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Trennung von Kontaktmitteln und Konten

Wenn Kontaktadressen für Recherchen mit gewöhnlichen persönlichen Konten vermischt werden, wird Quellenschutz schwächer.

Klarnamen-E-Mail, privates Smartphone, persönliche Social-Media-Konten, gewöhnliche Cloud und Arbeitschat sind praktisch. Werden sie aber für Kontakte mit Quellen genutzt, vermischen sich Benachrichtigungen, Verläufe, Kontakte, Anmeldestatus und Freigabeverläufe.

Für Journalistinnen und Journalisten dient Kontentrennung nicht nur dem eigenen Schutz.

Sie ist eine Grundlage, damit Kontakt mit Quellen nicht an unnötigen Orten zurückbleibt.

Warum Trennung nötig ist

Wenn Kontaktmittel vermischt werden, entsteht unbeabsichtigte Korrelation.

Mit einer privaten E-Mail mit der Quelle schreiben. Über gewöhnliche Social-Media-Dienste eine DM senden. Unterlagen in die private Cloud legen. Einen Screenshot in den Arbeitschat posten. Solche Handlungen erzeugen Spuren an mehreren Orten.

VermischungZurückbleibendes Risiko
Private E-MailPrivate Kontakte und Quelle bleiben in derselben Umgebung
Klarnamen-Social-MediaFollow-Beziehungen und frühere Posts verbinden sich mit Recherchekontakt
Privates SmartphoneBenachrichtigungen, Fotos, Kontakte und Anruflisten vermischen sich
Gewöhnliche CloudEigentümername, Freigabeverlauf und Synchronisierungslogs bleiben
ArbeitschatBreitet sich auf Beteiligte außerhalb der Redaktion aus

Ohne Trennung wird unklar, wo Kontaktpunkte mit der Quelle zurückgeblieben sind.

Journalistinnen und Journalisten arbeiten oft unter eigenem Namen. Öffentliche E-Mail-Adressen, Social-Media-Konten, Konten des Mediums, persönliche Smartphones und Redaktionschats gehören zum Alltag. Wenn Kontakte zu Hochrisikoquellen in diese Umgebung gemischt werden, breiten sich Spuren in Benachrichtigungen, Verläufen, Dateien, Kontakten und Cloud-Freigaben aus.

Zweck der Kontakttrennung ist nicht nur, die Identität der Journalistin oder des Journalisten zu verbergen. Es geht darum, Kontakt mit Quellen nur an nötigen Orten zurückzulassen. Der Zustand soll nachvollziehbar machen, wo Spuren zurückbleiben.

Einheiten der Trennung

Trennung bedeutet nicht nur, einen anderen Kontonamen zu verwenden.

E-Mail, Gerät, Browser, Cloud, Kontakte, Speicherort und Benachrichtigungen werden getrennt.

Zu trennenGrund
E-Mail-AdresseQuellenkontakt von normaler Arbeit und Privatem trennen
BrowserAnmeldestatus, s und Verlauf nicht mischen
GerätBenachrichtigungen, Dateien, Kontakte und Fotos trennen
CloudEigentümernamen und Freigabeverläufe nicht mischen
SpeicherortZugriffsbereich auf Unterlagen begrenzen

Bei Hochrisikorecherchen werden eigene Geräte oder eigene Umgebungen erwogen.

Auch bei niedrigerem Risiko ist mindestens die Gewohnheit nötig, nicht mit gewöhnlichen persönlichen Konten zu mischen.

Die Tiefe der Trennung hängt vom Rechercherisiko ab. Bei gewöhnlichen Kommentarrecherchen kann eine berufliche E-Mail ausreichend sein. Bei Whistleblowing, Arbeitsproblemen mit Vergeltungsrisiko, politischer Repression, Kriminalitätsopfern, Minderjährigen oder Recherchen mit Bezug zu Aufenthaltsstatus wird eine eigene Umgebung erwogen.

Art der RechercheDenkweise zur Trennung
Gewöhnliche RechercheMit beruflichen Kontaktwegen verwalten
Recherche, die Quellen benachteiligen kannEigene E-Mail und eigenen Speicherort nutzen
WhistleblowingErstkontakt, Unterlagen und Antwortweg trennen
HochrisikorechercheEigenes Gerät, eigene Kommunikation und Fachberatung erwägen

Starke Trennung erhöht den Aufwand. Wenn der mögliche Schaden für die Quelle groß ist, gehört dieser Aufwand aber zum Quellenschutz.

Auch der Quelle Trennung erklären

Selbst wenn die Journalistenseite trennt, bleiben Spuren, wenn die Quelle aus ihrer gewohnten Umgebung Kontakt aufnimmt.

Wenn sie mit Klarnamen-E-Mail, Arbeitsgerät, Firmen-WLAN, beruflicher Cloud oder persönlichen Social-Media-Konten Kontakt aufnimmt, entstehen in diesem Moment Aufzeichnungen.

Handlung auf QuellenseiteRisiko
Senden vom ArbeitsgerätBleibt in Geräteverwaltung oder Netzwerklogs
Klarnamen-E-Mail nutzenAbsender ist direkt sichtbar
Berufliche Cloud verwendenEigentümer, Betrachtungsverlauf und Freigabeverlauf bleiben
DM über persönliche Social-Media-KontenKontobeziehung bleibt
Mit Alltagssmartphone fotografierenFotometadaten und Synchronisierung bleiben

Auch keine gefährlichen Kontaktmethoden nahezulegen, gehört zur Verantwortung der Journalistenseite.

Bevor man sagt: "Schicken Sie es hierhin", prüft man, welche Spuren dadurch entstehen.

Quellen kennen sich nicht unbedingt mit den technischen Details der Informationsweitergabe aus. Wenn nur "Senden Sie die Unterlagen" gesagt wird, können sie über Arbeitsgerät, Klarnamen-E-Mail, berufliche Cloud oder persönliche Social-Media-Konten senden. In diesem Moment entstehen starke Spuren.

Die Journalistenseite muss beim Erstkontakt sagen, welche Informationen besser nicht gesendet werden. Zum Beispiel: nicht vom Arbeitsgerät senden, interne Unterlagen nicht an eine Klarnamen-E-Mail anhängen, nicht in die normale Cloud hochladen, zuerst nur den Überblick besprechen.

Auch bei Trennung nicht unvorsichtig werden

Auch getrennte Konten können über Schreibstil, Kontaktzeiten, Gerät, IP, Browserinformationen und Dateiumgang verbunden werden.

Verbleibende KorrelationErklärung
Login-FehlerIm Recherchebrowser in ein persönliches Konto einloggen
BenachrichtigungenErscheinen in Bildschirmfreigabe oder Screenshot
DateisynchronisierungRechercheunterlagen gelangen in die gewöhnliche Cloud
SchreibstilDieselben Formulierungen oder Signaturen verwenden
ZeitImmer zur gleichen Tageszeit Kontakt aufnehmen

Trennung ist nicht mit einmaliger Einrichtung erledigt.

Wichtig ist, sie im täglichen Betrieb nicht zu vermischen.

Auch in getrennten Umgebungen passieren Betriebsfehler. Im eigenen Browser die private E-Mail öffnen. Auf dem Recherchegerät private Social-Media-Apps installieren. Rechercheunterlagen in die gewöhnliche Cloud verschieben. In einem Screenshot Namen der Quelle oder Benachrichtigungen sichtbar machen. Das sind Fehler der alltäglichen Nutzung, nicht der Einstellung.

Auch Speicherorte für Rechercheunterlagen trennen

Wenn Kontaktwege getrennt sind, aber Speicherorte für Unterlagen vermischt werden, bleibt Risiko. Werden Dateien von Quellen in persönlicher Cloud oder allgemeinen gemeinsamen Redaktionsordnern abgelegt, wächst der Kreis der Zugriffsberechtigten. Dateiname, Vorschaubild, Synchronisierungsverlauf oder Bearbeitungsverlauf können die Quelle sichtbar machen.

Für Rechercheunterlagen werden Betrachtende, Speicherort, Backup und Löschkriterien festgelegt. Hochriskante Unterlagen werden nicht in den normalen Arbeitsordner gelegt, sondern an einem Ort getrennt, auf den nur nötige Personen zugreifen können.

Trennungszustand regelmäßig prüfen

Wenn eine Recherche lange dauert, bricht die anfängliche Trennung leicht auf. Für eine eilige Rückfrage wird die gewöhnliche E-Mail benutzt. Unterlagen werden vorübergehend an ein persönliches Gerät gesendet. Für Bearbeitung werden sie in die normale Cloud verschoben. Wenn sich solche Ausnahmen stapeln, weiten sich Kontaktpunkte mit der Quelle aus.

Zu prüfenGrund der Prüfung
KontaktwegeOb Gespräche mit Quellen in die gewöhnliche Umgebung geraten sind
GeräteOb Benachrichtigungen, Verläufe oder Dateien zurückbleiben
CloudOb Eigentümername, Freigabeverlauf oder Bearbeitungsverlauf erscheinen
SpeicherortOb mehr als die nötigen Personen Zugriff haben
AntwortwegOb von der Quelle gefährliche Kontaktmethoden verlangt werden

Trennung ist keine Ersteinstellung, sondern eine operative Praxis, die bis zum Ende der Recherche aufrechterhalten wird.

Zusammenfassung

Die Trennung von Kontaktmitteln und Konten ist eine Grundlage des Quellenschutzes.

Wenn private E-Mail, Klarnamen-Social-Media, privates Smartphone, gewöhnliche Cloud oder Arbeitschat für Kontakte mit Quellen vermischt werden, breiten sich Spuren aus.

Zu trennen sind E-Mail, Browser, Gerät, Cloud, Speicherort und Benachrichtigungen.

Auch auf Quellenseite braucht es die Rücksicht, Optionen jenseits von Klarnamen-E-Mail, Arbeitsgerät und beruflicher Cloud zu erklären.

Trennung ist keine Einstellung, sondern Praxis.

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