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Netzwerk

Was sind Kommunikationslogs?

Kommunikation im Internet verschwindet nicht unbedingt vollständig in dem Moment, in dem sie stattfindet.

Bei Websites, Servern, DNS, Kommunikationsanbietern, Routern, Firewalls und ähnlichen Stellen können Aufzeichnungen zur Kommunikation verbleiben.

Solche Aufzeichnungen nennt man allgemein Kommunikationslogs.

Kommunikationslogs können nicht nur den Kommunikationsinhalt selbst enthalten, sondern auch begleitende Informationen wie Zeitpunkt, Quell-IP-Adresse, Ziel, aufgerufene URL, Browserinformationen, s und DNS-Anfragen.

Beim Nachdenken über Anonymität reicht es nicht, nur zu fragen, ob Inhalte verschlüsselt sind.

Auch wenn Inhalte nicht gelesen werden können, können Metadaten der Kommunikation zu Hinweisen für Nachverfolgung werden.

Wo bleiben Kommunikationslogs?

Kommunikationslogs sind Aufzeichnungen über Kommunikation.

Wenn Sie eine Website aufrufen, kann der Webserver zum Beispiel aufzeichnen, wann, von welcher IP-Adresse, zu welcher URL und mit welchen Browserinformationen zugegriffen wurde.

Kommunikationslogs bleiben jedoch nicht überall gleich. Welche Informationen gespeichert werden, hängt von Servereinstellung, Anwendungsdesign, genutztem Cloud-Dienst, Netzwerkkonfiguration und Log-Speicherpolitik ab.

Wichtig ist, dass Internetkommunikation mehrere Beobachtungspunkte hat. Website-Seite, DNS, Kommunikationsanbieter, Router, internes Organisationsnetz und Cloud-Infrastruktur können jeweils unterschiedliche Logs enthalten.

Ort, an dem Logs bleiben könnenInformationen, die aufgezeichnet werden könnenHauptzweck
WebserverZugriffszeit, IP-Adresse, URL, User-Agent, Referer und ÄhnlichesZugriffsauswertung, Störungsbehebung, Angriffserkennung
AnwendungLogin-Verlauf, Bedienverlauf, Fehlerinhalt, Konto-ID und ÄhnlichesMissbrauchsbekämpfung, Dienstbetrieb
DNS-ResolverAngefragte Domainnamen, Anfragezeit, Quellinformationen und ÄhnlichesNamensauflösung, Netzwerkverwaltung
KommunikationsanbieterVerbindungszeit, zugewiesene IP-Adresse, Datenmenge, Teile von Zielinformationen und ÄhnlichesAnschlussbetrieb, Verbindungsverwaltung
Router / FirewallZiel, Datenmenge, blockierte Kommunikation, interne Geräteinformationen und ÄhnlichesNetzwerkverwaltung, Sicherheitsmaßnahmen

Warum bleiben Logs?

Logs existieren nicht nur zur Überwachung von Nutzenden. In vielen Fällen werden Logs aufgezeichnet, um Dienste und Netzwerke stabil zu betreiben.

Wenn auf einer Website ein Fehler entsteht, kann die Verwaltung Logs prüfen und feststellen, bei welcher URL, zu welcher Zeit und mit welchem Fehler er auftrat.

Auch bei unerlaubten Logins, Massenzugriffen, Schwachstellenscans, Malware-Infektionen oder Verdacht auf Datenabfluss sind Logs wichtiges Untersuchungsmaterial.

ZweckVerwendungBeispiel
StörungsbehebungUrsache von Fehlern oder Ausfällen untersuchenPrüfen, ob bei einer bestimmten URL 500-Fehler zunehmen
SicherheitsmaßnahmenVerdächtige Zugriffe erkennenPrüfen, ob viele Loginversuche in kurzer Zeit auftreten
MissbrauchsbekämpfungHinweise auf Regelverstöße oder Angriffe untersuchenUngewöhnliche Requests oder unnatürliche Quellen prüfen
DienstverbesserungNutzungszustand erfassenHäufig gelesene Seiten oder zugriffsstarke Zeiten prüfen

Logs sind ein grundlegender Mechanismus zum Schutz von Diensten. Gleichzeitig können sie Informationen über Nutzerverhalten enthalten und je nach Verwaltung zum Privatsphäre-Risiko werden.

Logs auf Website-Seite

Beim Zugriff auf eine Website können auf dem Webserver Zugriffslogs verbleiben.

Typische Zugriffslogs enthalten Quell-IP-Adresse, Zugriffszeit, HTTP-Methode, URL, Statuscode, User-Agent, Referer und Ähnliches.

Ein Beispiel für eine URL:

URL-Beispiel : https[:]//example.com/article/network-log

example.com ist hier eine häufig verwendete Beispieldomain.

Auch bei HTTPS empfängt die Website-Seite den angefragten URL-Pfad, Query-String, Cookies und gesendete Request-Informationen. HTTPS erschwert das Lesen auf dem Kommunikationsweg, nimmt der Zielwebsite aber nicht die Request-Informationen.

Was ein Webserver empfängt und was tatsächlich als Log gespeichert wird, ist nicht dasselbe. Cookies oder Request-Bodies können je nach Server- und Anwendungseinstellung aufgezeichnet werden oder nicht.

InformationInhaltHinweis
ZugriffszeitWann zugegriffen wurdeKann mit anderen Logs zeitlich abgeglichen werden
Quell-IP-AdresseVon welcher IP-Adresse verbunden wurdeBei CDN oder Proxy kann die direkte Quelle ein Zwischenserver sein
URLWelche Seite oder API aufgerufen wurdeQuery-Strings können Kennungen enthalten
User-AgentBrowser, OS, App-Art und ÄhnlichesKann Material zur Vermutung der Umgebung sein
CookieIdentifikationsdaten, die eine Website im Browser speichert und senden lässtKann Wiederbesuch oder Login-Zustand erkennen
RefererVon welcher Seite man kamKann durch Referrer-Policy fehlen oder verkürzt sein
StatuscodeErgebnis der Anfrage200, 301, 403, 404, 500 und andere zeigen Verarbeitungsergebnis

Wenn eine Website CDN, Load Balancer oder Reverse Proxy verwendet, kann der Webserver als Quell-IP nicht die nutzende Person, sondern den Zwischenserver sehen. Die ursprüngliche Client-IP kann dann in Headern wie X-Forwarded-For oder in CDN-seitigen Logs stehen.

Logs in Anwendungen und Authentifizierungssystemen

Serverseitige Logs bestehen nicht nur aus Webserver-Zugriffslogs.

Auch Login-Funktionen, Zahlungssysteme, Verwaltungsoberflächen, APIs, Datenbanken und Fehlerüberwachung können Aufzeichnungen zu Nutzerhandlungen oder Systemverhalten haben.

Dienste mit Login-Funktion können zum Beispiel Folgendes aufzeichnen.

  • Login erfolgreich
  • Login fehlgeschlagen
  • Passwortänderung
  • Versuch der Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Ausgabe einer Sitzung
  • Änderung von Kontoeinstellungen
  • Zugriff auf Verwaltungsoberflächen

Dienste mit APIs können aufzeichnen, an welchen API-Endpunkt von welchem Konto oder welcher IP-Adresse zu welcher Zeit Requests gesendet wurden.

Diese Logs dienen dazu, unerlaubte Logins, Kontoübernahmen, Rechte-Missbrauch und unnatürliche API-Nutzung zu erkennen.

Mögliche Aufzeichnungen beim Kommunikationsanbieter

Beim Internetzugang läuft Kommunikation normalerweise über Netze von Kommunikations- oder Anschlussanbietern.

Auf Anbieterseite können Verbindungsaufzeichnungen verbleiben, etwa wann ein Anschluss verbunden war, welche IP-Adresse zugewiesen war und wie viel Datenvolumen übertragen wurde.

Bei Heim- und Mobilfunkanschlüssen ist die zugewiesene IP-Adresse oft nicht fest und kann sich mit der Zeit ändern. Deshalb hängt die Frage "welcher Anschluss nutzte zu einem bestimmten Zeitpunkt diese IP-Adresse?" mit Aufzeichnungen auf Anbieterseite zusammen.

Bei Mobilfunk und manchen Anschlüssen teilen sich viele Nutzende eine globale IP-Adresse. In solchen Fällen können neben IP-Adresse auch Zeitpunkt und Portnummern zur Unterscheidung einer Verbindung relevant sein.

Dass beim Anbieter Aufzeichnungen existieren, bedeutet jedoch nicht, dass jede Person sie frei einsehen kann. Logs von Kommunikationsanbietern sind normalerweise nicht für gewöhnliche Nutzende frei zugänglich.

Aufzeichnungen im Zusammenhang mit DNS

Beim Zugriff auf Websites müssen Browser oder OS Domainnamen in IP-Adressen umwandeln. Dieser Mechanismus heißt DNS.

Beim Zugriff auf folgende URL sucht das Gerät zum Beispiel die IP-Adresse zu example.com.

URL-Beispiel : https[:]//example.com

DNS-Anfragelogs können enthalten, von welchem Gerät oder Netzwerk zu welchem Domainnamen eine Anfrage gestellt wurde.

DNS-Logs zeichnen nicht den Webseitentext selbst auf. Sie können aber zeigen, zu welcher Domain eine Verbindung versucht wurde.

Wichtig ist, dass der Ort der DNS-Aufzeichnung von der Umgebung abhängt. Bei Nutzung des DNS des Kommunikationsanbieters kann die Anfrage dessen DNS-Resolver erreichen. Wenn Browser oder OS einen anderen DNS-Resolver oder verschlüsseltes DNS verwenden, ändert sich das Ziel der Anfrage.

Bei DNS-Logs muss man also betrachten, welcher DNS-Resolver gefragt wurde.

Router- und Firewall-Logs

Kommunikationslogs bleiben nicht nur bei Websites und Kommunikationsanbietern.

Heimrouter, Netzwerkgeräte in Unternehmen oder Schulen, Cloud-Firewalls, Proxyserver und -Gateways können ebenfalls Kommunikationsaufzeichnungen haben.

In Organisationsnetzwerken kann aufgezeichnet werden, welches Gerät wann zu welchem externen Server verbunden war. Das dient der Untersuchung von Malware-Infektionen, unbefugten Zugriffen, Datenabfluss und internem Missbrauch.

Auch serverseitig gibt es mehrere Logarten, etwa OS-Authentifizierungslogs, Firewall-Logs, SSH-Logs, Anwendungslogs und Cloud-Audit-Logs.

In der Serververwaltung sind zum Beispiel folgende Logs wichtig.

LogartMöglicher InhaltVerwendung
AuthentifizierungslogLogin erfolgreich, Login fehlgeschlagen, Quell-IP-Adresse und ÄhnlichesPrüfung unerlaubter Logins und Brute-Force-Angriffe
Firewall-LogErlaubte oder blockierte Kommunikation, Portnummer, Ziel und ÄhnlichesErkennung verdächtiger Kommunikation oder Angriffe
Proxy-LogZugriffe interner Geräte auf externe WebsitesKommunikationsverwaltung und Untersuchung in Organisationen
Cloud-Audit-LogVerwaltungsoperationen, API-Ausführung, Rechteänderungen und ÄhnlichesNachverfolgung von Einstellungsänderungen und Rechtemissbrauch
AnwendungslogFehler, Bedienverlauf, Verarbeitungsergebnisse und ÄhnlichesStörungsbehebung und Missbrauchsuntersuchung

Kommunikationslogs sind also nicht nur "Aufzeichnungen eines Website-Zugriffs", sondern existieren über Netzwerk und System hinweg.

Beziehung zwischen HTTPS und Logs

HTTPS ist wichtig, um Kommunikationsinhalte zu verschlüsseln und zu prüfen, ob das Gegenüber beabsichtigt ist.

HTTPS bedeutet jedoch nicht, dass alle Kommunikationsinformationen niemandem bekannt werden.

HTTPS schützt vor allem Inhalte, die Dritten auf dem Kommunikationsweg sichtbar wären. Formulareingaben, Seiteninhalt, viele HTTP-Header sowie URL-Pfad und Query sind unterwegs normalerweise schwerer lesbar.

Der Webserver am Ziel entschlüsselt die Kommunikation jedoch und verarbeitet die Anfrage. Deshalb erhält die Website-Seite URL, Cookies, User-Agent, Login-Informationen, Formulardaten und Ähnliches.

Auch auf dem Kommunikationsweg können Verbindungszeit, Quell-IP-Adresse, Ziel-IP-Adresse, Datenmenge und bestimmte Informationen zur TLS-Verbindung beobachtbar sein.

HTTPS ist also sehr wichtig, löst aber das Log-Problem nicht vollständig.

Beobachtende SeiteInformationen, die sichtbar sein könnenInformationen, die schwerer sichtbar sind
Website-SeiteURL, Cookie, User-Agent, gesendete Inhalte, Login-Handlungen und ÄhnlichesInhalte, die Dritten auf dem Weg nicht gezeigt werden sollen
Dritte auf dem KommunikationswegQuell-IP, Ziel-IP, Kommunikationszeit, Datenmenge und ÄhnlichesSeiteninhalt, Formulardaten, URL-Pfad und Query
DNS-ResolverAngefragter Domainname, Anfragezeit und ÄhnlichesWebseitentext und konkrete Bedienhandlung
Router / FirewallZiel, Datenmenge, Erlaubt- oder Blockiert-Ergebnis und ÄhnlichesText innerhalb von HTTPS und viele HTTP-Header

Logs sind nicht grundsätzlich schlecht

Aus Sicht von Anonymität und Privatsphäre sind Kommunikationslogs wichtige Informationen. Logs selbst sind aber nicht grundsätzlich schlecht.

Ohne Logs wären Ursachenanalyse bei Serverstörungen, Erkennung unerlaubter Zugriffe, Reaktion auf Kontoübernahmen, Untersuchung von Malware-Infektionen und stabiler Dienstbetrieb schwierig.

Wichtig ist, warum Logs gespeichert werden, in welchem Umfang sie aufgezeichnet werden, wie lange sie gespeichert bleiben und wer Zugriff hat.

Dass Logs existieren, ist nicht dasselbe wie dass jede Person sie frei sehen kann. Gut verwaltete Logs sind wichtige Informationen zum Schutz eines Dienstes; übermäßig gespeicherte oder schlecht verwaltete Logs sind ein Privatsphäre-Risiko.

Für Anonymität werden Logs zu Hinweisen

Beim Nachdenken über Anonymität reicht es nicht, nur auf verschlüsselte Inhalte zu schauen.

Auch wenn Inhalte nicht lesbar sind, können Kommunikationszeit, Quell-IP-Adresse, Ziel, DNS-Anfrage, Cookie, User-Agent, Referer und andere Informationen in anderer Form aufgezeichnet werden.

Einzeln identifizieren diese Informationen nicht immer direkt eine Person. Kombiniert können sie jedoch Material sein, um denselben Nutzer, den Zugriffsweg, eine Zeitlinie des Verhaltens oder das Quellnetzwerk zu vermuten.

InformationWas erkennbar sein kannHinweis für Anonymität
ZugriffszeitWann kommuniziert wurdeKann zeitlich mit anderen Aufzeichnungen abgeglichen werden
IP-AdresseAus welchem Netzwerk verbunden wurdeKann Material für Anschluss, Region oder Organisation sein
DNS-AnfrageZu welcher Domain eine Verbindung versucht wurdeZeigt ein Ziel, auch wenn Seiteninhalt unbekannt bleibt
CookieOb Zugriff vom selben Browser kommtKann Wiederbesuch und Login-Zustand erkennen
User-AgentBrowser- und OS-ArtKann als Merkmal der Nutzungsumgebung behandelt werden
RefererVon welcher Seite man kamKann Teile des Bewegungswegs zeigen
URL-QueryKann Suchbegriffe, Kennungen oder Sitzungsinformationen enthaltenWird zum Hinweis auf Handlungsinhalt, wenn serverseitig geloggt

Für Anonymität sind "Kommunikationsinhalte werden nicht gelesen" und "keine Kommunikationsspuren bleiben" nicht dasselbe.

Auch bei verschlüsselten Inhalten können umgebende Informationen der Kommunikation bleiben. Deshalb muss man nicht nur Verschlüsselung betrachten, sondern auch, wo welche Logs verbleiben können.

Zusammenfassung

Kommunikationslogs sind Aufzeichnungen über Kommunikation.

Bei Websites, Anwendungen, DNS, Kommunikationsanbietern, Routern, Firewalls und Cloud-Infrastruktur können verschiedene Informationen zur Kommunikation verbleiben.

Typische Informationen sind Zugriffszeit, Quell-IP-Adresse, URL, User-Agent, Cookie, Referer, DNS-Anfrage, Ziel, Datenmenge, Authentifizierungsverlauf und Bedienverlauf.

Logs werden für Störungsbehebung, Sicherheitsmaßnahmen, Missbrauchsuntersuchung und Dienstverbesserung verwendet. Sie sind daher ein wichtiger Mechanismus für sicheren Betrieb von Internetdiensten.

Aus Sicht der Anonymität können Logs jedoch zu Nachverfolgungshinweisen werden. Auch wenn Kommunikationsinhalte verschlüsselt sind, können Quelle, Ziel, Zeitpunkt, DNS-Anfrage, Cookie und User-Agent in anderer Form aufgezeichnet werden.

Wer die Grundlagen von Kommunikationslogs versteht, kann leichter ordnen, was im Internet aufgezeichnet werden kann. Beim Nachdenken über Anonymität schaut man dann nicht nur darauf, ob Inhalte sichtbar sind, sondern auch darauf, wo umgebende Informationen der Kommunikation bleiben können.

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