Fachbegriffe, Namen von Personen in der Umgebung und zeitliche Reihenfolge. Wenn ein KI-Transkriptionsdienst genutzt wird, werden Audiodaten und Transkriptinhalt an einen externen Dienst gegeben.
Was in Transkription bleibt
Risiko
Sprachgewohnheiten und Dialekt
Quelle oder Region wird vermutet
Fachbegriffe
Arbeitsplatz oder Abteilung wird offengelegt
Gespräche in der Umgebung
Beteiligte werden hineingezogen
Zeitstempel
Recherchezeit oder Gesprächsablauf wird sichtbar
Externer Dienst
Audio oder Text geht an eine weitere vertrauensbedürftige Partei
Beim Veröffentlichen eines Transkripts muss auch der Inhalt selbst anonymisiert werden.
Die Nutzung eines externen Transkriptionsdienstes bedeutet, Audio- oder Transkriptinhalt einer weiteren Partei anzuvertrauen. Bei Hochrisiko-Recherche, unveröffentlichtem Material oder Audio, aus dem eine Quelle identifiziert werden könnte, hat ein Ablauf Vorrang, der das Material nicht an externe Dienste sendet. Falls ein solcher Dienst genutzt wird, werden Nutzungsbedingungen, Aufbewahrungsdauer, Freigabebereich und Umgang mit vertraulichen Informationen geprüft.
Prüfrollen trennen
Die Person, die das Recherchematerial erstellt hat, übersieht leicht Dinge.
Namensschilder im Hintergrund, Ortsnamen im Audio, PDF-Ersteller und Screenshot-Benachrichtigungen werden manchmal erst von Dritten bemerkt.
Innerhalb der Redaktion verbessert es die Sicherheit, Textprüfung, Dateiprüfung und Quellenschutzprüfung zu trennen.
Bei Hochrisiko-Recherche ist es sicherer, Materialprüfung nicht allein abzuschließen.
Zusammenfassung
Recherchenotizen, Aufnahmen, Fotos und Videos behalten Informationen jenseits des Artikeltexts.
Ersteller, Änderungsverlauf, Aufnahmezeit, Hintergrundgeräusche, GPS, Aufnahmezeitpunkt, Dateinamen und sichtbare Details im Material werden zu Hinweisen auf Quellen oder Orte.
Vor der Veröffentlichung werden Originale, Prüfkopien und Veröffentlichungskopien getrennt, und sowohl Metadaten als auch Inhalt werden geprüft.
Werkzeuge wie ExifTool helfen bei Metadatenprüfungen, schützen aber nicht automatisch vor Hintergrundgeräuschen, sichtbaren Details, auffälligen Ausdrücken im Text oder Korrelation nach der Veröffentlichung.
Die Prüfung von Recherchematerial ist ein wichtiger Prozess zum Schutz von Quellen.
Verwandte Werkzeuge
Reverse image search
Google Lens
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
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