Vor dem Aufräumen alter Konten prüfen
Vor dem Löschen alter Konten sollten Profile, Beiträge, Bilder, Links, Kommentare, Suchergebnisse, Archive, verbundene Dienste und mögliche Beweissicherung geprüft werden.
Wenn man ein altes Konto findet, möchte man es manchmal sofort löschen.
Alte SNS-Konten, Blogs, Foren, Spielkonten, Profildienste, Portale für eigene Werke. Dort können peinliche Informationen oder Informationen stehen, die sich mit aktueller anonymer Aktivität verbinden lassen.
Aufräumen oder Löschen ist aber nicht einfach eine Frage der Geschwindigkeit.
Wenn man vor dem Löschen nicht prüft, was geblieben ist, wird es später schwerer, mit Fragmenten in Suchergebnissen oder Archiven umzugehen. Bei Harassment, Identitätsmissbrauch oder Rechtsverletzungen kann vor dem Löschen Beweissicherung nötig sein.
Dieser Artikel erklärt, was vor dem Aufräumen alter Konten zu prüfen ist.
Vor dem Löschen den aktuellen Zustand erfassen
Der erste Schritt ist nicht Löschen, sondern Zustandsaufnahme.
Man prüft, was im Konto geblieben ist, welche Informationen öffentlich sind, ob es in der Suche erscheint, ob Bilder bleiben und ob es auf andere Konten verlinkt.
| Prüfpunkt | Zu betrachten |
|---|---|
| Profil | Klarname, alter Handle, Region, Arbeitsplatz, Schule, Links |
| Beiträge | frühere Themen, Schreibstil, gewohnte Orte, Beteiligte |
| Bilder | Gesicht, Hintergrund, Icon, Standortdaten, frühere Materialien |
| Links | andere Konten, Klarnamenseiten, Werkseiten |
| Kommentare | Anrede, Beziehungen, frühere Gespräche |
Alte Konten enthalten Informationen, die man selbst vergessen hat.
Durch Prüfung vor dem Löschen versteht man, was sich mit aktueller anonymer Aktivität verbinden kann.
Beweissicherung kann nötig sein
Wenn ein altes Konto nur peinlich ist, können Löschen oder Privatisieren ausreichen.
Bei Identitätsmissbrauch, Harassment, Drohungen, unerlaubter Weiterveröffentlichung, sexuellen Bildern, Informationen zu Minderjährigen oder Rechtsverletzungen kann es nötig sein, vor dem Löschen Beweise zu sichern.
| Situation | Vor dem Löschen bedenken |
|---|---|
| Identitätsmissbrauch | URL, Anzeigename, Beitragsinhalt, Zeitpunkt dokumentieren |
| Harassment | Screenshots, Gegenüber, Zeitlinie sichern |
| Unerlaubte Weiterveröffentlichung | Veröffentlichungs-URL, Bild-URL und Originalbild ordnen |
| Drohung | vor schnellem Löschen Beratungsstelle und Beweissicherung bedenken |
| Rechtliches Problem | Beratung durch Anwalt oder Unterstützungsstelle erwägen |
Ob Beweissicherung nötig ist, hängt von der Situation ab.
Bei Hochrisikoinhalten sollte man nicht allein entscheiden, sondern Fachleute oder Unterstützungsstellen konsultieren.
Suchergebnisse und Archive prüfen
Auch nach dem Löschen eines Kontos können Suchergebnisse und Archive bleiben.
Vor dem Löschen sucht man nach Kontoname, Anzeigename, altem Handle, Profiltext und Bildern. Suchen und Archivprüfungen sind selbst Anfragen an externe Dienste; bei hohem Risiko sollte man nicht den üblichen eingeloggten Browser oder ein Arbeitsgerät verwenden und Suchbegriffe nicht mit Informationen der aktuellen anonymen Aktivität vermischen. Auch Archive wie Wayback Machine können geprüft werden.
| Prüfziel | Grund |
|---|---|
| Konto-URL | prüfen, ob sie in Archiven oder Suchergebnissen bleibt |
| Alter Handle | Korrelation mit anderen Diensten sehen |
| Profiltext | Fragmente können in Suchergebnissen bleiben |
| Bild | Bildersuche kann zu früheren Informationen führen |
| Linkziel | andere Konten oder Klarnameninformationen können erreichbar sein |
Wenn man dieselbe Prüfung nach dem Löschen macht, kann die Ausgangsseite fehlen und der Vergleich wird schwer.
Wenn man vor dem Löschen ordnet, welche Informationen vorhanden waren, lassen sich später Suchergebnis- oder Archivlöschanfragen leichter erwägen.
Verbundene Dienste prüfen
Alte Konten können mit anderen Diensten verbunden sein.
SNS-Login, externe App-Verknüpfung, Profillinks, automatische Weiterveröffentlichung, E-Mail-Benachrichtigungen, Cloud-Speicher. Auch wenn das Konto selbst gelöscht wird, können bei verbundenen Diensten Spuren bleiben.
| Verbundener Dienst | Zu prüfen |
|---|---|
| SNS-Login | mit welchem Klarnamenkonto er verbunden ist |
| Externe App | ob sie Beiträge oder Profil abgerufen hat |
| Automatisches Posten | ob derselbe Inhalt zu anderen Diensten floss |
| E-Mail-Benachrichtigung | ob alte E-Mails URLs oder Beitragsinhalte enthalten |
| Cloud-Speicher | ob Bilder oder Backups bleiben |
Beim Aufräumen alter Konten betrachtet man nicht nur dieses Konto, sondern auch verbundene Dienste.
Vor dem Löschen Export erwägen
Manche Dienste erlauben vor Kontolöschung einen Datenexport.
Ein Export kann helfen, die eigenen früheren Informationen zu verstehen: welche Beiträge, welche Bilder, welche Kontakte oder Gespräche vorhanden waren.
Die Exportdaten selbst enthalten aber personenbezogene Informationen.
| Exportdaten | Hinweis |
|---|---|
| Beitragsverlauf | frühere gewohnte Orte und Schreibstil liegen gebündelt vor |
| DM-Verlauf | enthält auch Informationen anderer Personen |
| Bilder | EXIF oder alte Dateinamen können bleiben |
| Kontakte | Beziehungen werden sichtbar |
| Login-Verlauf | IP- oder Geräteinformationen können enthalten sein |
Wenn man exportiert, wählt man den Speicherort sorgfältig.
In Klarnamen-Cloud oder auf Arbeitsgeräten entstehen neue Korrelationen.
Löschen, Privatisieren und Korrigieren trennen
Der Umgang mit alten Konten ist nicht nur Löschen.
Man kann das ganze Konto löschen, nur Beiträge entfernen, das Profil bearbeiten, auf privat stellen, Links entfernen oder Bilder austauschen. Je nach Situation ist anderes passend.
| Maßnahme | Geeignet wenn | Hinweis |
|---|---|---|
| Konto löschen | es nicht mehr genutzt wird und nichts bleiben muss | auch nach Löschen können Suche oder Archive bleiben |
| Privatisieren | sofortiges Löschen nicht möglich ist, aber Sichtbarkeit sinken soll | bereits gespeicherte Informationen verschwinden nicht |
| Profil korrigieren | nur Links oder persönliche Informationen problematisch sind | alter Inhalt kann weiterhin bleiben |
| Bild austauschen | altes Icon oder Gesichtsfoto problematisch ist | Bildersuche und Archive ebenfalls prüfen |
| Link entfernen | Korrelation mit anderem Konto sinken soll | bereits gefundene Informationen lassen sich nicht zurückholen |
Man bearbeitet, was gelöscht werden kann, und führt für Nicht-Löschbares eine Praxis ein, die es nicht mit aktueller anonymer Aktivität verbindet.
Nach dem Aufräumen erneut prüfen
Nach dem Aufräumen eines Kontos prüft man erneut.
Suchergebnisse, Bildersuche, Archive, Profilseite, Anzeige nach dem Löschen und Ansicht im ausgeloggten Zustand werden geprüft.
Auch wenn man meint, gelöscht zu haben, können nur das öffentliche Profil, nur eine Bild-URL, eine Beschreibung in Suchergebnissen oder Treffer in einer App-Suche bleiben.
| Nach dem Aufräumen ansehen | Grund |
|---|---|
| Ausgeloggter Zustand | prüfen, wie es von außen aussieht |
| Suchergebnisse | prüfen, ob Titel oder Beschreibung bleiben |
| Bildersuche | prüfen, ob Icons oder Fotos bleiben |
| Archive | prüfen, ob frühere Seiten gespeichert sind |
| Links zu anderen Konten | prüfen, ob Korrelation bleibt |
Aufräumen endet nicht mit einem einzelnen Löschvorgang.
Nach Änderung des Veröffentlichungsbereichs prüft man auch, wie es von außen sichtbar ist.
Auch das Aufräumen selbst wird zum Hinweis
Wenn alte Konten plötzlich gelöscht werden, kann diese Handlung Aufmerksamkeit erzeugen.
Ein altes Konto verschwindet direkt nach einem bestimmten anonymen Beitrag. Direkt nach einem Problem wird das Profil geändert. Solche Zeitlinien können als „da wurde etwas verborgen“ gelesen werden.
Das bedeutet nicht, dass man alles stehen lassen sollte.
Beim Löschen oder Korrigieren überlegt man, ob es zeitlich zu stark mit aktueller anonymer Aktivität oder geplanter Veröffentlichung verbunden ist. In Hochrisikosituationen kommen Beweissicherung und Beratung zuerst.
Zusammenfassung
Vor dem Aufräumen alter Konten prüft man zuerst, was geblieben ist.
Profil, Beiträge, Bilder, Links, Kommentare, Suchergebnisse und Archive werden Hinweise, die sich mit aktueller anonymer Aktivität verbinden.
Vor dem Löschen prüft man auch, ob Beweissicherung nötig ist. Bei Harassment, Identitätsmissbrauch, Drohungen, unerlaubter Weiterveröffentlichung oder rechtlichen Problemen sollte man nicht allein entscheiden, sondern Beratung erwägen.
Maßnahmen werden in Löschen, Privatisieren, Korrigieren, Bildaustausch und Linkentfernung getrennt.
Auch nach dem Aufräumen prüft man Suchergebnisse, Bildersuche, Archive und ausgeloggte Ansicht erneut.
Verwandte Werkzeuge
Wayback Machine
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Warum es hier aufgeführt ist: Sie kann beim Thema des Artikels helfen, liegt aber außerhalb von Anonymity Sense und sollte vor der Nutzung geprüft werden.
URL : https://web.archive.org/
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